Verzerrte Zahlen

Corona-Schnelltests: Falsche Test-Ergebnisse! Hamburger Senat warnt

  • Yannick Hanke
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Der Hamburger Senat warnt. Viele Test-Ergebnisse von Corona-Schnelltests seien falsch, heißt es. Was bedeutet das für die Inzidenz in der Stadt?

Hamburg – Es hat bundesweit die Runde gemacht, dass Corona-Schnelltests als weniger zuverlässig als PCR-Tests gelten. Die große Befürchtung: Infizierte, die aber negativ getestet worden, wiegen sich in falscher Sicherheit. Dass Angst in diesem Kontext oftmals auch zu Unrecht verbreitet wird, zeigt nun ein Bericht des Hamburger Senats.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:\tPeter Tschentscher (SPD)

Corona-Schnelltests: Hamburger Senat sieht falsche Ergebnisse – ein Drittel der Zahlen nicht valide

Nach einer ersten Bilanz der Landesregierung der Freien und Hansestadt Hamburg geben Corona-Schnelltests oft falschen Alarm. Der Hamburger Senat berichtet von 2035 positiven Schnelltestergebnisse, die im Zeitraum vom 22. März 2021 bis zum 11. April 2021 bei den Gesundheitsämtern gemeldet worden. Die darauffolgenden PCR-Tests hätten jedoch lediglich 68,5 Prozent der Fälle bestätigt. Was wohl Hamburgs Innensenator Andy Grote dazu sagt?

Die Ergebnisse von Corona-Schnelltests sind oftmals falsch – sagt der Hamburger Senat, hier repräsentativ durch Innensenator Andy Grote vertreten. (24hamburg.de-Montage)

„Somit lag die Rate der falsch positiven Schnelltestergebnisse bei 31,5 Prozent“, zitiert die dpa den Hamburger Senat. Bedeutet also, dass fast ein Drittel der positiven Schnelltest-Ergebnisse falsch sind. Zur Einordnung: In Hamburg werden inzwischen mehrere hunderttausend Schnelltests durchgeführt. Eine konkrete Zahl vermag der Senat aber nicht zu nennen – und weiß dies auch zu erklären.

Hamburger Senat soll transparenter arbeiten – und verliert Überblick über Corona-Schnelltests

„Ein vollständiges Monitoring aller in der Stadt durchgeführten Schnelltests über die Testzentren hinaus ist aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen auch privatwirtschaftlichen und anderen Bereichen, die diese Tests durchführen, nicht umsetzbar“. Dennoch sei sichergestellt, dass positive Testergebnisse den Gesundheitsämtern aus allen Bereichen zur Verfügung gestellt werden. Derweil kam in Friesland ein Impfskandal an Licht.* Dort verabreichte eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuz Kochsalzlösungen, anstatt des Biontech-Impfstoffes.

Längst ist die Forderung publik geworden, wöchentlich detaillierter über das Testgeschehen zu berichten. Mit diesem Anliegen richtet sich Andreas Grutzeck, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, konkret an den Hamburger Senat. Es gehe ihm nicht zuletzt um Angaben zur Zahl der Schnelltests sowie PCR-Tests.

Robert Koch-Institut erklärt Aussagekraft von Corona-Schnelltests

„Natürlich geht mit der Pandemie eine große Verunsicherung der Bürger einher. Umso wichtiger ist es, dass der Senat durch klare Kommunikation Sachverhalte erklärt“, betont CDU-Politiker Grutzeck. Übrigens: Das Robert Koch-Institut (RKI) weist bereits seit längerer Zeit auf die Problematik hin.

Gemeint ist, dass die Aussagekraft von Antigen-Schnelltests sehr stark vom Anteil der Infizierten unter den getesteten Personen abhängt. Das Robert Koch-Institut skizziert auch ein Beispiel: Lassen sich sehr viele Menschen auf das Coronavirus testen und nur wenige von ihnen sind positiv, kann es zu statistischen Verzerrungen kommen. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa & Sebastian Gollnow/dpa

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