Kein Präsenzunterricht

Corona an Hamburger Schulen: Zeugnisse im Lockdown

  • Jens Kiffmeier
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  • Natalie-Margaux Rahimi
    Natalie-Margaux Rahimi
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Hamburgs Schulen im Notbetrieb: Halbjahreszeugnisse gibt es für die Schüler trotzdem. Wie das Corona-konform geht und warum Maskenverweiger zur Schule müssen.

  • Deutschland befindet sich wieder im Corona-Lockdown.
  • An Hamburgs Schulen fällt die Anwesenheitspflicht weg, eine Notbetreuung findet statt.
  • Am 28. Januar gab es für Hamburgs Schüler die ersten Lockdown-Zeugnisse.

Update vom Donnerstag, 28. Januar 2021, 7.50 Uhr: Hamburg – Das erste halbe Schuljahr ist in Hamburg schon wieder vorbei. Jetzt stehen die Halbjahreszeugnisse an. Aber wie erfolgt die Zeugnisvergabe im Corona-Lockdown und wie werden die Zeugnisse übergeben? Die Schulbehörde hat den Schulen empfohlen, dass sie die Zeugnisse digital oder per Post an die Schüler übermitteln sollen. Wie die Stadt Hamburg auf ihrer Webseite mitteilt, gibt es aber auch Schulen, die ihre Schüler verpflichten, die Zeugnisse persönlich in der Schule abzuholen.

Verpflichtend sind Zwischenzeugnisse aber nicht in allen Klassenstufen. Pflicht sind sie in den vierten Klassen der Grundschulen, in den Klassenstufen 9-13 an den Stadtteilschulen und an den Gymnasien in den Klassen 6 und 10 bis 12. An den Grundschulen gibt es in der Regel generell keine Zwischenzeugnisse in den Klassenstufen eins bis drei. In allen anderen Stufen sollten die Lehrer in einer Lehrerkonferenz entscheiden, ob und wie in diesem Jahr Zwischenzeugnisse ausgestellt werden. Wie und wann Zeugnisse ausgestellt werden, entscheidet übrigens jedes Bundesland für sich. Wie die Stadt Bremen die Herausforderung der Zeugnisvergabe im Lockdown* meistert, berichtet nordbuzz.de.

Behörde in Hamburg:Behörde für Schule und Berufsbildung
Befindet sich in: Hamburger Meile
Adresse: Hamburger Str. 31, 22083 Hamburg
Telefon: 040 428630

Corona an Hamburgs Schulen: Maskenverweigerer werden nicht suspendiert

Update vom Samstag, 16. Januar 2021, 09.30 Uhr: Hamburg – Ein Hamburger Schüler wollte im Unterricht keine Maske tragen, daraufhin wollte die Schule ihn vom Unterricht ausschließen. Nun hat das Oberverwaltungsgericht dem Schüler recht gegeben. Zwar sei die Maskenpflicht an Hamburger Schulen rechtmäßig, doch dürften auch Maskenverweigerer nicht auf unbestimmte Zeit vom Unterricht ausgeschlossen werden, heißt es vom Gericht. Dafür fehle die Rechtsgrundlage.

Sollte in Hamburg also bald wieder ein regulärer Unterricht mit Präsenzlehre stattfinden, können Kinder auch ohne Maske in den Unterricht kommen, ohne das die Schule etwas dagegen tun kann. Denn das Urteil des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar. Bevor ein Unterrichtsausschuss rechtskräftig wäre, müsste der Hamburger Senat dies in die Eindämmungsverordnung oder das Schulgesetz aufnehmen. In erster Instanz hatte der Schüler übrigens noch verloren. Nach Ansicht des Gerichts sei der Infektionsschutz wichtiger als das Interesse des Schülers. Das sah das Oberverwaltungsgericht nun offenbar anders.

