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Corona-Krise: Flugverkehr von Hamburg stürzt ab – Pleitewelle droht

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Corona-Krise betrifft Flugverkehr in Hamburg und Deutschland stark. Hamburger Helmut-Schmidt-Flughafen droht großes Minus.

Hamburg-Fuhlsbüttel – Es ist still in den Hamburger Stadtteilen rund um den Flughafen Helmut Schmidt. Dort, wo eigentlich alle zwei Minuten ein Flugzeug startet, hört man nun den ganzen Tag fast nichts. Am 30. Januar 2021 werden über den ganzen Tag nur 14 Flugzeuge von der Hansestadt aus in die weite Welt abheben. Und das ist kein Sonderfall. Seit das Coronavirus Hamburg erobert hat, geht am Flughafen fast nichts mehr. Das ist aber nicht nur in Hamburg so. Deshalb droht der Flugbranche eine Pleitewelle.

Flughafen in Deutschland:Flughafen Hamburg Helmut Schmidt
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Flughafencode:HAM
Baujahr:1911
Telefon:040 50750

Corona-Krise an deutschen Flughäfen: Pleitewelle der gesamten Branche droht

Von Januar bis Dezember 2020 sind bundesweit 63 Millionen Menschen mit dem Flugzeug unterwegs gewesen. Das waren ganze 75 Prozent weniger als noch 2019. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BLD) glaub zwar, dass sich die Flugbranche nach der Corona-Krise wieder erholen werde, geht aber davon aus, dass das Jahre dauern wird. Erst 2025 werde man wieder auf Vorkrisen-Niveau sein, lautet die Prognose. Aktuell sind die Fluggastzahlen auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Und auch in diesem Jahr werde laut Bild lediglich mit 95 Fluggästen gerechnet. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

Wegen der Corona-Krise steht der Flugverkehr am Hamburger Flughafen derzeit nahezu still. (24hamburg.de-Montage)

Diese Krise sei für die komplette Branche daher die Schlimmste, die je zu bewerkstelligen gewesen ist. Denn durch die Verluste sind nicht nur die Flughäfen von einer Pleitewelle bedroht, sondern auch tausende Arbeitsplätze drohen wegzufallen. Laut BDL besteht die Gefahr, dass von 255.000 Beschäftigten bei Fluggesellschaften in den nächsten Jahren bis zu 60.000 Arbeitsplätze gestrichen werden müssen. Massenentlassungen seien bisher nur mithilfe von Kurzarbeit und Krisenpaketen der Gewerkschaften zu verhindern gewesen. Aktuell befinden sich 60 bis 70 Prozent aller Beschäftigten der Branche in Kurzarbeit.

Flugbranche vor Pleitewelle: Bund und Länder sollen helfen

Eine Konferenz der Landesfinanzmister hat daher kürzlich entschieden, dass der Flugbranche mit einem Corona-Hilfspaket in Höhe von einer Milliarde Euro geholfen werden soll. Dabei soll der Bund einen Anteil von 500 Millionen Euro übernehmen. Allerdings muss Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der sich seiner Kanzlerschaft im Anschluss an die Wahlen in diesem Jahr übrigens schon sicher ist, noch seine Genehmigung bzw. Freigabe erteilen. Die Flugbranche kann aber hoffen, das Bundesfinanzministerium begrüßte laut Deutscher-Presse Agentur das Vorhaben der Länder und kündige baldige Gespräche diesbezüglich an.

Bayern Finanzminister Albert Füracker (CSU) war laut dpa ebenfalls für die Corona-Hilfen für die Flugbranche und erwarte vom Bund, dass er seiner Aufgabe gerecht werde und der Branche in diesen schwierigen Zeiten helfen werde. Denn schließlich seien „Flughäfen nicht nur das Tor zu Welt und ein Symbol für Freiheit“, sondern auch Handelsscheibe und Arbeitgeber für viele tausend Menschen, so der Finanzminister. Wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) schätzt, werden die Flughäfen in Deutschland für die Jahre 2020 und 2021 übrigens einen Verlust von insgesamt 3 Milliarden Euro machen.

Corona-Hilfen für Flugbranche: Nicht alle begrüßen die Hilfe von Bund und Ländern

Nicht alle finden die Idee, der Flugbranche mit finanziellen Mitteln unter die Arme zu greifen, gut. So kritisiert beispielsweise der Umweltverband BUND das Vorhaben der Finanzminister. „Auf keinen Fall dürfen Flughäfen Zuschüsse erhalten, die schon vor der Coronakrise von Subventionen abhängig waren“, sagte Verkehrsexperte Jens Hilgenberg im Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Er warnte darüber hinaus vor der Verschwendung von Steuergeldern. Daher habe der BUND eine Liste mit zehn Flughäfen erstellt, die schon vorher nur mithilfe von Subventionen überlebten.

Flughäfen in der Corona-Krise: Fliegt in Hamburg bald gar nichts mehr?

Indes gibt es vom Innenminister Horst Seehofer einen ganz anderen Vorschlag. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, soll der Flugverkehr bundesweit nahezu stillgelegt* werden. Hintergrund der Maßnahmen sind die Coronavirus-Mutationen aus dem Ausland. Zumindest soll die Einreise aus Risikogebieten komplett untersagt werden. Dazu gehören derzeit unter anderem Großbritannien, Portugal und Südafrika. Die Maßnahme könne nach Informationen der BILD aber auch für Dänemark und die Niederlande gelten. Schon in der nächsten Woche könnten demnach entsprechende Beschlüsse verabschiedet werden. * 24hamburg.de und fr.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschule/dpa, Westend61/imago images & MiS/imago images

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