Schon vor Verschärfung

Corona-Lockdown: Regelverstöße spülen Geld in Hamburgs Kassen

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  • Natalie-Margaux Rahimi
    Natalie-Margaux Rahimi
  • Jan Knötzsch
    Jan Knötzsch
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier

In Hamburg gilt der harte Lockdown mit Verschärfungen. Für Hamburgs Stadtkasse sind Corona-Regelbrecher scheinbar ein lukratives Geschäft.

  • Der Lockdown in Hamburg schränkt das private Leben vorerst bis zum 31. Januar 2021 weiter stark ein.
  • Am Dienstag beraten die Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das weitere Vorgehen.
  • Verstöße gegen Corona-Auflagen: Hamburg kassiert 1,5 Millionen Euro an Bußgeldern.
  • Dieser Ticker wird laufend aktualisiert.

Update von Montag, 18. Januar 2021, 07:20: Hamburg – Keine Maske in der U-Bahn, ein Spaziergang mit fünf Freunden: Immer wieder verstoßen Hamburger gegen die Corona-Regeln. Bislang hat die Stadt Hamburg deswegen 1,5 Millionen Euro an Corona-Bußgeldern eingenommen. Insgesamt seien durch die Bußgeldstelle bis zum 8. Januar 13.726 Bußgeldbescheide erlassen worden, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Demnach verstießen die Hamburger am häufigsten gegen das Abstandsgebot. Hierzu wurden allein 9929 Verfahren eröffnet. Wer die 1,5 Meter Mindestabstand nicht einhält, der muss 150 Euro bezahlen, wenn er erwischt wird. Die Einnahmen in diesem Bereich belaufen sich insgesamt auf 870.790 Euro. Der zweithäufigste Verstoß gegen die Corona-Regeln war die Missachtung der Maskenpflicht. Hier wurden 1711 Verfahren eingeleitet.

In Hamburg gelten noch bis zum 31. Januar strenge Corona-Auflagen. Doch die Regeln sollen verlängert und verschärft werden, weil das Infektionsgeschehen weiterhin hoch ist. Am morgigen Dienstag treffen sich deswegen die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beratungen.

Strenge Kontrolle: Der Ordnungsdienst ahndet in Hamburg Verstöße gegen die Maskenpflicht. (24hamburg.de-Montage)

Corona-Lockdown in Hamburg: Merkel prüft massive Verschärfungen

Update von Freitag, 15. Januar 2021, 07.56 Uhr: Hamburg – Die Diskussion um eine Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns nehmen wieder Fahrt auf. Zur Eindämmung der Pandemie plant Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offenbar die Einführung von noch strengerer Regeln. „Wir müssen etwas tun“, sagte sie in einer CDU-Präsidiumssitzung laut einem Bericht der Bild-Zeitung. Demnach bereitet vor allem die Ausbreitung von neuen Corona-Mutationen der Regierungschefin ernsthafte Sorgen. Sie warnte vor einer unkontrollierbaren Lage.

Hamburg im verschärften Corona-Lockdown. Für Bürgermeister Tschentscher alternativlos: „Es gibt keine Grundlage für Lockerungen.“ (24hamburg.de-Montage)

In Hamburg gilt ein harter Lockdown vorerst bis zum 31. Januar 2021. Über eine Fortsetzung der Maßnahmen wollten die Ministerpräsidenten eigentlich erst am 25. Januar beraten. Doch laut dem Medienbericht will Merkel diese Gespräche mit den Ländern bereits auf die kommende Woche vorziehen. Einige Länderchefs forderten bereits drastischere Maßnahmen, etwa die Einstellung des Fernverkehrs, Ausgangssperren oder die komplette Schließung von Kitas und Schulen.

Corona in Hamburg: Bürgerschaft stellt Regeln zur Debatte

Update von Mittwoch, 13. Januar 2021, 8.10: Hamburg – Die strengen Corona-Regeln in Hamburg stehen heute noch einmal zur Diskussion: Mit einer Debatte in der Hamburger Bürgerschaft soll der verlängerte und verschärfte Lockdown noch einmal öffentlich erläutert werden. Änderungen an der Verordnung sind aber nicht zu erwarten. Die Debatte wurde von den Fraktionen einvernehmlich beantragt. Abgesehen von einzelnen Kritikpunkten stimmen die Parteien in ihrem groben Kurs überein.

In Hamburg gelten bis Ende Januar strenge Kontaktverbote. Als erstes Bundesland hatte die Hansestadt die Vereinbarung des Corona-Gipfels in der vergangenen Woche umgesetzt. Angesichts eines hohen Infektionsgeschehens sieht der Senat aktuell keinen Spielraum für schnelle Lockerungen. Jedoch wünschte sich die CDU-Fraktion bereits Ende des vergangenen Jahres mehr Mitspracherechte des Parlaments bei der Umsetzung der Maßnahmen. „Eine Regierungserklärung alle paar Wochen reicht nicht, um uns als Hamburgische Bürgerschaft vernünftig mit einzubinden“, kritisierte Unionsfraktionschef Dennis Thering.

