Mini-Jobber abgesprungen

Corona: Hamburgs Gastronomen läuft das Personal weg

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Hamburgs Café- und Restaurantbetreiber dürfen wieder ihre Innen- und Außengastronomie öffnen. Doch es fehlen Arbeitskräfte. Corona ist schuld daran.

Hamburg – Die düsteren, tristen Monate sind vorbei. Zwar herrscht die Corona-Pandemie weiterhin vor, doch erlaubt das gegenwärtige Infektionsgeschehen die Öffnung der Gastronomie. Auf die Außengastronomie, die in Hamburg einen verregneten Start erlebte, folgt die Innengastronomie. Heile Welt? Nicht ganz, denn Personal fehlt an allen Ecken und Enden.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Hamburgs Gastronomie fehlen die Arbeitskräfte – Corona lässt Mini-Jobber kündigen

Mehr als ein halbes Jahr lang mussten Hamburger und Hamburgerinnen auf Besuche in gastronomischen Betrieben verzichten. Es war lediglich möglich, Bestellungen abzuholen oder sich nach Hause liefern zu lassen. Mit Freunden beim Italiener einkehren? Nicht möglich. Anatolische Spezialitäten auf der Reeperbahn genießen? Ebenfalls verboten.

Wegen Corona hatten gastronomischen Betriebe lange geschlossen. Die Folge: Viele Aushilfskräfte sind abgewandert und haben ihren Job im Restaurant oder im Café gekündigt. (24hamburg.de-Montage)

Das lange Durchhaltevermögen in der Hansestadt Hamburg wird nun aber belohnt. Frei von Testpflicht kann die Außengastronomie in Hamburg bereits seit Mai 2021 wieder besucht werden. Es folgt die Innengastronomie, deren Comeback mit strengen Corona-Regeln daherkommt. Jetzt braucht es nur noch die entsprechenden Arbeitskräfte.

Coronavirus-Krise führt zur Kündigungswelle – Mitarbeiter unterbeschäftigt

Denn die Coronavirus-Krise sowie die dadurch bedingten Regeln und der Lockdown haben zu einer enormen Kündigungswelle geführt. „Während des Lockdowns haben sich sechs unserer acht Mini-Jobber eine andere Arbeit gesucht oder sind fürs Studium weggezogen. Die fehlen jetzt natürlich“, heißt es von „eisundsalzig“-Inhaberin Sophia Behr gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“.

Die acht Festangestellten im Langenhorner Bistro hatten über Monate hinweg nicht ausreichend zu tun. Schließlich war lediglich der Außerhausverkauf gestattet. Nun würde wieder reger Betrieb herrschen, kurzerhand wurden drei neue Kräfte gefunden und schnell angearbeitet. Eine Folge des „ziemlich spontanen“ Entschlusses des Hamburger Senats.

Hamburgs Innengastronomie öffnet am Freitag, 4. Juni 2021 – doch Personal fehlt

Meckern auf hohem Niveau oder berechtigte Sorgen? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen habe „eisundsalzig“-Betreiberin Sophia Behr noch Glück. Sie verfügt über neue, wenn auch ungelernte Aushilfen.

Andernorts werden Hamburger Gastronomen durch die wieder erlaubte Öffnung der Innengastronomie ab Freitag, 4. Juni 2021, vor große personelle Schwierigkeiten gestellt. Aushilfen werden händeringend gesucht, um alle Schichten abdecken zu können und sieben Tage die Woche Gäste zu bewirten.

Kaum Arbeitssuchende im Gastronomiebereich – doch Betriebe verlieren bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter

Die Arbeitsagentur berichtet, dass es derzeit kaum Arbeitssuchende im Gastronomiebereich gebe. Dem gegenüber steht der Fakt, dass die betroffenen Betriebe bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter verloren hätten. „Für einige wird sich eine Öffnung aufgrund der Auflagen und des erhöhten Personalaufwands nicht lohnen“, heißt es vonseiten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Vor allem kleine Gastronomien seien betroffen. Teilweise können Hamburger Gastronomen ihre Betriebe noch nicht ab dem 4. Juni 2021 öffnen. Der schlichte Grund: Personalmangel. Wer also mit einem Café- oder Restaurant-Besuch liebäugelt, muss sich womöglich auf längere Wartezeiten einstellen. Nicht mehr lange warten sollen indes die Münchener auf eine Öffnung ihrer Innengastronomie*.

Corona-Regeln für Hamburgs Innengastronomie: Negativer Schnelltest, Maskenpflicht, 1,50 Meter Abstand

Für den Innenbereich der Gastronomie in Hamburg ist ein negativer Corona-Schnelltest zwingend notwendig. Außer am Tisch gilt FFP2-Maskenpflicht. Gastwirte werden dazu angehalten, die Tische mit 1,50 Meter Abstand zueinander aufzustellen.

Die Sperrstunde tritt ab 23:00 Uhr in Kraft, Mitarbeiter gastronomischer Betriebe müssen sich mindestens zweimal die Woche testen lassen. Übrigens: Auch in Niedersachsen ist das Speisen im Innenbereich* zum Teil wieder erlaubt. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © PA Wire/dpa & Axel Heimken/dpa

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