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Corona Test Hamburg: Miese Bilanz für Lollis – Projekt gescheitert?

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Lolli-Test gilt als kindgerechte Alternative zum Corona-Schnelltest. Viele Ergebnisse sind fälschlicherweise positiv. Was wird aus dem Modellprojekt?

Hamburg – Der Lolli-Test gilt als kinderfreundliche Alternative zum klassischen Coronavirus-Antigentest, bei dem – mal mehr, mal weniger fachmännisch – ein Wattestäbchen in die Nase eingeführt wird, um eine mögliche Corona-Infektion fest zu stellen. Einmal kurz lecken, wie bei einem echten Lolli – ein einfaches Prinzip, dass auch die Kleinsten verstehen, nicht falsch ausgeführt werden kann und nicht in der Nase juckt.

Doch viele der Ergebnisse eben dieser Lolli-Tests sind falsch, wie der Hamburger Senat nun bekannt geben musste. Dennoch, der Inzidenzwert bleibt unter Hamburgs Schülern am höchsten.

Impfangebote:Für Schüler ab 12 Jahren
Testpflicht:Alle Schüler Hamburgs, zwei Mal die Woche
Maskenpflicht:Alle Schüler Hamburgs
Lüftpflicht:Alle 20 Minuten für 5 Minuten in allen Räumen

Corona Test an Schulen: Lolli-Pilotprojekt läuft seit August – das ist die Bilanz

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, wollte die CDU-Fraktion der Hamburgischen Bürgschaft vom Senat den Zwischenstand eines Pilotprojektes zu Lolli-Test in Erfahrung bringen und wandte sich in einer Anfrage an die Landesregierung. Denn die Tests sind keineswegs flächendeckend im Einsatz, sondern werden im Rahmen eines Pilotprojektes seit dem 30. August 2021 an zehn Hamburger Schulen durchgeführt.

1650 Schülerinnen und Schüler in 126 Lerngruppen bilden die Testbasis, wie die Mopo berichtet und werden zwei Mal pro Woche mithilfe des sogenannten Lolli-Tests auf das Coronavirus getestet. Dafür lassen die Testpersonen für rund 30 Sekunden ein Wattestäbchen im Mund, die Stäbchen mit den Speichelproben werden daraufhin pro Lerngruppe („Pool“) zusammengeführt und in einem Labor nochmals mit dem PCR-Verfahren nachgetestet.

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Corona in Hamburg: Lolli-Tests an Schulen – rund ein Drittel sind falsch positiv

2443 Lolli-Tests wurden bis zum 19. November an den teilnehmenden Schulen durchgeführt, bei 55 Pools fiel das Ergebnis positiv aus, so die Mopo. Die Kinder eines betreffenden Pools kommen nach einem positiven Befund zunächst für einen Tag in Quarantäne, dann wird nachgetestet – und hier beginnen die Probleme: Denn bei 18 Pools konnte auch mit einem PCR-Test kein infiziertes Kind festgestellt werden, also bei rund einem Drittel der 55 Pools, die durch den Lolli-Test vermeintlich als mit mindestens einem infizierten Kind erkannt wurden..

Schüler macht Lollitest
Die sogenannten „Lolli-Tests“ stoßen an Schulen und bei Jugendlichen auf eine hohe Akzeptanz. © Fleig/Eibner/Imago

Lolli-Corona-Test: Hamburger Senat bewertet Projekt „ambivalent“ – Schüler äußern sich positiv

Der Senat erklärte zu den Lolli-Tests, dass „vor diesem Hintergrund“, die Bewertung des Pilotprojekts zum jetzigen Zeitpunkt „ambivalent“ ausfalle. Und räumte ein: „Die erhoffte größere Präzision hat sich nur zum Teil gezeigt, da die Quote nicht aufgelöster Pools doch erheblich ist.“ Um mehr Daten zu sammeln und so die Zuverlässigkeit der Test besser beurteilen zu können, verlängerte der Senat das Lolli-Test-Modellprojekt bis Februar 2022.

Befragte Schüler und Schülerinnen zeigten sich hingegen positiv. Die Vorteile würden die Nachteile, wie etwa den einer Gruppenquarantäne im Fall eines positiven Pools, überwiegen, berichtete die Tageszeitung. Die Maßnahmen an Schulen wurden auch für Kinder, die eine Vorschule besuchen, verschärft. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDDIA.

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