Corona-Lockdown: Hamburg bleibt bei Regeln knallhart

Update von Montag, 11. Januar 2021, 8:15: Hamburg – Niedersachsen hat ein Einsehen und lockert die Kontaktregeln für Familien. Demnach dürfen in dem Bundesland Kinder bis drei Jahre bei Kontakten einer Betreuungsperson, etwa einem Elternteil, dabei sein. Eine Mutter mit Baby darf also die Großeltern besuchen oder mit einer anderen Mutter mit Baby spazieren gehen. In Hamburg jedoch wird diesbezüglich keine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das stellte der Senat noch einmal klar. Man folge diesbezüglich den Empfehlungen aus Expertenkreisen, so konsequent wie möglich Kontakte zu beschränken, teilte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche: 755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

In der Hansestadt gilt seit vergangenem Freitag, 8. Januar, ein harter Lockdown. Seitdem dürfen sich wegen des hohen Infektionsgeschehens Angehörige des eigenen Hausstandes nur noch mit einer weiteren Person treffen. Die Regel schließt Kinder grundsätzlich mit ein.

Corona-Regeln in Hamburg: Tschentscher appelliert an Bevölkerung

Update vom Donnerstag, 07. Januar 2021, 7.14 Uhr: Hamburg – Nach der Verlängerung des Lockdowns in Hamburg hat der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Einhaltung der verschärften Regeln angemahnt. „Wenn es irgendwie geht, keine Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts: Das ist der eigentliche Wunsch“, appellierte der Rathauschef an die Bürger nach einer Sondersitzung des Senats. Zuvor hatte das Kabinett die neuen Corona-Regeln für die Hansestadt beschlossen.

Am heutigen Donnerstag läuft die seit Dezember geltende Verordnung aus. Ab Freitag treten dann die schärferen Maßnahmen in Kraft. Wegen des hohen Infektionsgeschehens in der Hansestadt dürfen sich dann die Angehörigen eines Haushalts bis Ende Januar nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts treffen. Zuvor waren es fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten. Für Kinder gibt es anders als bisher keine Ausnahme mehr. Die Polizei werde die Einhaltung der Regeln verstärkt beobachten und wenn nötig auch durchsetzen, kündigte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) an.

Corona-Lockdown: Diese Regeln gelten jetzt in Hamburg

Update vom Mittwoch, 06. Januar 2021, 8.18 Uhr: Hamburg – Die Infektionszahlen in Hamburg bleiben hoch, daher will der Hamburger Senat am heutigen Mittwoch seine Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfen. Wie von Bund und Ländern am Dienstag vereinbart, soll der Lockdown um drei Wochen bis zum 31. Januar 2021 verlängert werden. „Es gibt keine Grundlage für Lockerungen. Im Gegenteil, wir müssen einige zusätzliche Maßnahmen ergreifen“, verteidigte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) das Vorgehen nach den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Die Regierungschefs vereinbarten bei ihrem Treffen, dass in einem Corona-Hotspot mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner der Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort eingeschränkt werden soll. Er hoffe, dass dieser Wert in Hamburg nicht erreicht werde, betonte Tschentscher. Aber man müsse nun extrem vorsichtig sein, um das Infektionsgeschehen nicht weiter in die Höhe zu treiben. Folgende Liste zeigt, welche Maßnahmen konkret beim Corona-Gipfel beschlossen worden sind:

  • Lockdown-Verlängerung: Alle Maßnahmen gelten grundsätzlich bis mindestens 31. Januar 2021.
  • Schulen und Kitas: Die in den einzelnen Ländern beschlossenen Maßnahmen bleiben bestehen. Für Hamburg heißt das: Die Präsenzpflicht in Schulen bleibt aufgehoben. Eine Notbetreuung in Kitas und Schulen wird aber angeboten.
  • Kontaktbeschränkungen: Treffen nur noch mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes möglich. Vorher waren fünf Personen aus zwei Haushalten möglich.
  • Bewegungsradius: Ab einer Inzidenz von 200 kann der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort herum beschränkt werden. Eine Ausnahme davon gilt bei Unternehmungen aus triftigem Grund.
  • Testpflicht: Einreisende nach Deutschland müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter ist als 48 Stunden.
  • Pflegeheime: Die Einhaltung der Testpflicht soll durch zusätzliches Personal gewährleistet werden.

