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Corona-Impfung: UKE-Studie zeigt extrem hohe Wirksamkeit

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Von: Steffen Maas

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Im UKE gilt: Wer gesund und geimpft ist, stirbt sehr wahrscheinlich nicht an Corona. Das zeigt eine Studie des Klinikums, die zwei Jahre in der Mache war.

Hamburg – Handfeste Beweise für die hohe Wirksamkeit der Impfung: Über einen Zeitraum von zwei Jahren untersuchten Mediziner im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), welche Menschen am Coronavirus verstarben. Die Ergebnisse sind, soweit das bei einem Thema wie diesem möglich ist, erfreulich – und wenig überraschend für viele Menschen.

Denn weniger als zwei Prozent der Menschen, die im UKE direkt an einer Corona-Erkrankung verstarben, waren zuvor geimpft und gesund. Bei rasant steigenden Fallzahlen in Hamburg könnte das vielleicht nochmal eine beeindruckende Entscheidungshilfe für bisher Ungeimpfte sein. Die Unterschied zwischen den Varianten wie Omikron waren ebenfalls im Fokus.

Name:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Variante:Omikron
Dominierender Subtyp:BA.5

Corona-Impfung: Kaum Geimpfte unter den Toten im UKE

In konkreten Zahlen berichtet die Studie, die nun im Deutschen Ärzteblatt erschien, von insgesamt 227 Corona-Patienten, die im zweijährigen Untersuchungszeitraum verstarben. 179 Menschen starben unmittelbar im Zuge einer Corona-Infektion, bei 48 wurde eine Infektion zwar festgestellt – ausschlaggebend war jedoch eine andere Todesursache.

Hamburg-Eppendorf: Weniger als zwei Prozent der Menschen, die im UKE an einer Coronaerkrankung verstarben, waren zuvor geimpft und gesund
Impfen hilft: Das UKE hat in einer Studie festgestellt, dass geimpfte Personen deutlich seltener an einer Corona-Infektion starben. (24hamburg.de-Montage) © Axel Heimken/Georg Wendt/dpa/Montage

Von den 179 Corona-Toten waren 154 ungeimpft (86 Prozent), 22 (12 Prozent) zwar geimpft aber mit Vorerkrankungen belastet, die als Risikofaktoren eingestuft wurden sowie drei (1,7 Prozent) Verstorbene „geimpft/geboostert ohne Risikofaktoren“.

UKE-Studie zur Corona-Impfungen: „Gute Wirksamkeit“ der Impfstoffe

„Diese Ergebnisse unterstreichen die gute Wirksamkeit der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe in Bezug auf ihre Fähigkeit, tödliche Verläufe zu verhindern“, schreiben die neun Autoren und Autorinnen der UKE-Studie. Das sei für geimpfte Patienten ohne Risikofaktoren „erfreulich“, zeige aber auch, dass für Risiko-Patienten eine Reihe von Schutzmaßnahmen weiterhin „einen wichtigen Bestandteil zur Reduktion der Covid-19-assoziierten Letalität“ darstelle – zum Beispiel das Tragen eines Mund-Nasenschutzes. Auch ein Coronatest ist Teil der Strategie zur Eindämmung des Virus, auch wenn der ab dem 1. Juli nicht mehr für alle Bürger kostenlos ist.

Aufgeschlüsselt hatten die Forscher die Ergebnisse zudem nach den verschiedenen Subtypen des Virus. So lässt sich etwa sagen, dass zu Beginn der Pandemie noch deutlich mehr Leute an Covid-19 gestorben sind statt nur mit einer Corona-Infektion: Von den 117 Fällen des Wildtyps, also der ursprünglichen Form des Coronavirus, starben 85 Prozent an der Erkrankung, während bei nur 15 Prozent der Wildtyp-Infizierten eine andere Todesursache notiert ist.

UKE-Studie: Omikron-Variante des Coronavirus womöglich weniger gefährlich

Dieses Verhältnis kehrte sich bei den Mutationen aber schließlich etwas um: Von den Menschen, die zu ihrem Todeszeitpunkt mit der Omikron-Variante infiziert waren, sind nur 46 Prozent tatsächlich aufgrund von Covid verstorben. Das könnte auf eine verminderte Tödlichkeit von Omikron hinweisen – auch, wenn die UKE-Forscher diesen Schluss aufgrund ihres Untersuchungsdesigns nicht ziehen können und wollen.

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„Einige Studien […] stützen diese Interpretation, allerdings gibt es auch Vorabberichte, die dies infrage stellen“, berichten die Hamburger Mediziner in ihrer Studie über widersprüchliche Erkenntnisse in Wissenschaftler-Kreisen. Viel wichtiger ist da das handfeste Ergebnis ihrer Arbeit: „Geimpfte Personen ohne Risikofaktoren haben ein extrem niedriges Risiko eines letalen Verlaufs nach Infektion.“

Die steigenden Corona-Fallzahlen sorgen mit Blick auf die eigentliche Virus-Hochzeit im Herbst für viele Fragezeichen. Am Freitag, 1. Juli, beratschlagen die Gesundheitsminister aller Länder deshalb in einer Sonderkonferenz über das weitere Vorgehen. Ob man im Urlaub den Infektionen und Corona-Regeln entkommt, hängt ganz vom jeweiligen Reiseziel ab.

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