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Corona in Hamburg: Inzidenz nähert sich wieder der 1000er-Grenze

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Von: Steffen Maas

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Eine 7-Tage-Inzidenz von fast 900: Weil der noch ansteckendere Omikron-Subtyp BA.5 jetzt dominiert, explodieren die Fallzahlen in Hamburg.

Hamburg – Den Anstieg der Infektionen mit Corona in Hamburg als rasant zu bezeichnen, wäre vielleicht noch untertrieben. Nachdem bereits in der vergangenen Woche die 7-Tage-Inzidenz um satte 37 Prozent angestiegen war, legt sie auch in den Coronazahlen der Sozialbehörde nochmal um 34 Prozent zu: 887 Neuinfektionen pro 100.000 Bewohner, teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage mit.

Name:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Variante:Omikron
Dominierender Subtyp:BA.5

Noch konkreter: In den letzten sieben Tagen wurden in der Hansestadt 16.905 Neuinfektionen gemeldet. Im Bericht vor einer Woche waren es mit 12.618 schon viel – und jetzt noch mehr.

Corona aktuell: Fallzahlen steigen in Hamburg

Die hohen Zahlen lassen viele schon von einer Sommerwelle sprechen. Bisher waren die heißen Monate eigentlich die Zeit, in der das Virus einen schwereren Stand hatte, da sich viele der Menschen im Freien aufhalten, wo das Übertragungsrisiko deutlich verringert ist.

Teströhrchen in einem Corona-Testlabor.
In den Testlaboren begegnet den Mitarbeitern mittlerweile überwiegend der Omikron-Subtyp BA.5. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

Auch ist durch die wegfallenden Beschränkungen die Bereitschaft, sich testen zu lassen, stark gesunken: Für nahezu alle Aktivitäten benötigt man keinen Coronatest mehr. Die Dunkelziffer der Infektionen dürfte dementsprechend nochmal deutlich höher sein.

Robert-Koch-Institut: BA.5 ist ansteckender – aber nicht gefährlicher

Grund für die neuerliche rasche Ausbreitung ist wohl vor allem zwei sogenannten Sublinien der vorherrschenden Omikron-Variante: Die extrem ansteckenden Subtypen BA.4 und vor allem BA.5 sind laut dem Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) mittlerweile die dominierende Ausprägung in deutschen Städten.

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Die guten Neuigkeiten dabei: Trotz der schnelleren Ausbreitung, lassen die Daten bisher nicht darauf schließen, dass „BA.4 oder BA.5 schwerere Krankheitsverläufe oder anteilig mehr Todesfälle verursachen als Infektionen mit BA.1 und BA.2“, beruhigt das RKI im Wochenbericht.

Corona-Patienten im Krankenhaus: Rückgang auf der Intensivstation

Das bestätigt sich auch bei einem Blick auf die Krankenhaus-Zahlen, die die Sozialbehörde jeden Dienstag mitliefert. Denn zwar ist auch die Gesamtanzahl der coronabedingten Krankenhauspatienten um mehr als ein Drittel auf 349 Menschen gestiegen (Vorwoche: 267) – doch die Zahl der Intensivpatienten hat sogar abgenommen.

20 Patienten liegen laut dem Gesundheitsamt aktuell in einem der Hamburger Krankenhäuser. Im Bericht der Vorwoche waren es noch 22 Intensivpatienten – was zu dem damaligen Zeitpunkt ein deutlicher Anstieg war. Eine Beruhigung der Lage rund um die Menschen, die das Virus am schlimmsten trifft, unterstreicht die RKI-Aussage, dass beim Subtyp BA.5 zumindest kein dramatisch schlechterer Krankheitsverlauf zu erwarten ist.

Intensivmediziner Kluge: „Situation gut beherrschbar“

Auch der Leiter der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, tritt deshalb im Gespräch mit der „Bildzeitung“ bezüglich einer Sommerwelle auf die Panik-Bremse: „Es gibt zwar eine steigende Zahl an Infektionen, aber man muss auf die Belastung in den Intensivstationen gucken“, rät der Mediziner. 

„Da ist die Situation am UKE momentan gut beherrschbar. Ich würde differenzieren und von einer Sommerwelle der Infektionen sprechen.“ Kluge bestätigt im Interview mit „Bild“ die RKI-Datenlage, was die gesundheitliche Gefahr der neuen Subtypen angeht: „Zum Glück sehen wir bei diesen Virus-Mutationen aber kaum schwere Verläufe.“

Infektion trifft auch Mitarbeiter: Personalmangel im Krankenhaus

Die größere Herausforderung für den Mediziner sei aktuell eher, dass die Infektionen auch vor dem Personal nicht haltmachen – und die dann natürlich für die Schichten ausfallen. Allein im UKE seien aktuell „rund 120 [Mitarbeiter] in Isolation.“

Eine Pandemie-Prognose wagt Kluge nach diesem unerwarteten Corona-Sommerhoch nicht abzugeben: „Auch ich kann nicht in die Glaskugel schauen. BA.4 und BA.5 haben gezeigt, dass uns das Virus immer wieder überrascht. Deswegen sollten wir für Herbst vorbereitet sein.“

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