Corona-Gipfel: Viele Streitthemen verzögern Beginn der Beratung

Update vom Dienstag, 05. Januar 2021, 13.50 Uhr: Berlin – Der ursprünglich für 11 Uhr angesetzte Corona-Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs konnte immer noch nicht beginnen. Grund hierfür sind verschiedene Streitthemen. Zunächst war der Beginn lediglich auf 13 Uhr verschoben worden. Laut Informationen der BILD, könne es jetzt immer noch zwei bis drei Stunden bis zur Video-Schalte dauern, 14 Uhr sei aber angekündigt. Die Gespräche im Vorfeld seien zu umfangreich.

Einigkeit soll es laut BILD bereits beim Thema Bewegungsradius geben. Ab einer Inzidenz von 200 Neuninfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, kann der Bewegungsradius der Menschen auf 15 km um den Wohnort herum beschränkt werden. Ein weiteres Streitthema dürfte weiterhin die Kita- und Schulschließung sein. Zu welcher Entscheidung die Politik hier kommt, ist bisher nicht durchgesickert.

Corona-Lockdown in Hamburg: Verlängerung bis Ende Januar fix

Update vom Montag, 04. Januar 2021, 13.45 Uhr: Hamburg – Der Lockdown in Deutschland soll verlängert werden. Auf diese grundsätzliche Linie haben sich die Ministerpräsidenten offenbar bereits einen Tag vor dem geplanten Corona-Gipfel im Bundeskanzleramt in Berlin verständigt, wie die Bild-Zeitung am Montag unter Berufung auf informierte Kreise berichtete. Demnach sollen die Beschränkungen, die ursprünglich bis zum 10. Januar 2021 gelten sollten, bis zum 31. Januar verlängert werden*.

Vom Hamburger Senat gab es bis zum Mittag dazu vorerst keine Stellungnahme. Es gilt aber als sicher, dass die Hansestadt grundsätzlich keinen Sonderweg einschlagen wird. Bislang verfolgte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stets einen rigorosen Corona-Kurs und lehnte eine Lockerung der Beschränkungen ab. Unklar blieb lediglich, inwieweit in Hamburg Kitas und Schulen offen bleiben. Hier verfolgen die Bundesländer teilweise eine unterschiedliche Position.

Corona in Hamburg: Tschentscher fordert Beweise in der Schuldebatte

Update vom Montag, 04. Januar 2021, 8.31 Uhr: Angesichts der weiterhin hohen Corona-Zahlen in Deutschland wird der Ruf nach einer pauschalen Schließung von Kitas und Schulen immer lauter. Doch Hamburg steht der Forderung weiterhin kritisch gegenüber. Einen Tag vor dem geplanten Corona-Gipfel im Kanzleramt verlangte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) von der Bundesregierung eine bessere Begründung für diesen Schritt. Der Bund müsse offenlegen, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage er eine pauschale Schließung befürworte, berichtete die Hamburger Morgenpost. Es sei bislang nicht ausreichend erklärt worden, wie andernfalls eine wesentliche Grundversorgung aufrechterhalten werden könne, so der SPD-Politiker.

Am Dienstag kommen die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin zu Beratungen zusammen. Dabei soll erörtert werden, wie es mit dem Lockdown weitergeht. Dass er verlängert wird, steht angesichts des Infektionsgeschehens außer Frage. Strittig ist nur, wie lange die Beschränkungen des öffentlichen Lebens verlängert werden. Vor allem die Schließung von Schulen und Kitas gilt dabei noch als Knackpunkt. Besonders die stark betroffenen Bundesländer wie Bayern und Sachsen sowie der Bund plädieren hier für einen rigorosen Kurs.

Am Montag signalisierte auch Schleswig-Holstein Zustimmung zu dieser Haltung.  „Angesichts des Infektionsgeschehens und der unsicheren Datenlage bin ich Schulöffnungen im Präsenzunterricht zum 11. Januar gegenüber sehr skeptisch“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Jetzt komme es darauf an, die Fortschritte des digitalen Lernens auszuschöpfen. Es sei richtig, dass auch Schulen einen Beitrag leisten müssen, wenn der Lockdown verlängert werde.

Corona-Lockdown in Hamburg: Verlängerung so gut wie sicher

Update vom Sonntag, 03. Januar 2021, 15.09 Uhr: Hamburg – Die deutschlandweiten gemeldeten Infektionszahlen des RKI sind noch immer hoch. Auch der Inzidenzwert liegt durchschnittliche in ganz Deutschland bei 140. Erst ab einem Wert von 50 scheint für Politiker eine Lockerung des Lockdowns sinnvoll. Bei einer Schaltkonferenz der Staatskanzlei-Chefs am Samstag schien der Ton einheitlich in Richtung Verlängerung zu gehen nach Informationen Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Strittig scheint dabei allerdings, wie lange der Lockdown zunächst verlängert werden soll. Vor allem die von Corona stärker betroffenen Bundesländer forderten in der Telefonkonferenz eine Verlängerung bis mindestens Ende Januar. Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher stimmte zu, dass die strengeren Regeln weiter gelten müssten. Er nannte aber keine Zeitspanne.

