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Corona-Medikament ganz einfach online: Dubioses Angebot des umstrittenen Dr. Ansay

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Von: Elias Bartl

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Der umstrittene Hamburger Anwalt Dr. Ansay bietet online neben AU-Scheinen und Gratis-Zertifikaten nun auch das Corona-Medikament „Molnupiravir“ an. Ist das legal?

Hamburg – Bereits in den letzten Wochen und Monaten machte der Hamburger Anwalt Dr. Can Ansay immer wieder Schlagzeilen. So bot der Dr. Ansay mit seinem Onlineservice gratis Coronatests an. Beziehungsweise das passende Zertifikat dazu: Wer sich einen Selbsttest kauft, kann sich alleine zu Hause testen und dann bei Dr. Ansay online ein Zertifikat für das Ergebnis bekommen.

Berühmt wurde Dr. Ansay mit Gratis-Corona-Tests – der „Bürger-Test“ gilt aber gar nicht

Die Sozialbehörde stellte allerdings bereits klar, dass die Nachweise der Hamburger Firma nicht im Rahmen der 3G-Regel genutzt werden können. Wer sich nicht ordnungsgemäß an einer Teststelle testen lässt und nicht geimpft oder genesen ist, hat somit zu Restaurants und Co. keinen Zutritt. Wer es trotzdem mit einem Zertifikat von Dr. Ansay versucht, riskiert ein Bußgeld von 300 Euro.

Online-Arzt mit Sitz in Pakistan: Das System von Dr. Ansay

Das Konzept hinter der Website Dr. Ansay, welche ihren offiziellen Sitz in Pakistan hat, ist nicht sofort zu durchschauen, scheint aber dann doch einfach. Ärzte können sich online registrieren und bekommen dann über die Website Patienten vermittelt, die beispielsweise ein Rezept oder eine Krankschreibung benötigen. Versprochen wird den Ärzten ein Umsatz von über 200 Euro pro Stunde und über 5.000 Euro im Monat zusätzlich durch die Abrechnung der Leistungen bei den Krankenkassen.

Coronapille verschrieben bekommen: Online-Plattform Dr. Ansay wirbt mit Corona-Medikament

Im neusten Newsletter von Dr. Ansay wird nun auch mit der Überschrift „Was dir Staat und Medien verschweigen“ für ein Medikament geworben, welches als „Wunderpille“ gegen Corona gelten soll. Was dabei verschwiegen wird: Für das Medikament gibt es in Deutschland bisher gar keine vollständige Zulassung.

Eine Illustration mit dem Schriftzug Covid-19 und einer Hand, die eine Pille hält. (Symbolbild)
(Symbolbild) © Jakub Porzycki/Imago

Um dennoch an das umstrittene Medikament zu gelangen, muss man laut Dr. Ansay lediglich über 17 Jahre alt sein, sollte zu einer Risikogruppe gehören, darf nicht schwanger sein und muss im Videochat mit einem Arzt einen positiven Schnelltest vorzeigen. Das Verfahren klingt ungewöhnlich, gar dubios – aber diese Praxis ist tatsächlich legal.

Corona-Medikament ersetzt keine Impfung: Experten warnen – Dr. Ansay nicht

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Laut Studien soll „Molnupiravir“ helfen, schwere Verläufe um bis zu 30 Prozent zu reduzieren, indem der Wirkstoff verhindert, dass sich die Coronavieren im Körper vermehren. Experten warnen aber trotzdem, dass die Pille eine Impfung nicht ersetzt. Man sollte sich nicht alleine auf das Medikament verlassen und sich dennoch regelmäßig boostern lassen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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