Corona an Hamburgs Schulen: Wo die Prüfungen ausfallen

Update vom Dienstag, 12. Januar 2021, 12.25 Uhr: Hamburg – Wegen des anhaltenden Corona-Lockdowns und den damit verbundenen Schulschließungen hat sich die Hamburger Schulbehörde dazu entschlossen, wie bereits viele andere Bundesländer in diesem Jahr auf die zusätzlichen Hauptschulprüfungen zu verzichten. Das bedeutet, dass die Schüler einen vollwertigen Abschluss erhalten, ohne dafür noch einmal eine gesonderte Prüfung ablegen zu müssen. Die Abschlussnoten werden aus den Unterrichtsleistungen des letzten Schuljahres gebildet.

Und noch etwas wird es in diesem Jahr nicht geben. An Gymnasien schreiben die Schüler der zehnten Klassen üblicherweise eine schriftliche Arbeit in den drei Hauptfächern. Die landesweit gleichen Klassenarbeiten werden in diesem Jahr ebenfalls nicht stattfinden. Sie werden durch eine Klausur ersetzt, die die einzelnen Lehrer passgenau auf ihren Lehrinhalt anpassen werden. In den Klassenstufen eins bis zehn sollen ferner bis zum Ende des Lockdowns keine Klassenarbeiten stattfinden. In der Oberstufe hingegen sollen Klausuren wie geplant auch während des Lockdowns geschrieben werden, da das Abitur nicht ohne Weiteres ausfallen könne, so die Schulbehörde.

Darüber hinaus werde es in den Märzferien gesonderte Lernangebote geben, damit Schüler ggf. Versäumnisse nachholen können. Schulsenator Ties Rabe kündigte aber auch Anpassungen beim mittleren Schulabschluss und dem Abitur an. „Aufgrund von Corona wird bis Ende Januar fast ein halbes Schuljahr kein Unterricht in der Schule erteilt. Den Schülerinnen und Schülern dürfen dadurch keine Nachteile entstehen. Wir werden deshalb auch Anpassungen beim mittleren Schulabschluss und beim Abitur vornehmen. Dazu werden wir uns in den nächsten Wochen sorgfältig mit der Kultusministerkonferenz beraten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe sagt die Hauptschulprüfungen ab. (24hamburg.de-Montage)

Corona an Hamburgs Schulen: Geschlossen bis Februar – Geld für Eltern?

Update vom Mittwoch, 06. Januar 2021, 07.29 Uhr: Hamburg – Beim Corona-Gipfel haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Länderchefs darauf geeinigt, dass die in den Ländern getroffenen Entscheidungen zu den Schulen weiter bestehen bleiben. Konkret bedeutet das für Hamburg: Die Präsenzpflicht in den Schulen bleibt bis 31. Januar 2021 aufgehoben. Eine Notbetreuung wird weiterhin eingerichtet. Dasselbe gilt übrigens auch für Kitas.

Die Eltern sollen ab sofort finanziell mehr unterstützt werden. Das Kinderkrankengeld wird ab sofort für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil gezahlt. Alleinerziehende bekommen sogar 20 Tage. Die Besonderheit: Das Krankengeld gibt es nun nicht nur für den Fall, dass die Kinder krank sind, sondern, auch wenn die Kinder wegen Homeschooling zu Hause betreut werden müssen. Karl Lauterbach (SPD) hatte auf Twitter schon vor dem Coronagipfel gefordert, dass weiterhin auf Homeschooling zurückgegriffen wird. „Das ist sehr bitter für die Kinder“, schrieb der Gesundheitsexperte.

Nach neusten Informationen der Schulbehörde, kommt derzeit jedes fünfte Grundschulkind in die Schule (19,98 Prozent). In den Gymnasien (3,02 Prozent) und Stadtteilschulen (6,43 Prozent) sind es deutlich weniger. Dafür besuchen weiterhin recht viele Kinder die Sonderschulen. Hier sind es 14,37 Prozent. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) appellierte deshalb im Hamburg Journal noch einmal an alle Eltern, ihre Kinder, wenn möglich zu Hause zu behalten.

