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Wegen Corona und Grippe: Hohe Krankenstände bei Hochbahn, Kitas, Feuerwehr

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Von: Kevin Goonewardena

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Kitas, Schulen, aber auch Hochbahn und Feuerwehr kämpfen mit hohen Krankenständen. Teilweise mehr Ausfälle als vor Corona. Versorgung dennoch gesichert.

Hamburg – Die gesunkenen Temperaturen bringen in Hamburg nicht nur Schnee; sondern auch krankheitsbedingte Ausfälle in vielen Unternehmen, Behörden und Institutionen. Neben Erkältungen sorgt eine Vielzahl von Corona-Infektionen in Hamburg in vielen Bereichen für erhebliche Personalprobleme. Unter anderem beklagen Schulen, Kitas und die Hochbahn Ausfälle beim Personal. Die Krankenstände sind dabei laut verschiedener Krankenkassen höher als vor Corona.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, seit 2017)

Krankenkassen in Hamburg melden: mehr Krankmeldungen als vor Corona

Mehr als doppelt so viele Versicherte der AOK haben sich im Zeitraum September bis November dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 krankgemeldet, berichtet der NDR. Nämlich 26.000 anstatt 10.000. Auch die Techniker Krankenkasse und die Barmer Ersatzkasse melden erhöhte Krankheitsstände. So seien im Schnitt in den ersten 11 Monaten 2022 die Versicherten der TK 14 Tage krankgeschrieben gewesen – im vergangenen Jahr seien es noch 10 Krankheitstage gewesen.

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Die Barmer meldet gar den höchsten Stand der Krankschreibungen seit 2018. Und auch die Hamburger Gesundheitsbehörde um Senatorin Melanie Leonhard, die als Nachfolgerin von Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gehandelt wird, kann den Anstieg anhand von Zahlen belegen. Westhagemann wird wegen seiner öffentlich bekannt gewordenen Krebserkrankung zum Jahresende auf eigenen Wunsch aus dem Hamburger Senat ausscheiden. Laut Gesundheitsbehörde stieg die Zahl von sieben Fällen von Grippeerkrankungen im Jahr 2021 auf aktuell 490 Fälle. Die Gründe lägen laut der Behörde im Ende der Maskenpflicht und einem „untrainierten Immunsystem“, wie es heißt.

Kita und Schulen Hamburg: Vereinzelte Unterrichtsausfälle und Betreuungsprobleme

Der hohe Krankenstand macht sich in Hamburg unter anderem in den Schulen und Kitas bemerkbar. Mit 16,3 Prozent sei der Anteil der krankgemeldeten Lehrerinnen und Lehrer „tatsächlich etwas höher als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres“, ließ ein Sprecher der Hamburger Schulbehörde verlauten. In einigen Schulen sei der Betrieb teilweise eingeschränkt, auch auf die Ganztagsbetreuung wirke sich die aktuelle Notlage an einigen Standorten aus. Das habe aber nicht nur mit krankheitsbedingten Ausfällen der Lehrkräfte selbst, sondern auch damit zu tun, dass diese sich teilweise um erkrankte eigene Kinder kümmern müssen.

Krankenschein für den Arbeitgebern und ein Riegel Tabletten
in Hamburg kämpfen Kitas, Schulen, die Hochbahn und Feuerwehr mit hohen Krankenständen. Es kommt zu Engpässen und reduziertem Angebot. Versorgung gesichert. (Symbolbild) © Zoonar.com / stockfotos-mg / Imago

Ähnlich ist die Lage in den Hamburger Kitas. Auch hier kommt es zu Personalausfällen und dadurch zu gestörten Abläufen. Nicht nur aufgrund von Erkrankungen, sondern zum Beispiel auch aufgrund anderer Faktoren wie in der Pandemie aufgestauten Urlaubstagen. Die „dauerhaft angespannte“ Personalsituation würde so, teilte der Träger Elbkinder mit, noch verschärft.

Hochbahn reduziert Takt – auch hoher Krankenstand bei Feuerwehr Hamburg

„Überdurchschnittlich hoch“ sei auch die Krankenquote bei der Hamburger Hochbahn, dem Betreiber von U-Bahnen und Buslinien im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Ein Sprecher sagte dem NDR, dass man „2 bis 2,5 Prozentpunkte höher als in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahres“ liege.

Als Konsequenz hatte die Hochbahn bereits Ende Oktober die Frequenz von Bahnen und Bussen im HVV verringern müssen. Diese Maßnahmen werden bis mindestens Mitte Januar 2023 Bestand haben, danach werde die Personalsituation erneut bewertet. Eine erhöhte Anzahl an krankheitsbedingten Ausfällen vermeldet auch die Feuerwehr Hamburg. Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht, die Feuerwehr sei weiterhin voll einsatzfähig.

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