Senat widersetzt sich Stiko-Rat

Impfzentrum Hamburg: Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zur Corona-Impfung

  • Yannick Hanke
    VonYannick Hanke
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Das Impfzentrum in den Hamburger Messehallen ruft nun auch Jugendliche ab 16 Jahren zum Impfen auf. Senatorin Leonhard betont die Wichtigkeit dieses Schrittes.

Hamburg – Der Hamburger Senat weicht vom Kurs der Ständigen Impfkommission (Stiko) ab. Heißt: Auch Jugendliche ab 16 Jahren dürfen und sollen nun im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen geimpft werden. „Wir legen Wert darauf, dass die Eltern ihr Einverständnis erklären. Deswegen soll ein Erziehungsberechtigter zur Impfung mitkommen“, heißt es von Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bevölkerung:500 n. Chr.
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Impfungen in Hamburg: Nun sind auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren dran

Es ist vor allem die Gruppe zwischen 16 und 18 Jahren in Hamburg, die besonders zu betrachten sei. Leonhard verweist auf „eigenständige junge Menschen, die anders als durchschnittliche Zwölfjährige viel mehr Kontakte haben und zum Teil auch eigenständig reisen. Und sie sind körperlich weiterentwickelt als kleine Kinder oder knapp Zwölfjährige. Dies betrifft das Immunsystem, aber zum Beispiel auch Leber- und Nierenfunktion zum Abbau von Medikamenten und Nebenprodukten“.

Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren können sich freuen: Sie werden dazu aufgerufen, sich um einen Impftermin im Hamburger Impfzentrum in den Messehallen zu bemühen. (24hamburg.de-Montage)

Derzeit gibt es in der Hansestadt Hamburg rund 30.000 Menschen im Alter von 16 und 17 Jahren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass einige bereits geimpft sind. Dies betrifft Auszubildende in der Pflege, in der Kita, im Handel, aber auch in Versorgungsunternehmen.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard spricht sich für Impfungen bei Kindern aus

Mit der Entscheidung, auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren impfen zu lassen, geht Melanie Leonhard über das Votum der Stiko hinaus. Die Ständige Impfkommission spricht keine generellen Impfempfehlungen für die untere 18-Jährigen aus. Demgegenüber steht Leonhard, die anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* dazu aufruft, Kinder schon ab zwölf Jahren impfen zu lassen.

„Wenn man seine Kinder schützen will, ist der erste Weg, sich selbst impfen zu lassen. Wir haben im Moment in Hamburg eine Impfquote bei den 18- bis 60-Jährigen von 58 Prozent. Da ist noch Luft nach oben“, kritisiert Leonhard das Hamburger Schneckentempo beim Impfen. Die Empfehlung der Gesundheitssenatorin: „Ich rate den Eltern, mit ihrem Kind über eine mögliche Impfung zu sprechen. Das Wichtigste ist eine gute Beratung durch den Kinder- oder Hausarzt“.

Unklare Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen – deswegen setzt Melanie Leonhard auf Impfungen

Bereits ab Donnerstag, 8. Juli 2021, können sich Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren um einen Termin im Hamburger Impfzentrum bemühen. Für die Impfung selbst müssen die Jugendlichen mit einem Elternteil erscheinen, das der Impfung zustimmt. Bislang haben nur die Jugendlichen eine Spritze in den Messehallen erhalten, die einer Priorisierunggruppe angehören.

Das wird sich nun ändern. Mit Hinblick auf noch unklare, längerfristige Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen erscheint der Schritt richtig. Vor allem, wenn es nach Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard geht. Die Sozialdemokratin verweist darauf, dass Jugendliche mindestens so mobil wie Erwachsene sind.

Sie würden Freunde treffen, reisen und öfters auch schon arbeiten. Sobald sich die impfwilligen Jugendlichen über die Risiken informiert haben, sollen die 16- und 17-Jährigen in Hamburg die Möglichkeit haben, sich zügig impfen zu lassen. Entsprechende Termine sind unter der Nummer 116 117 oder online unter impfterminservice.de buchbar. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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