Nach Bund-Länder-Gipfel

Corona in Hamburg: Auf Ungeimpfte kommen strengere Regeln zu

  • Bjarne Kommnick
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Nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag äußerte sich Peter Tschentscher zu neuen Beschlüssen. Er appelliert erneut an alle, sich impfen zu lassen.

Hamburg - Innerhalb einer Woche hat sich die Corona-Inzidenz in Hamburg nahezu verdoppelt. Kurz nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher: „Bund und Länder sind sich einig, dass der weitere Verlauf der Pandemie, die Infektionszahlen, das, was möglicherweise noch auf uns zukommt, jetzt sehr, sehr stark von der Impfaktivität, von den Impfquoten abhängt“ und appellierte dabei erneut ausdrücklich an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

StadtHamburg
Fläche755,2 km²
Bevölkerung1,841 Millionen
BürgermeisterPeter Tschentscher

Ab dem 11. Oktober seien zudem nach einer Entscheidung des Bundes keine kostenlosen Bürger-Tests mehr für die Bevölkerung verfügbar. Generell müssten Ungeimpfte nach und nach stärkere Einschränkungen in Kauf nehmen. Kostenlos könnten sich dann nur noch Personengruppen testen lassen, für die keine offizielle Impfempfehlung ausgesprochen wurde, wie beispielsweise Schwangere oder Jugendliche.

Mehr Tests im öffentlichen Raum

„Für Nichtgeimpfte müssen wir diese Testpflicht aufrechterhalten in Hamburg beziehungsweise einführen dort, wo es sie derzeit nicht gibt“, so Tschentscher. Demnach müssen Ungeimpfte damit rechnen, bei Restaurantbesuchen, Veranstaltungen oder beim Sport im Innenbereich noch häufiger einen Test machen zu müssen.

Hamburgs Bürgermeister, Peter Tschentscher, appelliert an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

Zudem habe die Ministerpräsidentenkonferenz ergeben, dass ab sofort neben der Inzidenz auch andere Faktoren in der Pandemie genaustens beobachtet werden würden, um entsprechende Maßnahmen zu treffen. „Es wird darauf hinauslaufen, dass es dann, wenn die jetzigen Anstrengungen nicht ausreichen, Beschränkungen vor allem für Ungeimpfte geben wird“, sagte Tschentscher. Dieser Konsequenz müssten sich diese Personen bewusst sein.

Hamburgs Impfquote: Über 50 Prozent vollständig geimpft

Laut Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) wurden am Dienstagvormittag in Hamburg 19 Corona-Fälle intensivmedizinisch behandelt, darunter zwölf Menschen, die invasiv beatmet werden mussten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bis einschließlich Montag fast 983.000 Menschen und damit 53,2 Prozent der Hamburger vollständig geimpft. Eine Erstimpfung haben gut 1,2 Millionen Hamburger (65,2 Prozent) bekommen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte am Dienstag nach Angaben der Gesundheitsbehörde auf 69,1. Vor einer Woche lag sie noch bei 35,8, am Montag bei 63,6. Nach einer anderen Berechnungsmethode des RKI liegt Hamburg bei der Sieben-Tage-Inzidenz bei 59,4. Das ist im Ländervergleich der bundesweit mit Abstand höchste Wert.

Schuld daran seien vor allem die Reiserückkehrer und die schlechte Einreiseverordnung des Bundes, sagte Tschentscher. Diese sei erst zum August verbessert worden, was Hamburg und Schleswig-Holstein wegen des frühen Endes der Sommerferien aber nichts mehr nütze. Nun leidet auch der Hamburger Sommerdom an der hohen Corona-Inzidenz: Die Anzahl der auf dem Gelände zugelassenen Besucher wird deutlich reduziert.* 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Marcus Brandt

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