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Corona: Kommen Hamburgs Obdachlose nicht mehr in Unterkünfte?

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Von: Kevin Goonewardena

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Schnelltests die eine Covid-19-Erkrankung feststellen können, sind wieder gefragt So trifft der aktuelle Mangel auch obdachlose Hamburger. Welche Auswirkungen hat das auf die Teilnahme an Hilfsangeboten?

Hamburg – Überall außerhalb des Privaten wo nicht die 2G- oder die verschärfte 2G Plus-Regel gilt, sondern 3G, etwa am Arbeitsplatz oder in der Schule, muss zumindest anhand eines negativen Antigentests die Zugangsberechtigung beziehungsweise die Berechtigung zur Teilnahme nachgewiesen werden. Das kann auch Unterkünfte und andere Hilfseinrichtungen für obdachlose beziehungsweise wohnungslose Menschen betreffen. Obdachlose in der kalten Jahreszeit sind umso mehr auf einen warmen, trockenen Platz innerhalb vier schützender Wände angewiesen. Doch was passiert eigentlich, wenn die Schnelltests zur Aufdeckung einer Covid-19-Infektion knapp werden? 24hamburg.de hat nachgefragt.

Angriffe auf obdachlose Mitbürger 2020 in Hamburg:206 (immer polizeilich registrierte Fälle)
Angriffe auf obdachlose Mitbürger im Jahr 2019:89
Davon Fälle mit schwerer Körperverletzung 2020:51
Davon Fälle schwerer Körperverletzung 2019:20

Corona und Obdachlosigkeit: Berlin gehen die Vorräte an Schnelltests zu Ende

In ganz Deutschland werden derzeit die Corona-Schnelltests knapp und damit teuer, mit denen eine mögliche Covid-19-Infektion festgestellt werden kann. Discounter, Supermärkte oder Drogerien haben so gar schon begonnen, den Verkauf zu limitieren – um so mit wenigen Antigentests, wie die Corona-Schnelltests auch genannt werden, möglichst lange durchkommen zu können und Lieferengpässe zu vermeiden beziehungsweise heraus zu zögern. Auch Einrichtungen für Menschen, die auf der Straße leben, sind von dem Mangel an verfügbaren Corona-Schnelltests betroffen.

Ein Obdachloser liegt unter einer Brücke am Hamburger Dammtor.
Nicht alle Obdachlose in Hamburg müssen in Zukunft auf der Straße schlafen. Die Stadt plant Micro-Unterkünfte nach finnischem Vorbild. © Hanno Bode/imago

Die Vorräte an Covid-19-Schnelltests insbesondere kleinerer Tageseinrichtungen und Suppenküchen, vor allem jene, die ehrenamtlich betrieben werden, so berichtete es Der Tagesspiegel, würden in Berlin langsam zu Ende gehen. Das, teilte das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg der Zeitung mit, würde zu „massiven Problemen“ führen: Schließlich müssten die Einrichtungen die Hilfesuchenden sowohl vor dem Coranavirus, als auch vor der Kälte schützen. Aber: Ohne negativen Corona-Test kein Einlass und damit kein Kälteschutz.

Droht den bedürftigenn Menschen in Hamburg eine ähnliche Situation?

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Corona und Obdachlosigkeit: Hamburg hat vorgesorgt

24hamburg.de wollte von der städtischen Firma Fördern & Wohnen, die unter anderem auch Angebote für Menschen, die auf der Straße leben, betreibt, wissen, ob sich die Situation für Hilfesuchende auf Hamburgs Straßen auf die Corona-Schnelltests bezogen ähnlich wie in der Hauptstadt entwickeln kann.

Susanne Schwendtke, Leiterin Unternehmenskommunikation, sagt, dass die ausreichende Inanspruchnahme von Corona-Schnelltests durch obdachlose beziehungsweise wohnungslose Menschen gesichert sei, da die Tests „bevorratet“ seien und „laufend in großen Mengen eingekauft“ werden. „Ein zentrales Beschaffungsmanagement und ein Krisenstab stellen die Test-Kapazitäten an den einzelnen Standorten sicher“, so Frau Schwendtke weiter.

Corona und Obdachlosigkeit: Hilfe hätte vor Infektionsschutz Vorrang

Doch sollte es trotz der Bevorratung und des funktionierenden Beschaffungsmanagements dazu kommen, dass in einer oder mehreren Hilfseinrichtungen keine Tests mehr vorrätig seien, würden hilfsbedürftige Mitbürger und Mitbürgerinnen in Hamburg nicht vor den Toren der Einrichtungen abgewiesen werden.

Denn „ein Test ist für obdachlose und wohnungslose Menschen ohne Symptome keine Zugangsvoraussetzung zu unseren Hilfen“, erklärt Susanne Schwendtke gegenüber 24hamburg.de. Im Notfall würde „Hilfe gemäß Sicherheits- und Ordnungsgesetz
notfalls Priorität vor Infektionsschutz“ haben. Die Corona-Tests würden ferner den „Nutzerinnen und Nutzern nachdrücklich angeboten und von diesen gut angenommen“, berichtet Frau Schwendtke. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDDIA.

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