Versorgung gerät ins Stocken

Corona-Impfung: Hausärzte alarmiert – zu wenig Impfstoff?

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
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Mit der Hilfe der Hamburger Hausärzte soll das Coronavirus besiegt werden. Doch dem geplanten Impf-Turbo geht schon zu Beginn die Puste aus.

Update von Sonntag, 18. April 2021: Hamburg – Geht dem Impf-Turbo, der in der Hansestadt Hamburg zünden sollte, schon auf den ersten Metern der Motor aus? Seit dem Impfstart vor knapp zehn Tagen hat es laut Hamburger Abendblatt in der Stadt von Alster und Elbe 37.000 Impfungen durch Hausärzte und andere Ärzte gegeben. Eine Aussicht, dass diese Zahl in den kommenden Tagen rapide und sprunghaft ansteigt, gibt es nicht. Nein, viel schlimmer: Die Versorgung der Praxen in Hamburg ist ins Stocken geraten. Es stehen schlichtweg zu wenig Impfstoffe zur Verfügung.

„Wir haben erfahren, dass uns zunächst 20 Prozent weniger Impfstoff zugeteilt werden soll“, erklärt Dr. Jana Husemann im Hamburger Abendblatt. „Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar versprochen, dass die Liefermenge in den kommenden Wochen wieder erhöht wird, ber die geringe Menge spiegelt nicht den Aufwand wider, den wir betreiben, um in den Praxen zu impfen“, so die Vorsitzende des Hamburger Hausärzteverbandes weiter. Die Folge bisher: Jede Menge geplante Termine mussten wieder abgesagt werden. Und der Frust bei denen, die sich eigentlich gerne schon hätten impfen lassen, steigt.

Corona-Impfung: Hamburgs Hausärzte im Kampf gegen das Virus

Erstmeldung von Dienstag, 6. April 2021:

Hamburg – Endlich ist es so weit: Impfwillige können sich ab dieser Woche auch in der Hansestadt Hamburg bei ihrem Hausarzt gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Impfstoff soll bis Mittwochmittag ausgeliefert werden. Grundsätzlich sei in den Praxen der niedergelassenen Ärzte das Impfen Routine, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg (KVHH), Walter Plassmann. „Das Impfen kehrt nun dahin zurück, wo es eigentlich hingehört“, konstatierte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Bundesweit beteiligen sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 35.000 Hausarztpraxen an der Corona-Impfkampagne. Wie viele Hamburger Ärzte dabei sind, blieb zunächst unklar. Fest steht aber: Für die erste Woche sollen die beteiligten Ärzte demnach 1,4 Millionen Impfdosen bestellt haben. Rund 940.000 Dosen kann der Bund liefern. Hamburg bekommt bis Mittwoch in einem ersten Schwung 20.000 Vakzine zur Verfügung gestellt.

Corona-Impfung: Hausärzte in Hamburg sollen Tempo in Kampagne bringen

In den ersten beiden Wochen sollen ausschließlich die Präparate vom deutsch-amerikanischen Hersteller Biontech in den Praxen verimpft werden. Allerdings gilt auch bei der Vergabe von Impfterminen eine Reihenfolge. Die KVHH appellierte an die Bürger, sich nicht von sich aus in den Praxen zu melden. Die Ärzte gehen den Angaben zufolge anhand ihrer Kartei aktiv auf die anspruchsberechtigten Patienten zu – ob in Hamburg oder Bremen*.

Eine Spritze gegen Corona: In Hamburg dürfen Hausärzte jetzt impfen. (24hamburg.de-Montage)

Gemäß der Impfpriorisierung ist in Hamburg derzeit die Impfgruppe 2 aufgerufen, sprich die Menschen, die zwischen 75 und 80 Jahre halte sind. An diese Rangfolge sollten sich alle halten, warnte KVHH-Chef Plassmann. Es müsse unbedingt vermieden werden, dass die Menschen jetzt die Hausarztpraxen stürmten und diese lahmlegten. Vordrängeln beim Impfen bringe nichts, hieß es.

In Hamburg, wo zuletzt wegen des Astrazeneca-Skandals tausende Termine umorganisiert werden mussten, sind bislang insgesamt 335.666 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Davon handelt es sich in 236.183 Fällen um eine Erst- und in 99.483 Fällen um eine Zweitimpfung, wie der Hamburger Senat am Dienstagmittag, 6. April 2021, bekannt gab. Der überwiegende Teil wurde und wird in den Hamburger Messehallen geimpft, wo die Stadt das zentrale Impfzentrum eingerichtet hat.

Corona-Impfung: Hausärzte vergeben Termine streng nach Impf-Ranfolge

Bis zu 7000 Menschen können dort pro Tag versorgt werden. Während in den ersten Monaten nach Inbetriebnahme des Zentrums wegen der knappen Verfügbarkeit von Impfstoff zunächst die Kapazitäten nicht annähernd genutzt werden konnten, steigt die Auslastung nun von Tag zu Tag. Am Osterwochenende vermeldete der Senat für jeden Tag mehr als 6000 Impfungen.

„Das ist ein großer Erfolg“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag bei der Landespressekonferenz. Der Senat hoffe nun, das Tempo in der Impfkampagne weiter deutlich steigern zu können. Die Einbeziehung der Hausärzte sei dabei ein wichtiger Baustein. „Wir erhoffen uns dadurch positive Effekte“, erklärte Schweitzer.

Viele ältere Menschen vertrauten vor allem ihrem Hausarzt und könnten dadurch eher von einer Impfung überzeugt werden. Außerdem benötige man mit steigenden Impfstofflieferungen mehr Kapazitäten, um möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. „Das wird zusätzlich einen Schub im Kampf gegen die Pandemie geben“, so der Senatssprecher. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa/picture alliance

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