Urlaub wichtiger

Corona in Hamburg: Irrsinn – Sommerurlaub statt AstraZeneca-Impfung

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
    schließen

Alle Hamburger dürfen sich mit Astrazeneca-Vakzin impfen lassen. Doch es gibt große Ablehnung. Ist der Sommerurlaub nach der Impfung hinfällig?

Hamburg – Das ewige Hin und Her um dem Corona*-Impfstoff von Astrazeneca hat viele Menschen verwirrt. Erst war er nur für junge Menschen zugelassen, dann nur noch für ältere. Weil viele deshalb auf andere Impfstoffe ausweichen wollten, hat die Bundesregierung die Priorisierung für das Vakzin aufgehoben. Das heißt: Jeder kann sich damit impfen lassen, unabhängig von Alter und Impfreihenfolge*. Das Problem: Die Sommerferien rücken immer näher. Deshalb verzichten viele Hamburger* jetzt komplett auf die Impfung. Die Hintergründe. 

Pharmaunternehmen:Astrazeneca
Hauptsitz:Cambridge, Vereinigtes Königreich
Gründung:6. April 1999
CEO:Pascal Soriot

Corona-Impfung: Astrazeneca? Nein, Danke! Hamburger haben mehr Bock auf Urlaub

Die Hamburger wollen Astrazeneca nicht. Das liegt auch daran, dass viele Berichte über starke Nebenwirkungen nach einer Impfung mit dem Vakzin, den Menschen Angst gemacht haben. Auch wenn das Risiko, durch die Impfung zum Beispiel eine Hirnvenenthrombose zu bekommen, gering ist, sind viele Menschen dem Impfstoff gegenüber skeptisch. Immer wieder wird Astrazeneca als Impfstoff zweiter Klasse abgetan. Wie groß die Unterschiede wirklich sind, haben wir in unserem großen Impfstoff-Vergleich* für Sie zusammengefasst.

Hamburger haben kein Bock auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Schuld sind die Ferien. (24hamburg.de-Montage)

Hinzu kommt jetzt aber noch ein ganz anderes Problem. Zwischen der ersten und der zweiten Impfung müssen bei Astrazeneca im Idealfall zwölf Wochen liegen. Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sind es nur sechs. Bei Johnson & Johnson wird ohnehin nur eine Impfung benötigt. Wer sich jetzt zur Erstimpfung mit Astrazeneca anmeldet, dessen zweiter Impftermin fällt genau in die Sommerferien. Und das schreckt viele Hamburger ab. Frei nach dem Motto: lieber Urlaub statt Impfung.

Corona-Impfung: Kein Bock auf Astrazeneca – Haltung der Hamburger macht KV-Vorsitzenden Walter Plassmann sauer

Diese Haltung der Hamburger macht Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg, richtig sauer. „Was die Vorstellungen der Patienten hinsichtlich ihrer Ferien und des Zwölf-Wochen-Abstands betrifft, kann ich nur sagen: Wir bekämpfen eine Pandemie und machen keine Urlaubsplanung“, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Bei einem zwölfwöchigen Abstand zwischen den Impfungen sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Wirkung extrem hoch, untermalte Plassmann die Wichtigkeit des Impf-Abstandes.

Wir bekämpfen eine Pandemie und machen keine Urlaubsplanung.

Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche Vereinigung Hamburg

Deshalb habe die Kassenärztliche Vereinigung den Ärzten auch geraten, den Abstand möglichst einzuhalten. Seit die Impfpriorisierung für Astrazeneca aufgehoben* wurde, gibt es die Erstimpfung frei zugänglich für alle Hamburger beim Hausarzt. Viele erkundigen sich per Telefon nach freien Impfterminen. Impfungen mit Astrazeneca werden dann aber reihenweise abgelehnt. Deshalb habe Plassmann den Ärzten geraden, „so viel Astrazeneca wie möglich unters Volk zu bringen, aber die Patienten nicht zu überreden. Denn die Diskussionen in den Praxen kosten viel Zeit und bereiten uns allen Ärger“. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © NurPhoto/imago images, imagebroker/imago images & Westend61/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare