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Corona-Inzidenz steigt – aber UKE-Mediziner sicher: Ab April wird alles leichter

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Von: Jan Knötzsch

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Hamburg befindet sich weiter völlig im Griff des Coronavirus. Die Inzidenz in der Hansestadt schießt weiter nach oben. Der UKE-Intensiv-Chef hat Hoffnung. Warum?

Hamburg – Die Schreckensmeldungen in Hamburg reißen, was das Coronavirus und seine Ausbreitung in der Hansestadt Hamburg angeht, einfach nicht ab. Gerade erst hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärt, dass es künftig m HVV eine FFP2-Maskenpflicht geben wird und zudem die Nachricht die Runde gemacht, dass in Hamburg die Verbreitung der Omikron-Variante bei 90 Prozent liegt, da kommt quasi der nächste Corona-Hammer.

Denn: Die Inzidenzzahlen in Hamburg wollen einfach nicht kleiner werden. Nein, viel schlimmer noch: Die Zahlen steigen auch in der zweiten Januar-Woche 2022 weiter. Doch ausgerechnet der Intensiv-Chef des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) macht Hoffnung. Warum das? Und wie sehen die aktuellen Zahlen aus? Das verrät 24hamburg.de.

Mediziner:Professor Dr. Stefan Kluge
Geboren:8. Februar 1968 (Alter 53 Jahre)
Position:Leiter der Intensivmedizin
Krankenhaus:UKE in Hamburg-Eppendorf

Corona in Hamburg: Inzidenz schießt auf neuen Höchstwert 723,0 – 2.590 neue Corona-Fälle

Nach Angaben der Sozialbehörde sind am Mittwoch, 12. Januar 2022, in Hamburg, wo die Booster-Impfung der Schlüssel zu 2G-Plus ist, 2.590 neue Corona-Fälle registriert worden. Das sind 542 mehr Neuinfektionen als am Dienstag, 11. Januar 2022, und 625 mehr als am Mittwoch der vorherigen Woche. Doch wie selbst die Sozialbehörde sagt: Die wirkliche Zahl wird noch höher sein. „Der Grund hierfür ist der schnelle Anstieg und das hohe Fallaufkommen, welches zu einer teilweise späteren Meldung von Befunden durch die Labore sowie zu einer teilweise verzögerten Bearbeitung an den übermittelnden Stellen führt“ heißt es von dort.

Im Hintergrund das Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf. Im Vordergrund UKE-Mediziner Prof. Dr. Stefan Kluge.
UKE-Intensivmediziner Prof. Dr. Stefan Kluge vertritt die Ansicht, dass die Corona-Situation in Hamburg sich ab dem April bessern wird. (24hamburg.de-Montage) © Chris Emil Janßen/imago & Axel Heimken/dpa

Schon vor einigen Tagen wurde zum ersten Mal klar, dass die wahren Zahlen in Hamburg noch höher liegen als von den Behörden angenommen. Ob es nun die komplett richtigen Zahlen sind oder nicht, eines aber ist auch mit den von den Behörden am Dienstag, 11. Januar 2022 veröffentlichten Werten absolut klar: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen ist erneut auf einen Höchstwert angestiegen. Von 690,2 am 11. Januar auf jetzt 723,0 am Mittwoch, 12. Januar 2022. Am Mittwoch vor einer Woche lag der Inzidenzwert noch bei 499,4.

Corona in Hamburg: Nächste „zwei bis vier Wochen werden nochmal anstrengend“, erklärt UKE-Mediziner Prof. Kluge

Doch inmitten all dieser Zahlen, die dazu führen, dass dem HSV und dem FC St. Pauli Geisterspiele drohen und der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher mit einem Vergleich für Unmut bei den HSV-Fans sorgt, macht ausgerechnet ein Mann vom Fach den Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg Hoffnung. Hoffnung, dass es den Hamburgerinnen und Hamburgern, für die am Arbeitsplatz und im HVV die 3G-Regel gilt, schon ganz bald alles viel besser wird. Oder zumindest leichter. Genau das sagt nämlich Professor Dr. Stefan Kluge, der Klinik-Direktor der Intensivmedizin am UKE. Apropos UKE: Von dort gibt es eine Studie zu Schäden auch nach mildem Corona-Verlauf.

Aber was genau sagt UKE-Intensivmeidiziner Professor Dr. Kluge denn nun? „Die nächsten zwei bis vier Wochen werden noch mal sehr, sehr anstrengend“, sieht er in einem Interview mit der BILD-Zeitung zunächst einmal weiterhin noch schwierige Zeiten auf Hamburg zukommen, wo sich wie im Rest von Deutschland Fake-News zu Corona hartnäckig halten. Doch laut Kluge gibt es einen Lichtstreifen am ansonsten dunklen Corona-Horizont über der Hansestadt. Und der hängt mit dem Wetter zusammen.

Corona-Situation in Hamburg bessert sich ab April – so begründet UKE-Professor Kluge seine Sichtweise

„Ab April, wenn die Temperaturen steigen“, da ist sich Professor Dr. Stefan Kluge sicher, „werden auch die Zahlen vermutlich deutlich zurückgehen. Dann wird das Leben sicher wieder leichter.“ Im UKE sei, so Kluge im Interview mit der BILD, die Corona-Lage „angespannt, aber kontrollierbar. Doch auch, wenn Omikron-Infektionen scheinbar milder verlaufen, wird sich mit steigenden Infektionen auch die Zahl der Patienten, die in die Klinik müssen, erhöhen.“ Der UKE-Mediziner äußert zudem Kritik: Die Inzidenz alleine sei „nicht aussagekräftig. Sie muss in Relation mit der Impfquote gesehen werden.“

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Und Kluge wird auch in einem anderen Punkt mehr als deutlich: „Kritisches Nadelöhr bleibt das Personal, denn Covid-Patienten sind viel behandlungsintensiver. Viele Pflegekräfte sind pandemiemüde, es fehlt in Deutschland an Fachkräften. Dazu kommt, dass durch steigende Infektionen zunehmend auch Personal betroffen ist. Ab einer Inzidenz von 1000 wird es problematisch“, konstatiert der UKE-Mediziner im BILD-Interview und verrät, dass im UKE aktuell „zwei Ärztinnen und zehn Intensiv-Pflegekräfte positiv getestet“ seien. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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