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Corona in Hamburg: Impfstoff Novavax wird zum Flop – kaum jemand will ihn

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Der Impfstoff von Novavax war die Hoffnung für Skeptiker. Damit sollten auch Impfgegner überzeugt werden. Jetzt ist das Vakzin ein Ladenhüter in Hamburg.

Hamburg – Der Impfstoff von Novavax sollte eigentlich für Impfgegner und -zweifler die Entscheidung zum Impfen einfacher machen. Jetzt ist der Impfstoff, der immer wieder als „Totimpfstoff“ bezeichnet wird, auf dem Markt – und der absolute „Ladenhüter“. Von 33.000 Impfdosen konnten in Hamburg erst 200 verabreicht werden.

Hier bekommen Sie alle Infos darüber, wie das Coronavirus Hamburg noch immer im Griff hat.

Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn in Hamburg356.023 (Stand 3. März)
Vollständig Geimpfte1.524.299 (Stand 2. März)
Einmalig Geimpfte1.531.605 (Stand 2. März)
Patienten im Krankenhaus315 (Stand 2. März)
Todesfälle2307 (Stand 2. März)

Novavax galt als große Hoffnung: Darum sollte er der Impfstoff für Skeptiker werden

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna enthalten die genetische Information über den Erreger. Mit der Impfung wird dem Immunsystem ein Bauplan gegeben, der in den Körperzellen andockt und dafür sorgt, dass diese anhand dieses Plans das Spike-Protein selbst herstellen und zerstören können. So trainiert sich das Immunsystem auf den echten Covid-19-Erreger und kann diesen effektiver erkennen und zerstören, wodurch eine Infektion weniger wahrscheinlich ist. Besonders bei der neuen Delta-Omikron-Kreuzung ist dieser Immunschutz wichtig.

Auch wenn es mRNA-Impfstoffe bereits seit über 20 Jahren und zu ihrer Wirksamkeit zahlreiche Studien gibt, gab es besonders im Zuge der Corona-Impfkampagne viele Skeptiker. Daher hatten Experten gehofft, der Impfstoff von Novavax würde auch diese überzeugen.

Es handelt sich dabei nämlich nicht um einen mRNA-Impfstoff, sondern um einen im Labor erzeugten „Totimpfstoff“. Bei Totimpfstoffen wird der tatsächliche Erreger in abgetöteter Form geimpft, damit das Immunsystem ihn erkennen lernt. Der Corona-Impfstoff von Novavax funktioniert nach dem gleichen Prinzip, allerdings handelt es sich nicht um den echten Erreger, sondern um ein Protein mit den gleichen Eigenschaften, das künstlich hergestellt wurde. Diese Technologie ist bereits seit den 80er-Jahren in Gebrauch.

Corona in Hamburg: Zahlen enttäuschend – kaum jemand will die Impfung mit Novavax

Bereits am Samstag, 26. Februar, gab es in Hamburg die ersten Termine für eine Novavax-Impfung. 33.000 Impfdosen hatte die Hansestadt in einer ersten Lieferung bekommen. Eine weitere Lieferung ist für März angekündigt, allerdings ist die erste Fuhre noch längst nicht aufgebraucht.

Novavax-Impfstoff und eine Frau, die Daumen runter zeigt
Totaler Ladenhüter: Kaum jemand will den Novavax-Impfstoff haben. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/agefotostock & IMAGO Images/Beautiful Sports

Laut dem NDR, der sich auf Zahlen der Sozialbehörde beruft, wurden bisher erst 200 Impfdosen des Novavax-Impfstoffes verabreicht. Zwar gibt es noch 500 weitere Terminvereinbarungen, dennoch sind die ersten Zahlen aus Sicht der Sozialbehörde enttäuschend. Der große Andrang, der erwartet worden war, sei bisher ausgeblieben.

Lesen Sie auch: Diese Corona-Regeln gelten ab Freitag, 4. März, in Hamburg.

Impfquote steigt nur noch langsam: Kaum Bereitschaft – Hamburg hängt beim Boostern hinterher

Generell hat die Impf-Bereitschaft in Hamburg in der Coronapandemie ein wenig nachgelassen. Zwar steigt die Quote der Impfungen noch immer exponentiell, allerdings längst nicht mehr so rasant wie im letzten Frühjahr. Einerseits liegt das daran, dass die meisten Hamburger bereits geimpft sind, andererseits sind die letzten Ungeimpften zum Großteil Skeptiker und Impfverweigerer oder gesundheitlich nicht in der Lage, sich impfen zu lassen.

Vor allem im Pflegebereich ist das ein großes Problem. Laut NDR ist die Sozialbehörde zum Beispiel auf drei Pflegedienste aufmerksam geworden, in denen die Impfbereitschaft bei unter 50 Prozent liegt.

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In Hamburg sind laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (Stand 3. März) 1.531.605 Menschen mindestens einmal geimpft, 1.524.299 Hamburger bekamen schon zwei Impfdosen. Damit liegt Hamburg hinter Bremen auf Platz zwei der Bundesländer im Norden und hat eine Impfquote von über 80 Prozent.

Beim Boostern lässt die Bereitschaft der Hansestädter allerdings nach, obwohl bereits von einer vierten Impfung gesprochen wird. Erst 1.075.541 Menschen haben die dreifache Impfdosis bekommen, was bei 1.904.444 Einwohnern (Sozialbehörde, Stadt Mai 2021) nur 56 Prozent sind. Damit fällt Hamburg weit hinter Schleswig-Holstein (67,7 Prozent), Bremen (63,3 Prozent) und Niedersachsen (61,8 Prozent) zurück. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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