Außerdem gibt es Uneinigkeit bei der Öffnung von Kitas und Schulen. Hier scheint es einen Nord-Süd-Konflikt zu geben. Während Bayerns Söder lieber alles länger geschlossen hätte, möchte Hamburgs Tschentscher die Grundversorgung sicherstellen, also Ärzten und Krankenschwestern das Arbeiten ermöglichen während die Kinder in den Schulunterricht bzw. in den Kindergarten gehen. Für Schulen könnten außerdem die Winterferien vorgezogen werden.

Der Deutsche Lehrerverband und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin veröffentlichten einen gemeinsamen Appell, in dem es hieß: „Den Vorschlag, die Weihnachtsferien bis Ende Januar zu verlängern und dafür die Sommerferien zu verkürzen, lehnen beide Dachverbände ab.“

Corona-Lockdown-News für Hamburg: Geht es in die Verlängerung?

Update vom Samstag, 2. Januar 2021, 11.55 Uhr: Hamburg – Wird der Lockdown in Hamburg verlängert oder nicht? Über die deutschlandweiten Regelungen entscheidet die Bundesregierung am Dienstag, 5. Januar 2021. Kurz darauf ist mit einer Entscheidung des Hamburger Senats zur Umsetzung der Lockdown-Bestimmungen in Hamburg zu rechnen. Was spricht für und was gegen eine Verlängerung?

Pro Lockdown: Das Gesundheitssystem ist an seinen Grenzen. Ärzte und Pflegekräfte könnten eine Atempause gebrauchen. Das sagte Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bunds (Gewerkschaft für Ärzte) gegenüber der Funke-Mediengruppe. Zudem sollte das Infektionsrisiko gesengt werden, damit auch Risikogruppen am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Contra Lockdown: Die Wirtschaft leidet. Bisherigen Millionenhilfen scheinen nicht anzukommen. Darüber moniert Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des deutschen Handelsverbands HDE nach Angaben des NDR: „Bundesfinanzminister Scholz kündigt zwar immer Milliardenhilfen an, tatsächlich kommen die Hilfen aber nicht zur Auszahlung, weil die Zugangshürden viel zu hoch sind.“ Außerdem: Die Bildung. Kinder haben eine Recht auf Bildung und sollte daher nicht allzuviel Schulunterricht verpassen.

Bundesgesundheitminister Jens Spahn (CDU) sagte bereits, dass er eine Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nach dem 10. Januar für unrealistisch halte. Auch die Bild berichtete, eine Verlängerung des Lockdowns sei bereits heimlich beschlossen. Die Informationen hatte das Boulevard-journalistische Blatt aus einer Videokonferenz mit Helge Braun (Kanzleramtschef) und den Führungskräften der Länder-Staatskanzleien.

Corona-Lockdown in Hamburg: Tschentscher mit Neujahrsgruß

Update vom Freitag, 1. Januar 2021, 12.40 Uhr: Hamburg – In seinem Neujahrsgruß bedauert Hamburg Erster Bürgermeister Peter Tschentscher zwar, dass der traditionelle Neujahrsempfang im Rathaus nicht stattfinden kann, da dieses weiterhin für Besucher gesperrt ist. Danach bedankt er sich allerdings nur noch für die Glückwünsche und wünscht den Hamburgerinnen und Hamburgern „ein gutes neues Jahr“.

Es fällt kein Wort zum Lockdown oder zu den Verfehlungen der Silvesternacht. Kein Kommentar zur Arbeit der Polizei oder der Feuerwehr. „Gut“ soll das neue Jahr werden, nicht froh oder fröhlich. Man gibt sich nach dem Corona-Jahr 2020 wohl mit dem zufrieden, was man kriegen kann. Die offiziellen Corona-Regeln, ob der Lockdown wie geplant zu Ende geht und wie die Silvesternacht mit Böllerverbot in Hamburg lief ‒ von all dem kein Wort.

Corona-Lockdown in Hamburg: Tschentscher mit Silvester-Appell

Update vom Dienstag, 29. Dezember 2020, 09.30 Uhr: Hamburg – Dass die Corona-Zahlen in Hamburg seit ein paar Tagen sinken ist noch lange kein Grund zum Aufatmen. Die rückläufigen Zahlen sind vermutlich dem geschuldet, dass über die Feiertage deutlich weniger getestet worden ist. Ob die Zahl der Neuinfektion auch nach den Weihnachtsfeierlichkeiten tatsächlich heruntergeht wird man erst Anfang Januar abschließend sagen können.

