1. 24hamburg
  2. Hamburg

Maskenpflicht-Abzocke: Polizei bittet zur Kasse

Erstellt:

Von: Natalie-Margaux Rahimi

Kommentare

In Hamburg gibt es zur Corona-Eindämmung an beliebten Plätzen die sogenannten Maskenpflicht-Zonen. Aktuell menschenleer – abkassiert wird trotzdem.

Hamburg – Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens wurden Ende letzten Jahres in der Hansestadt Maskenpflicht-Zonen eingeführt. Auf diesen Plätzen oder Straßen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht. Sinn dahinter war, dass sich die Menschen an Orten, an denen besonders viele Menschen zusammenkommen und kein Abstand eingehalten werden kann, noch besser schützen. Aktuell ist Hamburg verschneit und bitterkalt, das sorgt zusammen mit dem anhaltenden Lockdown dafür, dass auf diesen Plätzen und Straßen aber kaum Menschen unterwegs sind. Trotzdem kontrolliert die Polizei dort die Einhaltung der Maskenpflicht. Richtiges Vorgehen oder Willkür?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Corona in Hamburg: Polizei kassiert ab – Bußgeldkatalog im Auge behalten

Auch wenn derzeit nicht viel los ist auf Hamburgs Straßen: Die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten weiter. Unter anderem heißt es in Paragraf 3 der Hamburgischen Eindämmungsverordnung und dem dazugehörigen Bußgeldkatalog, dass im öffentlichen Raum ein Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander gehalten werden muss. Zuwiderhandlungen werden laut Bußgeldkatalog mit einer Geldbuße von 150 Euro bestraft.

Zwei Polizisten kontrollieren die Maskenpflicht-Zone in der Hamburger Innenstadt.
Die Polizei kontrolliert trotz menschenleerer Straßen die Einhaltung der Maskenpflicht in Hamburg. (24hamburg.de-Montage) © Chris Emil Janßen/imago images

Im Paragraf 10 des Bußgeldkatalogs finden sich dann die Regelungen zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Das gilt nur auf bestimmten Plätzen zu bestimmten Tageszeiten eine Maskenpflicht. So beispielsweise rund die Mönckebergstraße, die Spitalerstraße und die Steinstraße in der Hamburger Innenstadt. Hier muss montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr eine Maske getragen werden. Am Hauptbahnhof sogar von 8 bis 22 Uhr. Wer ohne Maske unterwegs ist, muss ebenfalls 150 Euro blechen. In Geschäften und dem HVV ist seit ein paar Wochen sogar das Tragen von sogenannten medizinischen Masken Pflicht.

Paragraf 15 des Bußgeldkatalogs ist außerdem geregelt, dass Speisen und Getränke zum Mitnehmen, nicht in unmittelbarer Nähe zum Erwerbsort konsumiert werden dürfen. Auch die nähere Umgebung ist dafür tabu. Heißt, wer sich bei McDonalds einen Burger auf die Hand abholt, darf diesen nicht in der näheren Umgebung des Restaurants verzehren. Im besten Fall nimmt man den Burger einfach mit nach Hause. Ebenfalls verboten ist in Hamburg das Konsumieren von Alkohol in der Öffentlichkeit, auch das Feierabend-Bier sollte also derzeit Zuhause getrunken werden.

Corona-Bußgelder in Hamburg: Zockt die Polizei willkürlich ab?

Dass das Maskentragen in Hamburg auch dann Pflicht ist, wenn die Straßen menschenleer sind, war einigen Hamburgern wohl nicht bewusst. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, erwischte die Hamburger Polizei Anfang der Woche eine Gruppe von Menschen, als sie an einer Bushaltestelle gemeinsam warteten und ein Heißgetränk zu sich nahmen. Nach den geltenden Regeln ist das nicht erlaubt – daher wurden sie anschließend zur Kasse gebeten.

Auf Mopo-Nachfrage rechtfertigte die Polizei die Aktion mit den Worten: „Wir führen die Kontrollen zum Erhalt der Gesundheit der Gesellschaft durch.“ Daher kontrolliere die Hamburger Polizei regelmäßig die Bereiche in der Hamburger Innenstadt und rund um den Hamburger Hauptbahnhof. Dabei würde es der Polizei aber definitiv nicht darum gehen, Ordnungswidrigkeiten festzustellen und die Leute abzukassieren. Nein, vielmehr würden die Beamten aufklärende Gespräche mit den Menschen führen – na dann. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare