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Corona in Hamburg: Inzidenz sinkt, vierte Impfung wird diskutiert

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Von: Steffen Maas

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Corona aktuell: In Hamburg gehen die Zahlen weiter runter – zumindest die Infektionen. Die Sozialbehörde wartet bei der vierten Impfung auf die Stiko.

Hamburg – Ebbt die Sommerwelle ab? Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Hamburg ist im Wochenvergleich weiter gesunken. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Dienstag mit 751,9 an. In der vergangenen Woche hatte der Corona-Inzidenzwert noch 825,3 betragen, in der Woche davor 887,7. Konkret verzeichnete man in den vergangenen sieben Tagen 14.319 nachweislich Infizierte (Vorwoche: 15.717 Neuinfektionen).

Name:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Variante:Omikron
Dominierender Subtyp:BA.5

Corona in Hamburg: Zahlen beim RKI noch niedriger

Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen liegt die von der Hamburger Behörde angegebene Inzidenz über der des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das Institut nannte am Dienstag einen Wert von 657,8 für Hamburg. Bundesweit lag die Inzidenz demnach bei 702,4.

Etwas Sorgen bereitet der Blick auf die Intensivstationen: Dort bildet sich der positive Trend bei den Zahlen noch nicht ab. Stand, 11. Juli, wurden auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser 39 Patienten behandelt – vor einer Woche waren es „nur“ 27. Insgesamt ist die Zahl der Betroffenen in krankenhäuslich-medizinischer Versorgung aber leicht gesunken: von 409 auf 392.

Vierte Impfung: Hamburger Senat wartet auf die Stiko

Bei der Frage der vierten Impfung will Hamburg die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abwarten. „Der Hamburger Senat äußert keine medizinischen Impfempfehlungen, sondern setzt die Empfehlungen der Stiko um“, erklärte am Dienstag, 12. Juli, der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich.

Ein Mann erhält die vierte Impfung gegen das Coronavirus.
Bisher wird die vierte Impfung hauptsächlich Menschen über 70 Jahren empfohlen. Ob sich das auch in Hamburg bald ändert, hängt an der Stiko. (Symbolbild) © Moritz Frankenberg/dpa

Führende EU-Behörden hatten am Montag allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung empfohlen – „so schnell wie möglich“. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen.

Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, hatte daraufhin angekündigt, dass sich die Stiko „relativ bald“ dazu äußern werde. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

Virologe Schmidt-Chanasit: „Durchseuchung hat längst stattgefunden“

Der überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland hat derweil nach Einschätzung des Hamburger Virologen Jonas Schmidt-Chanasit bereits Kontakt mit dem Virus gehabt. „Die ‚Durchseuchung‘, wenn man den Begriff verwenden will, hat für die meisten Bürgerinnen und Bürger längst stattgefunden“, sagte der Forscher der Hamburger Morgenpost. Durchseuchung sei aber keine Strategie, sondern beschreibe nur den Verbreitungsgrad einer Infektionskrankheit.

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Nach Angaben des RKI wurden in Deutschland bislang mehr als 29 Millionen Infektionen nachgewiesen. „Die Zahl kann man wegen der Dunkelziffer locker verdoppeln“, sagte Schmidt-Chanasit. In Hamburg, das 1,9 Millionen Einwohner zählt, wurden laut RKI mindestens 659.561 Infektionen nachgewiesen.

Coronavirus-Impfung schützt zuverlässig – außer vor der Infektion

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte kürzlich auf Twitter geschrieben, dass sich viele Bürger fragten, ob jetzt, aufgrund der fehlenden Schutzmaßnahmen trotz hoher Infektionszahlen, eine Durchseuchung durch die Hintertür komme. „Nein“, versicherte er – der von ihm im Juni vorgestellte Sieben-Punkte-Plan zur Vorbereitung auf den Herbst laufe schon an. Dazu gehöre unter anderem ein für alle Infektionsstufen ausreichendes Infektionsschutzgesetz.

Die Impfung schütze zuverlässig von schweren Verläufen, Tod und Long Covid, aber nicht dauerhaft vor einer Ansteckung, erklärte Schmidt-Chanasit. Solange es keinen Impfstoff gebe, der eine Infektion dauerhaft verhindere, werde sich jeder irgendwann infizieren. „Es stimmt also nicht, zu sagen, es fände eine ‚Durchseuchung durch die Hintertür statt‘, weil die Infektionen ja immer stattgefunden haben und auch weiterhin stattfinden werden“, sagte der Virologe. (Mit Material der dpa.)

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