Unterdessen meldete sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher noch einmal auf Twitter zu Wort. In dem Post appellierte er noch mal an alle Hamburger ihre Kontakte vor dem Jahreswechsel und zu Silvester deutlich einzuschränken. Auch wenn es schwerfalle, bitte er „alle Hamburgerinnen und Hamburger, in diesem Jahr einen ruhigen Silvesterabend zu planen und die Kontakte zu anderen so weit wie möglich einzuschränken“. Außerdem wies er auf die Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts hin, nach welcher das Böllern in Hamburg dieses Jahr verboten bleibt.

Corona-Lockdown in Hamburg: Weihnachtsansprache – Tschentscher sagt Danke

Update vom Mittwoch, 23. Dezember 2020, 14.30 Uhr: Hamburg – In seiner Weihnachtsansprache hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sich bei allen Hamburgern bedankt, „die daran mitwirken die Pandemie zu überstehen“. Insbesondere erwähnte er Verkäufer und Angestellte im Gesundheitswesen, aber auch Polizei und Feuerwehr. Ein schwieriges Jahr läge hinter den Hamburgern. Aber „Corona hat auch gezeigt, dass wir in Hamburg zusammenstehen“, sagte er.

Peter Tschentscher dankte in seiner Weihnachtsansprache allen Hamburgern (24hamburg.de-Montage)

Vor den Feiertagen appellierte er noch mal an alle Hamburger ihren Kontaktkreis über Weihnachten und an Silvester möglichst klein zuhalten. Und: blickte zuversichtlich in die Zukunft. Er sei sich sicher, dass „unsere Stadt nach Corona wieder so aussehen wird, wie viele sie kennen“, so Tschentscher. Bis dahin werde es allerdings noch etwas dauern. In diesem Jahr werde auch er zum ersten Mal seit vielen Jahren mit seiner Frau alleine zu Hause Weihnachten feiern.

Corona-Lockdown in Hamburg: Testpflicht für Pflegeheim-Besucher

Update vom Mittwoch, 23. Dezember 2020, 11.50 Uhr: Hamburg – Der Hamburger Senat hat eine weitere Regel-Verschärfung beschlossen. Ab sofort brauchen Alten- und Pflegeheimbesucher einen negativen Coronatest. Das Testergebnis, das in schriftlicher oder elektronischer Form vorliegen kann, muss den Anforderungen des RKI entsprechen und vor Einlass in die Pflegeeinrichtung vorlegt werden. Wir haben eine Übersicht aller Testmöglichkeiten in Hamburg für Sie zusammengestellt.

Stadt in Deutschland: Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Es werden sowohl POC-Antigen-Schnelltests, die nicht älter als 48 Stunden sind, als auch PCR-Tests, die nicht älter als drei Tage sind, akzeptiert. Außerdem können Besucher Schnelltests unmittelbar vor dem Betreten des Alten- oder Pflegeheims machen. Über Weihnachten und bis zum 28. Dezember gilt eine Ausnahmeregelung. In Notfällen und wenn tatsächlich gar kein Test möglich war, dürfen Besucher aufgrund der Kurzfristigkeit auch ohne Tests eintreten. Allerdings muss dann dauerhaft eine FFP2-Maske getragen und Abstand gehalten werden.

Corona-Lockdown in Hamburg: Click and Collect – so gut wird es genutzt

Update vom Dienstag, 22. Dezember 2020, 14.30 Uhr: Hamburg – Seit rund einer Woche befindet sich die Stadt im erneuten Corona-Lockdown. Die Schließung des kompletten Einzelhandels, ausgenommen die Geschäfte des täglichen Bedarfs, machte vielen Menschen Sorgen. Insbesondere deshalb, weil der Lockdown mitten in die Vorweihnachtszeit fällt, in welcher üblicherweise die meisten Menschen ihre Weihnachtsgeschenke kaufen. Der Hamburger Senat hat deshalb das sogenannte „Click & Collect“-Shopping erlaubt, um Unternehmen und Kunden in diesen Zeiten zu helfen.

Das heißt: Kunden können ihre Waren online oder telefonisch bestellen und dann im Laden abholen. Jetzt gibt es ein erstes Fazit zu dieser Methode. In der Hamburger Morgenpost sagte eine Sprecherin von Media Markt Saturn Deutschland, dass das Angebot aktuell gut angenommen werde. Und auch der Handelsverband Nord stimmte dem laut Bericht zu. Sagte jedoch: „Es ist aber klar, dass diese Umsätze nicht ausreichen“. Ein richtiger Ersatz für das Weihnachtsgeschäft ist es also nicht. Aber in diesen schweren Zeiten wenigstens eine Alternative. Hier finden Sie eine gute Übersicht über die Geschäfte, die Click & Collect anbieten.

Corona-Lockdown in Hamburg: Noch immer viele Kinder in Kitas

Update vom 18. Dezember 2020, 08.55 Uhr: Hamburg – Seit 16. Dezember 2020 befindet sich Hamburg wieder im Corona-Lockdown. Während Läden und andere Unternehmen schließen und Betriebe in die Ferien gehen, sind Hamburgs Kitas weiterhin recht gut besucht. Aktuell gehen noch rund 42 Prozent aller Kinder in die Kindertagesstätten. Das sagte Sozialsenatorin Melania Leonhard im Interview mit der Deutschen-Presse Agentur.

