Corona-Lockerungen

Corona in Hamburg: Außengastronomie versinkt im Regel-Wirrwarr

  • Christian Einfeldt
    vonChristian Einfeldt
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Hamburgs Wirte haben Grund zur Freude: Endlich öffnet die Außengastronomie. Doch die bestehenden Corona-Regeln werfen viele Fragen auf.

Hamburg – Endlich öffnet die Außengastronomie auch in Hamburg. Doch aller Freude zum Trotz will sich in der Hansestadt keine wirkliche Erleichterung einstellen. Zahlreiche Auflagen erschweren Hamburgs Gastronomen das Tagesgeschäft. Wie sehr leiden Hamburgs Wirte wirklich unter den bestehenden Corona-Regeln?

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Trotz sinkender Inzidenz, bleiben Corona-Regeln in Hamburg bestehen

Für Hamburgs Gastronomen ist es ein Dilemma: Mittlerweile ist der Inzidenzwert in Hamburg seit mehreren Wochen unter 50*, Tag für Tag sinken die Infektionszahlen, während die Zahlen der Impfungen steigen. Was bleibt sind strikte Corona-Regeln – ein Ende scheint nicht in Sicht. Anderorts werden Restaurants mit der Testpflicht in den Ruin getrieben und sind nur per Terminbuchung aufzusuchen.

Dass die Corona-Testpflicht deutlich weniger Besucher in die Außengastronomie lockt*, berichtete vor kurzem erst kreiszeitung.de. Doch der vermeintliche Trost, dass in Hamburgs Außengastronomie keine Testpflicht oder Terminbuchung besteht, hilft nicht.

Hamburger Wirte leiden unter Hygienevorgaben und Schutzkonzept

Hamburgs Geschäfte und Außengastro profitieren von den Corona-Lockerungen*, doch die Sorge vor einem Jo-Jo-Effekt bleibt weiterhin. Nach strenger Vorschrift müssen Gaststätten nach wie vor dem Abstandsgebot nachkommen – auch im Freien. Nur, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewährt ist, können Gäste auf Restaurant-Terrassen Platz nehmen. An welchem Tisch, wer wie sitzen darf, müssen die Gastronomen entscheiden: Für Wirte ein weiterer Faktor, der für Stress sorgt.

Sie müssen nicht nur sichergehen, dass die Tische und Stühle weit genug voneinander entfernt sind: Um Corona-Infektionen in der Außengastro zu entgehen, verpflichtet die Verordnung sie dazu, das Geschehen ständig zu beobachten. Schließlich ist die Anzahl der Gäste, die zusammen an einem Tisch sitzen dürfen, weiterhin beschränkt. Die Kontrolle obliegt den Gastro-Betreibern.

Corona-Auflagen erschweren Hamburgs Außengastronomie das Geschäft.

Von einem reibungslosen Ablauf kann aktuell ohnehin nicht die Rede sein: Das regelmäßige Putzen der Oberflächen und die Zuweisung der Gäste sorgt für große Verzögerungen im Betrieb. Lange Warteschlangen sind für beliebte Gaststätten also vorprogrammiert – und auch hier muss der Gastwirt selbst in den Schlangen auf die Einhaltung des Mindestabstands pochen.

Darüber hinaus bleiben für Hamburgs Gastronomen noch einige Fragen offen: Dürfen Hamburgs Gastronomen etwa Zelte für die Gäste aufbauen*, um auch bei schlechte Wetter das Sitzen im Außenbereich zu ermöglichen?

Corona in Hamburg: Große Angst vor weiteren Umsatzeinbruch in der Gastronomie

Viele Gastronomen fordern daher ein Ende der Überregulierung. Über allen Entscheidungen schwebt die Furcht des kompletten finanziellen Desasters. Oft ist es sogar billiger, die Gaststätten im Vorne herein zu schließen, als mit nur sehr begrenzten Plätzen aufzumachen.

Auch Stimmen aus der Politik werden laut, die den geltenden Corona-Regeln Einhalt gebieten wollen. Spätestens, wenn zwei Drittel der Bevölkerung geimpft seien, „müssen die meisten Pauschalmaßnahmen ganz beendet werden“, so der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats Wolfgang Steiger.

Corona-Regeln verärgern nicht nur Hamburgs Gastronomen

Nicht nur Gastwirte leiden unter der Situation. Wie Forschungen belegen, gilt eine Corona-Infektion im Freien als unwahrscheinlich. Trotzdem müssen in Hamburg noch immer Spaziergänger und Jogger eine Maske tragen*.

Kindergeburtstage dürfen in der Hansestadt nur mit zehn Kindern unter 14 Jahren stattfinden und tanzen dürfen Hamburger eh nur mit einem Mindestabstand von 2,5 Meter. Bis in Hamburg endlich Normalität einkehrt, scheint es trotz Impf-Fortschritt also noch ein langer Weg zu sein. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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