Corona an Hamburgs Schulen: Schließung bis Februar möglich – Lehrer sauer

Update vom Montag, 04. Januar 2021, 10.05 Uhr: Hamburg – Die Kritik am Hamburger Corona-Kurs wächst: In einem offenen Brief haben Schulen und die Bildungsgewerkschaft GEW die Politik von Schulsenator Ties Rabe (SPD) attackiert. Demnach fühlen sich die Pädagogen zunehmend im Stich gelassen und werfen dem Senator vor, die aktuelle Corona-Lage schönzureden und herunterzuspielen, berichtete das Hamburger Abendblatt. Statt gemeinsam nach Lösungen für die Probleme zu suchen, werde mit immer neuen Verordnungen über die Köpfe der Lehrer hinweg entschieden, hieß es demnach in dem Brief.

Derzeit ist in Hamburg die Präsenzpflicht an den Schulen ausgesetzt, möglicherweise wird diese Regelung sogar bis zum Februar verlängert. Dass bedeutet, dass Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule gehen lassen oder sie zuhause betreut werden können. Laut der Gewerkschaft stößt diese Regelung in den Schulen allerdings zunehmend auf Kritik. Es bleibe offen, wie die Lehrer den Spagat zwischen Digital- und Präsenzunterricht meistern sollten, hieß es in dem veröffentlichten Schreiben. Mit diesem Problem würden die Schulen alleingelassen und die Lehrer an den Rand der Belastungsgrenze getrieben.

Damit wächst der Druck auf Schulsenator Rabe. Bereits in den vergangenen Wochen war an seinem Kurs Kritik laut geworden. Ihm wurde vorgeworfen, mit einer Studie die Infektionslage an den Hamburger Schulen schönzurechnen. Ob allerdings die Schulen im aktuellen Lockdown geöffnet bleiben oder ob in diesem Bereich weitere Verschärfungen drohen, wird am Dienstag auch beim Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten werden.

Corona an Hamburgs Schulen: Schließung bis Februar möglich

Update vom Mittwoch, 30. Dezember 2020, 08.31 Uhr: Hamburg – Vergangene Woche hatte Ties Rabe die drei Szenarien für den Re-Start der Schulen vorgestellt. Präsenz-, Digital- oder Hybridunterricht sollte es ab 10. Januar geben. Jetzt hört sich alles doch irgendwie anders an. Die Anwesenheitspflicht bleibt bis mindestens 17. Januar 2021 aufgehoben. Das bedeutet, dass Eltern weiterhin entscheiden müssen, ob ihre Kinder in die Schule gehen sollen oder Zuhause betreut werden können.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe deutet außerdem an, dass dieser Zustand auch noch bis Februar 2021 anhalten könnte. Dazu sagte er in einem Pressestatement: „Aufgrund der anhaltend zu hohen Infektionszahlen ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass die Schulen in Hamburg wie in den anderen Bundesländern im Januar noch nicht zum regulären Präsenzunterricht zurückkehren werden“. Anfang Januar will der Senat eine Entscheidung darüber treffen.

Die Anwesenheitspflicht an Hamburger Schulen bleibt vorerst aufgehoben (24hamburg.de-Montage)

Die Aufhebung der Anwesenheitspflicht war eigentlich nur noch für die erste Schulwoche vom 5. bis 10. Januar angedacht. Für diese Zeit haben sich laut Ties Rabe nur einige wenige Schüler zum Präsenzunterricht angemeldet. Im Gegenteil: „Rund 80 Prozent der Grundschulkinder und weit über 90 Prozent der Schüler aus den weiterführenden Schulen werden in der ersten Schulwoche zu Hause bleiben“, so der Schulsenator.