Damit ist die Quote um einiges höher als an den Schulen. Wie 24hamburg.de berichtete, gehen aktuell nur 15,3 Prozent aller Grundschüler2 Prozent aller Gymnasiasten und 4,2 Prozent der Stadtteilschüler in die Schule. Leonhard betonte deshalb noch einmal die Wichtigkeit der vorschulischen Betreuung: „Ein Grundschüler kann auch mal eben zur Nachbarin“, sagte sie. Das sei bei Kleinkindern nicht möglich. Trotzdem appellierte die Senatorin noch einmal an alle Eltern ihre Kinder, wenn immer möglich zu Hause zu betreuen.

Seit 16. Dezember befindet sich Hamburg wieder im Lockdown. (24hamburg.de-Montage)

Corona-Lockdown in Hamburg: Regel-Lücke ab Mittwoch

Update vom 15. Dezember 2020, 14.58 Uhr: Wegen der Ausbreitung der Corona-Pandemie sind ab Mittwoch, 16. Dezember, in der Hansestadt Hamburg sämtliche Läden oder Baumärkte zu. Allerdings darf man bei den Geschäften künftig noch Ware abholen, die vorbestellt wurde. Diese kleine Ausnahme genehmigte der Senat in seiner Sitzung. Neben zahlreichen Finanz- und Überbrückungshilfen wolle man dem Einzelhandel unter den gegebenen Bedingungen weitere Unterstützung zusichern, sagten Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) während der anschließenden Pressekonferenz.

Bei dem Prinzip „Click & Collect“ können Kunden im Internet Waren bei den Händlern vorbestellen. Bezahlt werden muss dann vorher oder vor der Ladentür. Als Beispiele nannten die beiden Senatoren die Möglichkeit, vorbestellte Fahrräder oder Bücher abzuholen. Nach wie vor ist das Infektionsgeschehen in Hamburg hoch. Am Dienstag wurden in der Hansestadt 279 neue Corona-Fälle gemeldet. Der Senat reagiert deshalb mit einem harten Lockdown des öffentlichen Lebens.

Corona-Lockdown in Hamburg: Diese Regeln gelten ab Mittwoch

Update vom 14. Dezember 2020, 9.23 Uhr: Ab Mittwoch, 16. Dezember, der harte Lockdown in Hamburg. Nach dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen. Bereits im Anschluss hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher deutlich gemacht: Er will die Regeln der Bundesempfehlung mitgehen. Doch was gilt jetzt in der Hansestadt? Ein Überblick über die neuen Regeln:

  • Kontaktbeschränkungen: Weiterhin gilt, dass private Zusammenkünfte mit Freunden und Verwandten aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt auf maximal fünf Personen beschränkt ist. Die Maßnahme gilt seit dem 1. Dezember und bleibt vorerst bis zum 10. Januar 2021 in Kraft.
  • Familienregel zum Weihnachtsfest: Zu Weihnachten gilt für die Kontaktbeschränkung eine Ausnahme. Vom 24. bis 26. Dezember 2020 sind Familienzusammenkünfte im „privaten Wohnbereich von Angehörigen eines gemeinsamen Haushalts mit Familienangehörigen und deren Haushaltsangehörigen mit insgesamt bis zu vier zusätzlichen Personen aus weiteren Haushalten zulässig, wobei deren Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht mitgerechnet werden“, erläutert hamburg.de
  • Silvester und Neujahr: Keine Ausnahme der Kontaktbeschränkungen gibt es über Silvester. Die Familienregel wurde nicht auf die Feier ins neue Jahr übertragen. Zusätzlich gilt am 31. Dezember 2020 und am 21. Dezember 2021 ein An- und Versammlungsverbot. Auch ist jegliches Feuerwerk verboten.
  • Einzelhandel und Gastronomie: Ab Mittwoch, 16. Dezember, muss nun doch der Einzelhandel schließen. Geöffnet bleiben lediglich Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte, Apotheken und Geschäfte zur gesundheitlichen Versorgung, wie etwa Optiker und Hörgeräteakustiker. Zudem bleiben offen: Poststellen, Waschsalons, Tankstellen, Auto- und Fahrradwerkstätten sowie der Weihnachtsbaumverkauf. 
  • Friseursalons, Fitnesstudios und Co.: Friseursalons, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen über den harten Lockdown dicht machen. Auch in der Kategorie „körpernahe Dienstleistungen“ gibt es aber Ausnahmen im Lockdown. So soll auch hier medizinisch notwendige Behandlungen weiterhin möglich sein. Demnach dürfen Physio-, Ergo- und Logotherapien oder Podologie weiter durchgeführt werden.
  • Schulen und Kindertagesbetreuung: Ab Mittwoch, 16. Dezember 2020, ist die Anwesenheitspflicht an Hamburger Schulen grundsätzlich aufgehoben. Vorerst bis zum 10. Januar 2021. Der Unterricht soll durch alternative schulische Angebote ersetzt werden – also nicht gänzlich ausfallen. Die Schulen bleiben jedoch weiterhin bis zu den Weihnachtsferien offen. Eltern entscheiden ab Mittwoch, ob ihre Kinder in der Schule oder zu Hause lernen sollen. Für Prüfungssituationen gilt weiterhin Anwesenheitspflicht.

