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Corona-Inzidenz Hamburg: Impfstatus unklar - wie viele Infizierte sind ungeimpft?

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Hamburger Sozialbehörde kommunizierte separate Inzidenz-Werte für geimpfte und ungeimpfte Corona-Infizierte. Doch: Der Impfstatus vieler Personen ist unbekannt.

Hamburg – Über Wochen vermittelte die Hamburger Sozialbehörde durch die von ihr kommunizierten Zahlen das Bild, dass die Mehrheit der Corona-Infizierten ungeimpft sei. Zum Beleg kommunizierte die Behörden separate Inzidenz-Werte sowohl für geimpfte, als auch ungeimpfte Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Ansteckung ist unbestritten. Doch Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Welt“ fanden nun heraus, dass bei der Mehrheit der Infizierten der Impfstatus gar nicht klar sei - die Behörde diese unklaren Fälle jedoch als ungeimpft führe.

Das musste der Hamburger Senat auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Anna von Treuenfels einräumen. Die Behörde um Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) will noch aussagekräftigere Daten vorlegen, wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet.

Hamburger Bürger die mindestens einmal geimpft sind:1,450047 Millionen (Stand jeweils 17. Dezember 2021)
Hamburger Bürger die als durchgeimpft gelten:1, 406940 Millionen
Anteil der geimpften Personen an Hamburger Bevölkerung:75,9 Prozent

Corona-Infizierte: Ungeimpfte angeblich mit Inzidenz von fast 900

Dem Sender NDR 90,3 liegt eben diese Senatantwort vor. Auf seiner Website berichtet NDR 90,3 davon, dass in der 47. Kalenderwoche (Ende November) von rund 70 Prozent der Corona-Fälle nicht klar gewesen ist, ob es sich bei den Infizierten um eine geimpfte oder ungeimpfte Person handelt. Dennoch fielen all jene Infizierten, bei denen der Impfstatus nicht zweifelsfrei bekannt war, in die Kategorie „unbekannt“.

Also auch Menschen, die sich trotz Impfung angesteckt hatten, deren Impfung die Behörden aber nicht in Erfahrung bringen konnten. In der betreffenden Kalenderwoche hatte die Sozialbehörde den Inzidenzwert für Geimpfte mit 24,0 angegeben, die der nicht, beziehungsweise nicht doppel-geimpften Personen mit 898,2.

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Impfstatus: Behörde schiebt Schuld auf Gesundheitsämter

Die Behörde gibt laut NDR den ihr unterstellten Gesundheitsämtern die Schuld, denn diese müssten nicht nur den Impfstatus einer jeden mit dem Coronavirus infizierten Person erfragen, sondern auch überprüfen. Der Grund dafür liegt wohl bei den Gesundheitsämtern: Sie müssen den Impfstatus nicht nur in jedem Einzelfall abfragen – sondern sie müssen ihn auch in jedem Einzelfall überprüfen, wie Martin Helfrich, Sprecher der Behörde gegenüber dem Sender erklärte.

„So lange aber kein Nachweis eingereicht ist, können wir naturgemäß nicht unterscheiden, ob die Person das schlicht versäumt hat oder sie keinen Nachweis erbracht hat, weil sie über keinen Impfnachweis verfügt“, führte er weiter aus. Wieso überhaupt separate Inzidenzwerte verbreitet wurden oder warum nicht eine Kategorie „Impfstatus Unbekannt“ geschaffen wurde, sagte Helfrich hingegen nicht.

Eine Ärztin zieht eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff auf
Die Hamburger Sozialbehörde hatte durch das Kommunizieren separater Zahlen von angeblich geimpften und ungeimpften Corona-Infizierten den Eindruck erweckt, dass der Großteil der Infizierten ungeimpft sei. Nun kam heraus: Bei der Mehrheit der Corona-Patienten ist der Impfstatus unbekannt. © Gustavo Valiente/Imago Images

Impfung Hamburg: Auch Daten der Kliniken weisen Lücken auf

Und auch die Daten über den Impfstatus der Patienten bei den Krankenhäusern weisen Lücken auf. Über mindestens ein Drittel der Corona-Patienten kann nicht gesagt werden, ob diese geimpft oder ungeimpft sind. Auch das musste der Senat einräumen. Hintergrund war hier eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Deniz Celik. Dabei hatte der Senat die Krankenhäuser verpflichtet, ab Mitte Juli die Daten zu erheben und zu melden.

Opposition ist entsetzt – Daten sollen nachgeliefert werden

Darüber wie viele Lücken die Datenlage über den Impfstatus von Corona-Infizierten aufweist, zeigten sich die Oppositionsparteien in der Hamburgischen Bürgschaft entsetzt. Behördensprecher Helfrich kündigte an, dass die Sozialbehörde die fehlenden Daten in den kommenden Wochen nachliefern wolle. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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