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Corona Hamburg: Neue Rekord-Inzidenz – folgt jetzt Chaos bei Booster-Impfungen?

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Von: Jan Knötzsch

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg steigt auf 721, die Inzidenz auf 185,5. Im Fokus: die Ungeimpften und die Booster-Impfungen. Ärzte warnen vor Panik.

Hamburg – Es hört einfach nicht auf. Die Zahlen steigen und steigen. Obwohl sich jeder das Gegenteil wünscht. Nachdem die Werte in der Hansestadt Hamburg schon am Dienstag, 16. November 2021, Rekordwerte erreicht hatten und der Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beschlossen hat, die 2G-Regeln in Hamburg extrem auszuweiten, sorgen die Zahlen am Mittwoch, 17. November 2021, für den nächsten Corona-Hammer.

Sie sind wieder gestiegen. Erreichen fast ungeahnte Höhen. Die Angst vor Coronavirus-Infektionen wächst in Hamburg wieder. Zugleich auch der Ärger über Ungeimpfte. Und der „Run“ auf die Booster-Impfungen. Gibt‘s deswegen ein Chaos?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Corona Hamburg: Die Zahlen klettern am Tag nach Beschluss zu 2G-Regeln weiter in die Höhe

Zunächst zu den Zahlen: In Hamburg, wo Innensenator Andy Grote (SPD) Bürgerinnen und Bürger dazu auffordert, dass sie Verstöße gegen die 2G-Regeln melden sollen, sind am 17. November insgesamt 721 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind 372 mehr als am Tag zuvor und 87 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Der Inzidenzwert, also die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen, ist dadurch wieder gestiegen und lag bei 185,5 (Vortag: 180,9). Das bedeutet einen neuen Negativ-Rekord. So hoch war die Zahl noch zuvor in Hamburg.

Eine Frau hält ihren Impfpass in beiden Händen. Im Vordergrund eine Spritze, auf der mit Buchstaben das Wort Booster gebildet ist
In Hamburg schnellen die Inzidenzzahlen nach oben. Kommt die Hansestadt mit den Booster-Impfungen hinterher? (24hamburg.de-Montage) © Steinach/imago & Michael Weber/imago

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Hamburg bislang 1854 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben (Stand: 16. November). Innerhalb eines Tages sind fünf Todesfälle neu dazugekommen. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Hamburg 106.353 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Laut RKI gelten 95.500 von ihnen als genesen. In den Krankenhäusern in Hamburg werden nach Angaben der Gesundheitsbehörde derzeit 176 Corona-Patienten behandelt. Auf Intensivstationen lagen zuletzt 47 Corona-Patienten.

Corona in Hamburg: So viele Menschen sind in Hamburg geimpft – und diese Zahl an Menschen hat Anrecht auf Booster-Impfung

Soweit die schlechten Zahlen. Es gibt allerdings auch gute: 1.392.050 Menschen haben in Hamburg bis einschließlich Dienstag, 16. November 2021, eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten, 1.355.593 auch eine Zweitimpfung. Und dennoch macht die Impfkampagne in Hamburg sorgen – zumindest der Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH). Dort verfolgt laut Hamburger Morgenpost Walter Plassmann, der Vorsitzende der KVH, die aktuelle Diskussion um die Booster-Impfungen mit Sorge: „Es ist niemandem damit geholfen, wenn jetzt völlig unnötigerweise die Menschen in Sorge und Angst versetzt werden.“

Plassmann, der sich zuletzt dagegen ausgesprochen hat, das Hamburger Impfzentrum wieder zu eröffnen, sagt weiter: „Wir werden allen Menschen, die eine Auffrischungsimpfung haben möchten, diese auch geben können – vorausgesetzt, es halten sich alle an die Regeln.” Besonders wichtig dabei: die Karenzzeit von sechs Monaten einzuhalten. „Die sechs Monate zwischen zweiter und dritter Impfung sind ein vorsichtig gewählter Richtwert, es ist keine fixe Grenze”, so der KVH-Präsident Plassmann, der verdeutlicht, dass es „auch kein Problem ist, wenn der Boostertermin ein paar Tage oder Wochen nach dieser Frist liegt.”

Corona in Hamburg: Das sagt Ex-Impfzentrum-Leiter Dr. Dirk Heinrich zu Chaos bei Booster-Impfungen

Die Booster-Impfung gegen das Coronavirus trifft derweil in Hamburg, wo Bürgerinnen und Bürger hier ihre kostenlosen Corona-Schnelltests bekommen können, nicht überall auf Gegenliebe. Dr. Dirk Heinrich, der früheren Leiter des Hamburger Impfzentrums in den Messehallen, konstatiert via Mopo, dass die Diskussion um die Booster-Impfung am eigentlichen Problem vorbeigeht: „Wir sollten uns darum bemühen, die noch nicht Geimpften zur Impfung zu bewegen, das hätte einen viel größeren Effekt.” Laut Mopo könnten gemessen an der Sechs-Monats-Frist aktuell rund 190.000 Menschen in Hamburg die Auffrischungsimpfung in Anspruch nehmen.

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Etwa die Hälfte der Menschen, die die Booster-Impfung in Anspruch nehmen kann, hat dies bereits getan und verschafft Hamburg, wo alle Weihnachtsmärkte nur noch unter 2G-Regeln stattfinden dürfen, bundesweit den vierten Platz im Ranking der Booster-Impfungen hinter Berlin, Bremen und Niedersachsen. Ein etwaiges Chaos schließt Dr. Dirk Heinrich allerdings aus: „Unsere Angebote in Hamburg, mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, den Impfstellen in den Krankenhäusern und den mobilen Teams der Sozialbehörde sind völlig ausreichend.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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