Corona-Lockdown in Hamburg: Tschentscher spricht über Lockdown-Verschärfungen 

Stellt die Corona-Regeln auf den Prüfstand: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Update vom 13. Dezember 2020, 13.29 Uhr: Inzwischen hat sich auch Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher aus dem Rathaus gemeldet. In einer Pressekonferenz sagte er: „Wir haben uns dazu entschlossen die Wochen über Weihnachten und Silvester (...) für eine stärkere Bekämpfung der Infektionsausbreitung zu nutzen“. Auch er betonte, dass die Einigung mit den Ministerpräsidenten heute sehr schnell erfolgt sei. Danach ging er auf die Regeln des neuen Corona-Lockdowns ein. Diese decken sich mit den Regelungen von Bundeskanzlerin Merkel. Tschentscher betonte, dass er für eine noch frühere Schließung gewesen sei, einige Länder dies aber nicht mittragen wollten. Aufgrund der „notwendigen Einheitlichkeit beginnt diese Maßnahme nun ab Mittwoch“, sagte er.

Peter Tschentscher appellierte in seiner Rede noch einmal an alle Hamburger: „Ich möchte Sie bitten die Regeln, die wir jetzt beschlossen haben, zu befolgen und ernst zu nehmen. Insbesondere, dass Sie in den verbleibenden beiden Tagen vor dem Lockdown auch nur die notwendigsten Dinge erledigen, damit wir nicht zu einer Black-Friday-Situation kommen“. Er wisse, dass eine besondere und schwierige Zeit auf alle Hamburger zu komme, betonte aber erneut die Notwendigkeit der Regel-Verschärfung.

Corona-Lockdown: Deutschlandweite Verschärfungen kommen

Update vom 13. Dezember 2020, 12.10 Uhr: Berlin Angela Merkel, Markus Söder, Michael Müller und Olaf Scholz haben die neuen Verschärfungen des Corona-Lockdowns offiziell vorgestellt. Erst heute Morgen kamen die Länderchefs mit der Bundeskanzlerin zusammen. Die Einigung erfolgte nach Angaben von Merkel sehr schnell. Zu den neuen Regeln zählt vor allem die Schließung aller Geschäfte, bis auf die des täglichen Bedarfs. Außerdem dürfen keine körpernahen Dienstleistungen mehr angeboten. Schulen und Kitas können geöffnet bleiben. Allerdings sollen Eltern ihre Kinder, wenn immer möglich, zu Hause behalten. Die Regeln sollen zunächst bis 10. Januar 2021 gelten. Könnten danach aber verlängert werden. Neue Regeln gibt es auch für Silvester.

Corona-Lockdown: Senat berät vor Gipfel mit Merkel über härtere Regeln

Update vom Donnerstag, 10. Dezember 2020, 10.15 Uhr: Hamburg — Wie die Entwicklung in Hamburg mit den Corona-Beschränkungen weitergehen könnte, zeigt ein Blick nach Niedersachsen: Dort werden die für Weihnachten und den Jahreswechsel angedachten Lockerungen zurückgenommen. Das kündigte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Landtag in Hannover an. Demnach sollen die geltenden Kontaktbeschränkungen auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten nur vom 24. bis zum 26. Dezember auf zehn Verwandte zuzüglich von Kindern unter 14 Jahren ausgeweitet werden.

Update vom 10. Dezember 2020, 8:30 Uhr: Hamburg — Noch hält sich der Hamburger Senat bedeckt, aber weitere Einschnitte in der Hansestadt stehen offenbar ins Haus. „Ich glaube schon, dass wir nach Weihnachten zu schärferen Maßnahmen kommen werden“, sagte die Stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) im NDR-Fernsehen. „Wir haben durch den leichten Lockdown keine Trendwende erreicht. Wir müssen da jetzt auf jeden Fall noch was tun“, so Fegebank. Wie die Grünen-Politikerin betonte, habe die Wissenschaft klare Empfehlungen gegeben — und bei den bisherigen Entscheidungen habe sich der Senat immer an den Ratschlägen der Wissenschaft orientiert. Eine Lockerung der Corona-Regeln über den Jahreswechsel, wie er zunächst geplant gewesen sei, halte sie wegen der steigenden Infektionszahlen für unwahrscheinlich, so Fegebank.

