Schwere Covid-Verläufe

Vierte Corona-Welle: So gefährlich ist sie für unsere Kinder

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Hamburg steckt in der vierten Corona-Welle. Viele Infizierte sind Kinder. Wie gefährlich wird das Virus für Jüngere? Drohen schwere Verläufe? Experten-Meinungen.

Hamburg – Die Corona-Zahlen in der Hansestadt Hamburg liegen seit Wochen zwischen 80 und 90. Die vierte Welle läuft. Die größte Inzidenz weisen Kinder der Altersgruppe zwischen sechs und vierzehn Jahren auf – der Wert beträgt hier 247. Direkt dahinter reihen sich die Fünfzehn- bis Neunzehn-Jährigen ein. Ist die Delta-Variante also besonders ansteckend unter Kindern? Und wie gefährlich wird eine Infektion für die meisten?

Virus:Coronavirus
Krankheitserreger:SARS-Cov-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Vorkommen:Weltweit

Coronavirus: Ist die Delta-Variante der vierten Welle ansteckender unter Kindern?

Wie das RKI dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mitteilte, haben sich die Infektionszahlen bei den Fünf- bis Vierzehnjährigen in der vergangenen Woche noch einmal mehr als verdoppelt. Dass die mittlerweile in Deutschland vorherrschende Delta-Variante sich vor allem unter Kindern stark verbreitet, kann der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) gegenüber dem RND aber nicht bestätigen.

Corona für Kinder: Wie gefährlich ist die Delta-Variante wirklich? (24hamburg.de-Montage)

„Wir sehen durch Abstriche zwar etwas vermehrt Corona-Fälle bei Kindern und Jugendlichen. Es sind jedoch keine gehäuften Krankheitsraten oder mehr schwere Verläufe festzustellen“, erklärte Verbandssprecher Jakob Maske dazu. Der Grund für die extrem hohen Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen sei stattdessen ganz einfach zu erklären: „Kinder und Jugendliche sind die einzigen, die mehrmals pro Woche getestet werden. Und durch diese regelmäßigen Testungen werden auch mehr Corona-Erkrankungen erkannt“, sagt Maske.

Corona bei Kindern: Wie gefährlich ist die Delta-Variante wirklich?

Aber wie gefährlich ist eine Ansteckung der Kinder mit der Delta-Variante des Coronavirus wirklich? Immerhin gibt es für Kinder unter zwölf Jahren nach wie vor keine Impfstoff-Empfehlung. Und auch die Empfehlung für Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren hat nach dem Hin und Her der STIKO noch längst nicht alle Eltern überzeugt.

Delta stellt aus medizinischer Sicht keine größere Gefahr für Kinder dar.

Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte in der Apotheken Umschau.

„Diese Gruppe wird früher oder später eine Infektion durchmachen, das können wir trotz der Schutzmaßnahmen nicht verhindern“, stellt auch Maske im Gespräch mit dem RND klar. Allerdings gebe es in dieser Altersgruppe nur selten wirklich schwere Corona-Verläufe. „An Covid-19 schwer erkrankte Säuglinge und Kleinkinder sind in Deutschland eine Seltenheit“, macht auch Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Uniklinik Leipzig im Gespräch mit der Apotheken Umschau deutlich.

Corona bei Kindern: Diese Beschwerden erwartet Kinder und Jugendliche bei einer Infektion

Die allermeisten Corona-Infektionen bei Kindern verlaufen also mild. Zu den häufigsten Symptomen zählen Husten, Schnupfen und Fieber. Dazu kommen allerdings auch Beschwerden wie Durchfall sowie der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Häufig klingen die schwachen Symptome bei Kindern nach wenigen Tagen wieder ab. Auch das sogenannte Long Covid, also Spätfolgen der Corona-Infektion, sollen bei Kindern laut derzeitigem Erkenntnisstand seltener vorkommen.

Warum Kinder weniger häufig unter schweren Corona-Verläufen leiden, ist derzeit in der Wissenschaft noch umstritten. Einige sagen, dass Kinder generell gesünder seien und weniger an gefährlichen Vorerkrankungen leiden, die einen schweren Verlauf begünstigen würden. Andere glauben jedoch, dass das kindliche Immunsystem die Kinder vor einer schweren Erkrankung bewahrt – wie auch eine aktuelle Studie zeigt. Warum Kinder trotzdem fordern: Lasst euch Impfen.*24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow

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