Corona an Hamburgs Schulen: Senator Ties Rabe über Vertuschungsvorwürfe

Update vom Dienstag, 29. Dezember 2020, 12.45 Uhr: Hamburg – Am gestrigen Montag war bekannt geworden, dass die Hamburger Schulbehörde die Ergebnisse einer Untersuchung zum Infektionsgeschehen an der Heinrich-Hertz-Schule nicht direkt veröffentlicht hat. Danach wurden Vertuschungs-Vorwürfe laut.

Politiker der CDU und Linken sahen sich außerdem in ihrer Annahme bestätigt, dass Schulen sehr wohl Infektionstreiber sein können. Schulsenator Rabe hatte dies in der Vergangenheit immer wieder abgestritten. Jetzt wollen die Politiker wissen, seit wann Ties Rabe von den Ergebnissen der neuen Untersuchung gewusst hat.

Der Schulsenator erklärte unterdessen im Interview mit NDR 90,3, dass die Untersuchung eher positiv gewesen sei. Es hätten sich nämlich nur 25 statt der zunächst angenommen 34 Schüler innerhalb der Schule angesteckt. Rabe gab aber zu, dass er die Ergebnisse vielleicht etwas eher hätte veröffentlichen sollen. Und: er unterstrich abermals seine Aussage, nach welcher in Schulen kein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe.

Corona in Hamburg: Schulen könnten gefährlicher sein als gedacht

Update vom Montag, 28. Dezember 2020, 9.30 Uhr: Hamburg – Sind die Schulen doch nicht so sicher wie bisher angenommen? Von Schulsenator Ties Rabe war in den vergangenen Monaten immer wieder zu hören, dass die Schulen keine Infektions-Hotspots seien. Viele der erkrankten Kinder würden sich gar nicht in der Schule, sondern anderswo mit dem Corona-Virus anstecken. Dazu präsentierte der Schulsenator auch eine Studie, die zeigte, dass sich vier von fünf Schülern außerhalb der Schulen angesteckt hatten. Dabei wurden 170 Schulen untersucht.

Nun wird jedoch ein Fall bekannt, in dem es ganz anders war. Im September hatten sich etwa 40 Schüler der Heinrich-Hertz-Schule mit Corona infiziert. Eine Untersuchung des Heinrich-Pette-Instituts und des UKE ergab jetzt, dass sich davon mindestens 25 Schüler innerhalb der Schule angesteckt haben. Das beweist, dass Schulen sehr wohl Infektionstreiber sein können.

Besonders brisant: Die Ergebnisse der Studie wurden seitens der Schulbehörde erst kommentiert, nach dem es eine offizielle Anfrage beim Portal „FragDenStaat“ gab. Dabei dürften die Ergebnisse schon deutlich länger bekannt sein. Wurden die Ergebnisse unter den Teppich gekehrt? Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, gab es dazu von der Schulbehörde bisher keine Stellungnahme. Allerdings erklärte sie, dass die Studie eher eine gute Nachricht für alle sei. Vorher sei die Schulbehörde nämlich von 34 schulinternen Ansteckungen ausgegangen.

Corona in Hamburg: Neustart der Schulen – das sagt Ties Rabe

Update vom Mittwoch, 23. Dezember 2020, 11.15 Uhr: Hamburg – Noch ist nicht klar, wie genau es nach dem 10. Januar weitergehen soll. Bis dahin ist die Anwesenheitspflicht an den Hamburger Schulen ausgesetzt. Schulsenator Ties Rabe hat nun im Hamburg Journal darauf hingewiesen, dass die Schulen nicht wieder geöffnet werden, sollte keine Sicherheit für Schüler und Lehrer gewährleistet werden können. Bis dahin müsse man „abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln“, so Rabe.

Allerdings sei man bei der Schulbehörde mittlerweile auf drei verschiedene Szenarien vorbereitet. Es gäbe Konzepte für den kompletten Fernunterricht, einen Wechselunterricht und auch für den Präsenzunterricht, sagte der Schulsenator. Beim Wechselunterricht soll immer jeweils „eine Hälfte der Schüler in der Klasse lernen und die andere Hälfte zu Hause“, so Ties Rabe. Der Präsenzunterricht würde natürlich unter „besonderen Hygienebestimmungen“ stattfinden, dazu lägen der Behörde ebenfalls schon Konzepte vor.