Corona in Hamburg: Ausschankverbot könnte nur der Anfang für neue Verschärfungen sein

Erstmeldung vom 9. Dezember, 15.29 Uhr: Hamburg – Wegen der Corona-Pandemie müssen sich die Hamburger möglicherweise auf harte Einschnitte einstellen. In einem ersten Schritt verschärfte die Hansestadt Hamburg am Mittwoch die Regeln für den Außer-Haus-Verkauf von Alkohol. So dürfen ab sofort Kiosk-, Bar- oder Ladenbesitzer keine Getränke wie Bier, Wein, Schnaps oder Glühwein verkaufen, wenn sie für den „unmittelbaren Verzehr“ in Bechern, Gläsern oder Einweggetränkebechern bestimmt sind, wie es in einer Mitteilung des Senats hieß. Das Verkaufsverbot, das keine geschlossenen Flaschen oder Dosen beinhaltet, gilt tagsüber wie nachts auf dem kompletten Stadtgebiet. Über weitere Verschärfungen der Regeln will der Senat nach Angaben seines Sprechers in der kommenden Woche entscheiden.

Mit dem Ausschankverbot reagiert der Senat auf das anhaltend hohe Infektionsgeschehen, das nach wie vor in Hamburg zu beobachten ist. Am Mittwoch waren in der Stadt 333 neue Fälle registriert worden. Um die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, hatte die Stadt zunächst den Verkauf von „Glühwein to Go“ an belebten Plätzen in den Bezirken Nord und in Altona am Nachmittag unterbunden.

Corona-Regeln in Hamburg: Senat denkt über Verschärfung nach

Trotz eines flächendeckenden Verbots aller Weihnachtsmärkte war es in Ottensen oder Winterhude an einzelnen Verkaufsständen immer wieder zu größeren Menschenansammlungen gekommen. Eindringliche Appelle von Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), alle Kontakte so weit wie möglich einzuschränken, verhallten vielerorts ungehört – weshalb der Senat sich jetzt zum Durchgreifen entschloss. Leider sinke mit zunehmenden Alkoholkonsum die Bereitschaft, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten, begründete der Senat die Maßnahme.

Denkt über schärfere Corona-Regeln nach: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (Fotomontage: 24hamburg.de)

Insgesamt sollen die für Hamburg geltenden Corona-Regeln noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden. In der kommenden Woche will der Senat über eine erneute Verschärfung des Maßnahmenpakets diskutieren. Insbesondere die angedachten Lockerungen der Kontaktregeln zu Weihnachten und Silvester könnten noch einmal zurückgedreht werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir hier nicht großzügiger werden können, sondern strenger werden müssen“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer der dpa.

Bislang gelten in der Hansestadt eine scharfe Kontaktbeschränkungen und eine strenge Maskenpflicht. Seit dem 1. Dezember dürfen sich demnach maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es bislang nur für Weihnachten und Silvester. Dann können sich maximal zehn Personen aus vier Haushalten für eine private Feier zusammenfinden. Möglicherweise nimmt der Senat diese Lockerung spätestens für die Zeit nach Weihnachten wieder zurück. Erste Überlegungen dazu gebe es bereits im Rathaus. Die nächsten 72 Stunden seien für die Entscheidung sehr entscheidend , berichtet der NDR unter Berufung auf Senatsmitarbeiter.

Verschärfte Maßnahmen: Sachsen prescht vor – Zieht Hamburg nach?

Möglicherweise kann es darüber hinaus auch noch schärfere Regelungen nach Weihnachten geben. Einige Bundesländer sind bereits vorgeprescht. So hat Sachsen bereits die Schließung von vielen Geschäften, Schulen und Kitas ab kommenden Montag angekündigt. Ziehen Hamburg und andere Bundesländer jetzt also nach?

Der Hamburger Senat will dem Vernehmen nach zunächst den nächsten Corona-Gipfel im Kanzleramt abwarten. Noch in dieser Woche wollen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammenkommen. Bislang war ein Treffen erst für den 4. Januar 2021 geplant. Doch angesichts der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen sollen die Beratungen vorgezogen werden.

Im direkten Vergleich der Bundesländer steht Hamburg noch relativ gut da. „Wir liegen in Hamburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt“, sagte Senatssprecher Schweitzer. Das sei im Grunde gut, aber das Ziel müsse es sein, den wichtigen Inzidenzwert unter die Marke von 50 zu drücken. Davon sei man derzeit noch weit entfernt. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Hamburg dem Beispiel anderer Länder folgt und die Corona-Zügel anzieht. Bislang hat die Hansestadt stets die Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Runde übernommen. * 24hamburg.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa & Daniel Bockwoldt/dpa

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