Einrichtungshäuser

Corona in Hamburg: Wann öffnet Ikea wieder?

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
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Mit Termin-Shopping ist auch in Hamburg einkaufen wieder möglich. Aber wann öffnet Ikea im Corona-Lockdown wieder richtig für die Kunden?

Hamburg – Geht es nach Peter Tschentscher (SPD), dann sollten die Geschäfte vorerst lieber komplett geschlossen bleiben. Daraus macht Hamburgs Erster Bürgermeister überhaupt keinen Hehl. Angesichts des weiterhin hohen Infektionsgeschehens plädiere er eigentlich für eine größere Zurückhaltung bei den Öffnungen, gestand der SPD-Politiker jetzt in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Es bestehe durchaus die Gefahr einer neuen Pandemiewelle, warnte er.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Doch vorerst bleibt das ein frommer Wunsch von Tschentscher. Denn seit Montag sind auch die strikten Corona-Regeln in Hamburg für den Einzelhandel gelockert. Nachdem Baumärkte, Blumengeschäfte und Buchhandlungen geöffnet haben dürfen, gibt es auch Erleichterungen für die übrigen Händler. So können auch Einrichtungshäuser wie Ikea ihre Türen wieder für die Kunden aufsperren – allerdings vorerst nur unter Auflagen.

Corona in Hamburg: Nach diesen Regeln dürfen Ikea & Co ihre Geschäfte öffnen

In der Hansestadt Hamburg können Kunden des schwedischen Möbelherstellers derzeit im sogenannten „Click and Meet“-Verfahren in den drei Filialen in Moorfleet, Schnelsen und Altona persönlich vor Ort einkaufen, ebenso aber auch in den Niederlassungen in Niedersachsen*. Dabei ist eine vorherige Termin-Anmeldung über das Internetportal aber zwingend nötig. Für die Einrichtungshäuser gilt eine strenge Begrenzung der Kundenanzahl. Ikea-Angaben zufolge ist auch die Dauer des Aufenthalts auf 90 Minuten begrenzt.

Sieht Lockerungsschritte für Einrichtungshäuser wie Ikea kritisch: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (24hamburg.de-Montage)

Auf das Click-and-Meet-Verfahren hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim vergangenen Corona-Gipfel verständigt. Es ist Teil eines komplizierten Fünf-Stufenplans, mit dem der gebeutelte Einzelhandel eine Öffnungsperspektive im Dauer-Lockdown bekommen sollte. Trotz seiner Bedenken stimmte Tschentscher dem Vorhaben zu, um ein bundesweit einheitliches Vorgehen in der Krise zu gewährleisten.

In groben Zügen sieht der Öffnungsplan vor, dass Geschäfte überall dort unter Click-and-Meet-Bedingungen einen Neustart wagen können, wo die Sieben-Tage-Inzidenz unter die Marke von 100 sinkt. Das ist in Hamburg der Fall. Sinkt die Inzidenz stabil unter 50, dann fallen die Auflagen weg und die Händler können wieder komplett öffnen.

Corona in Hamburg: Tschentscher sieht Lockerung im Lockdown skeptisch

Das ist derzeit in Schleswig-Holstein der Fall, was Tschentscher wiederum ein Dorn im Auge ist. Denn während der Einkauf in Hamburg weiterhin mit Einschränkungen verbunden ist, kann ein paar Kilometer weiter hinter der Stadtgrenze nach Herzenslust geshoppt werden. Hamburgs Bürgermeister warnt deshalb auch vor den Gefahren des Shopping-Tourismus.

Tschentschers Sorge: Durch Fahrten ins Umland haben die Hamburger wieder verstärkt Kontakte und die Ausbreitung neuer Virusvarianten wird beschleunigt. „Wir befinden uns bereits am Anfang einer neuen Infektionswelle“, sagt er. Der Wunsch nach einer kompletten Öffnung der Läden nach dem ewigen Lockdown sei verständlich, aber zugleich auch brandgefährlich.

In Hamburg hält sich das Interesse der Kunden am „Click-and-Meet“-Verfahren nach Händlerangaben aber noch weitgehend zurück. Lange Schlangen vor den Häusern blieben bislang aus. Und auch die Geschäftsleute schauen eher mit gemischten Gefühlen auf diese erste Erleichterung im Lockdown. Wirtschaftlich lohnen würde sich das Angebot nicht, sagte Brigitte Engler vom City Management Hamburg der Deutschen Presseagentur (dpa).

Personal müsste bezahlt werden, während gleichzeitig die Kundenanzahl begrenzt sei, hieß es. Trotzdem würden rund 60 Prozent der Händler das Angebot in der Innenstadt anbieten, sagte Engler. Für die Geschäftsbetreiber sei es eher ein Mittel zur Kundenbindung, fügte sie hinzu. „Keiner wird seine Kunden enttäuschen wollen.“ * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jaroslav Novak/dpa/picture alliance & Michael Kappeler/dpa/picture alliance

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