Corona in Hamburg: Schulen setzen Eltern mit Notbetreuung unter Druck

Update vom 17. Dezember 2020, 09.15: Hamburg – Nach dem das Vorgehen der Hamburger Schulbehörde schon seitens der Politik und der Lehrer scharf kritisiert wurde, melden sich nun auch die Eltern zu Wort. Die Eltern-Initiative „Familien in der Krise“ hat sich der Kritik aus der Politik angeschlossen. Außerdem berichtet Anna-Maria Kuricová, Mitbegründerin der Initiative im Interview mit der Hamburger Morgenpost davon, dass die Eltern von den Schulen sogar unter Druck gesetzt wurden, ihre Kinder Zuhause zu behalten. „Uns liegen Elternbriefe vor, in denen die Familien von den Schulen dazu aufgefordert werden, solidarisch zu sein, die Notbetreuung möglichst nicht in Anspruch zu nehmen und ihre Kinder zu Hause zu lassen“, sagte sie.

Die Initiative appelliert daher an den Hamburger Senat die Schulen so schnell wie möglich zurück in den Regelbetrieb zu holen. „Keinesfalls“ dürfe die Situation über den 10. Januar 2021 hinausgehen, so Kuricová. Laut Aussage der Schulbehörde nimmt aktuell nur ein sehr kleiner Teil am Präsenzunterricht teil. 42 Schulen innerhalb Hamburgs wurden befragt. Zwischen dem 16. und 18. Dezember werden 15,3 Prozent aller Grundschüler, 2 Prozent aller Gymnasiasten und 4,2 Prozent der Stadtteilschüler in die Schule kommen.

Hamburger Schulen im Corona-Lockdown – Lehrer kritisieren Vorgehen

Update vom 16. Dezember 2020, 7.28: Hamburg – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Stadtteilschulen haben das Vorgehen der Hamburger Schulbehörde, die Schulen geöffnet zu lassen und die Anwesenheitspflicht aufzuheben, scharf kritisiert. Sie fordern von der Schulbehörde eine langfristige und vor allem nachhaltige Strategie im Umgang mit der Corona-Krise. Besonders kritisch sehen die Vereinigung der SchulleiterInnen der Hamburger Stadtteilschulen und der Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens (GGG), dass die Schulbehörde in der jetzigen Situation nicht die Verantwortung für die Schüler übernimmt, sondern diese an die Eltern der Kinder weitergibt.

An Hamburgs Schulen entfällt die Anwesenheitspflicht. (24hamburg.de-Montage)

Viel sinnvoller wäre es gewesen, die Lehre komplett auf den Distanzunterricht zu verlagern. Am Montag hatte die Schulbehörde erklärt, dass die Eltern der Schüler selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken möchten oder nicht. Daher fordert die GEW, dass sich die Schulbehörde nun eine langfristige Strategie überlegt: „Es darf nicht sein, dass Anfang Januar wieder nur kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden, die weitere Belastungen für alle an Schule Beteiligten mit sich bringen“, so Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg, im Interview mit der Hamburger Morgenpost.

Hamburger Schulen im Corona-Lockdown – neue Regeln im Überblick

Erstmeldung vom 14. Dezember 2020, 10.03 Uhr:

Hamburg – Die von Bund und Ländern vereinbarten Regelungen zum neuen Lockdown haben auch Auswirkungen auf Schulen und Kitas. Bis Weihnachten gilt zunächst: Eltern sollen selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken möchten. Die Anwesenheitspflicht wird ab Mittwoch, den 16. Dezember aufgehoben und soll durch andere schulische Angebote ersetzt werden. Die Regelung gelte laut Hamburger Senat zunächst mindestens bis zum 10. Januar 2021.

