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Corona Hamburg: Ständig falsche Ergebnisse – das steckt hinter dem Schnelltest-Dilemma

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Von: Tomasz Gralla

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Ungewissheit breitet sich an Hamburger Schulen aus. Immer wieder sorgen falsche Ergebnisse von Corona-Schnelltests für Irritation. Woher kommt diese hohe Fehlerquote?

Hamburg – Nach den Herbstferien wurden an Hamburger Schulen, wo immer noch die Maskenpflicht herrscht, neue Corona-Schnelltests eingeführt, die aufgrund einer viel zu hohen Fehlerquote in die Kritik geraten. Schüler und Eltern sind besorgt. Die Schulbehörde glaubt währenddessen die Schwachstelle erkannt zu haben und bietet Alternativen an, um die Coronalage in Hamburg unter Kontrolle zu halten.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Schulen in Hamburg:411
Davon Grundschulen in Hamburg:223
Schulsenator in Hamburg:Ties Rabe

Corona in Hamburg: Falsche Schnelltest-Ergebnisse an Schulen sorgen für Beunruhigung

An Hamburgs Schulen werden derzeit Schnelltests der Marke Genrui verwendet, und diese zeigen erschreckend oft falsche Testergebnisse an, was insbesondere Eltern beunruhigt. Am ersten Schultag nach den Herbstferien wurden rund 200.000 dieser Schnelltest durchgeführt, bei 287 zeigten sie ein positives Ergebnis an – teils auch nach mehreren Genrui-Tests. Als bei den betroffenen Personen ein PCR-Test durchgeführt wurde, der ein wesentlich aussagekräftigeres Ergebnis aufweist, wird nur bei knapp einem Drittel auch tatsächlich eine Infektion bestätigt.

Ein Jugendlicher macht einen Corona-Schnelltest in der Schule. Doch viele dieser Test zeigen ein falsches Ergebnis an.
Immer mehr Corona-Schnelltests an Hamburger Schulen zeigen ein falsches Ergebnis an – woran liegt das? (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

„Die zurzeit eingesetzten Schnelltests der Marke Genrui melden offensichtlich sehr häufig eine Corona-Infektion, die sich bei der Überprüfung mit einem PCR-Test nicht bestätigt“, beobachtet auch die Hamburger Schulbehörde in einem Schreiben, das dem Hamburger Abendblatt vorliegt. „Diese hohe Zahl von ‚falsch-positiven‘ Meldungen verunsichert die Schulgemeinschaften und führt zu zahlreichen Rückmeldungen von Schulen und Eltern.“

Hamburger Schulbehörde identifiziert Grund für zahlreiche falsche Corona-Schnelltest-Ergebnisse

Als Grund für die vielen „falsch-positiven“ Schnelltest-Ergebnisse sieht die Schulbehörde Probleme bei der Handhabung der neuen Tests der Marke Genrui, die anders bedient werden müssten als die bisherigen Tests. Es wird deswegen vorläufig empfohlen, dass Personen, die mehrmals mit einem Genrui-Schnelltest „falsch-positiv“ getestet wurden, in Zukunft auf Corona-Tests der Marke Lyther zurückgreifen, von denen es noch ein Restkontingent gäbe.

Die Schulbehörde weist darauf hin, dass nicht sie sich für die Schnelltests der Marke Genrui entschieden habe, sondern die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz im Rahmen einer Ausschreibung. Nichtsdestotrotz werde das Problem von der Schulbehörde „sehr ernst“ genommen.

Besorgte Eltern sollten bei der Ungewissheit aber unbedingt auf Gratis-Corona-Test aus dem Internet verzichten, wollen sie nicht riskieren, ein Bußgeld zu kassieren.

Corona in Hamburg: Kein Einzelfall von falschen Testergebnissen bei Schnelltests

Auch abseits der Schulen in Hamburg sorgen falsche Schnelltest-Ergebnisse für Schlagzeilen. So auch in Stellingen, wo vor wenigen Tagen bei der Feuerwehr unbemerkt das Coronavirus ausbrach. Bei der Feuerwache, wo alle Mitarbeiter geimpft sind, werden jeden Tag Schnelltest durchgeführt. Am besagten Tag fielen diese negativ aus. Weil aber in der Woche zuvor ein Kollege an Covid-19 erkrankten, wurden vorsichtshalber PCR-Test gemacht. Das Ergebnis: Zwölf von 31 Feuerwehrleuten haben sich mit Corona angesteckt.

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Corona-Schnelltests sind immer ungenauer als PCR-Tests, ganz gleich welcher Marke. Doch ein flächendeckender Einsatz von PCR-Tests an Schulen und in anderen öffentlichen Stellen ist allein aus Kostengründen unmöglich durchzusetzen. Und dennoch: Auch wenn die Schnelltests nicht vollkommen zuverlässig sind, so seien sie besser als gar keine Tests, betonen Experten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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