Corona-Lockdown: Hamburg hebt Anwesenheit an Schulen vorübergehend auf

Aus dem Beschluss des Hamburger Senats geht hervor, dass Kinder ab Mittwoch, den 16. Dezember, wann immer möglich Zuhause betreut werden sollen. „Daher werden in diesem Zeitraum die Schulen grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht wird ausgesetzt“, heißt es in dem Beschluss. Dies soll vor allem dazu führen, dass auch an Hamburgs Schulen die Kontakte vor Weihnachten größtmöglich eingeschränkt werden.

Die Eltern der Kinder sollen nun entscheiden, ob ihre Kinder in die Schule gehen müssen oder am Distanzunterricht teilnehmen können. Aus organisatorischen Gründen müssen die Eltern der Kinder wochenweise über die Teilnahme am Präsenzunterricht entscheiden. Für die Schüler, die ab Mittwoch von Zuhause aus lernen, sollen geeignete Lernmaterialien zum Selbststudium zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Lockdown in Hamburg: Schulen bieten weiterhin Notbetreuung an

Für Schüler, die nicht von zu Hause aus lernen können, wird eine Notbetreuung eingerichtet. Täglich von 08.00-16.00 Uhr stehen den Kindern hierfür Lern- und Betreuungsangebote zur Verfügung. An den beiden Tagen vor dem Lockdown, sprich Montag (14. Dezember 2020) und Dienstag (15. Dezember 2020) werde der Unterricht laut Schulbehörde in vollem Umfang stattfinden.

An diesen Tagen sollen die Lehrkräfte und Schüler sich gegenseitig auf den anstehenden Fernunterricht vorbereiten und entsprechende Regelungen für den Schul-Alltag von Zuhause festlegen. Darüber hinaus soll dann geklärt werden, welche Kinder in die Schule kommen und welche Schüler Zuhause bleiben.

Hamburgs Schulen im Corona-Lockdown: Für Abschlussklassen gibt es gesonderte Regelungen

Für Hamburgs Abschlussklassen gibt es gesonderte Regelungen. Beispielsweise sollen bereits für den Zeitraum zwischen 16. Dezember und 10. Januar geplante Prüfungen und Klausuren trotz Lockdown stattfinden. Damit soll eine außerordentliche Belastung der Schüler nach Ende des Lockdowns vermieden werden. Eine Ausnahme dieser Regelung kann gemacht werden, sofern der Klassenverband ausdrücklich eine Verschiebung der Prüfung wünscht.

Schulsenator Ties Rabe ist zufrieden mit den Lockdown-Regelungen für die Schulen und sagte zu dem Beschluss: „Wir haben für insgesamt sieben Schultage jetzt eine angemessene und für Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Schulen praktikable Regelung getroffen. Das gibt allen Beteiligten Verlässlichkeit und Planungssicherheit“.

Corona-Lockdown an Hamburgs Schulen: Regelungen gelten bis mindestens 10. Januar 2021

Die von der Schulbehörde gefassten Beschlüsse gelten ab Mittwoch, 16. Dezember bis mindestens 10. Januar. Über einen möglichen Wiedereinstieg nach Ablauf dieses Datums werde die Schulbehörde laut Senator Ties Rabe rechtzeitig informieren. Die Regelungen gelten auch für Berufsschulen.

Hamburgs CDU-Fraktionschef Dennis Thering fordert unterdessen im Interview mit dem Hamburger Abendblatt von der Schulbehörde, sich schon jetzt auf den Re-Start der Schulen am 10. Januar vorzubereiten. Zumindest so, dass die Schüler wieder vernünftig lernen können, sagte er. „Wenn das auch dann nicht im Präsenzunterricht möglich sein sollte, muss alles für den Digitalunterricht bereit sein. Es kann nicht sein, dass der Senat dann wieder unvorbereitet dasteht und die Schulen mit dieser Herausforderung alleine lässt“, sagte Thering. *24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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