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Corona-Chaos in Schulen und Kitas: Absurd hohe Inzidenzen, kein Personal

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Die Inzidenzen in Hamburg steigen und steigen. Doch die Schulen bleiben offen. Mittlerweile wird das Personal knapp. Eine Lösung? Nicht in Sicht.

Hamburg – Die Inzidenzen in der Hansestadt Hamburg schreiben fast täglich neue Rekorde. Mittlerweile hat der Wert in der Elbmetropole die 1000er-Marke weit überschritten. Die Omikron-Welle, die für die tausenden Neuinfektionen täglich verantwortlich ist, macht auch vor Hamburgs Schulen keinen Halt. Die Situation spitzt sich stattdessen immer weiter zu. Teilweise sind Schulklassen nur noch zur Hälfte gefüllt, das Lehrpersonal wird knapp. Schulsenator Ties Rabe will die Schulen jedoch weiter offen halten.

Stadt:Hamburg
Inzidenz (19. Januar)1146
Neuinfektionen (19. Januar)5571

Inzidenz unter Jugendlichen in Hamburg über 2000: Doch die Präsenzpflicht bleibt

Die Inzidenz unter jugendlichen Hamburgerinnen und Hamburgern im Alter zwischen 10 und 19 Jahren liegt noch einmal deutlich über dem Gesamtniveau in Hamburg. Insgesamt meldete die Gesundheitsbehörde in dieser Alsterspanne in der Woche zwischen dem 10. und 16. Januar 2022 3.280 Neuinfektionen und damit eine Inzidenz von 2.015. Das bedeutet: Rund 1,9 Prozent der 256.000 Schülerinnen und Schüler der Stadt waren mit dem Coronavirus infiziert. Klingt erst einmal gar nicht so dramatisch. Doch der Wert hat sich im Gegensatz zur ersten Schulwoche nach den Ferien beinahe verdoppelt.

Ein positiver Corona-Schnelltest in einem Klassenraum einer Schule.
Corona-Chaos an Hamburgs Schulen: Immer höhere Inzidenz und kaum noch Personal. © Michael Weber/imago

Teilweise berichten Leserinnen und Leser, dass ihre Kinder nur noch mit der Hälfte an Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer sitzen. Die anderen befinden sich entweder in Quarantäne oder seien selbst infiziert. Laut Hamburger Morgenpost fallen auch immer mehr Lehrkräfte wegen Corona aus. Während Schulsenator Ties Rabe die Schulen trotz der Omikron-Welle und den damit verbundenen Rekordzahlen weiter offen halten will, fordern Kritiker jetzt einen Plan B.

Corona-Fälle an Hamburger Schulen nehmen zu: Wie lange kann Ties Rabe die Schulen noch offen halten?

Erst am Dienstag, 18. Januar 2022, hatte Schulsenator Rabe im Rahmen der Landespressekonferenz angekündigt, die Schulen trotz steigender Corona-Zahlen weiter offen halten zu wollen. Auch eine Aussetzung der Präsenzpflicht, wie es sie in der Pandemie bereits mehrfach gegeben hat, soll es nicht mehr geben, sagte der Senator. Das ruft immer mehr Kritiker auf den Plan.

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, fühlen sich viele Schulleiter der Stadt mit der Situation alleingelassen. Denn aktuell obliegt die Entscheidung, einzelne Klassen ins Homeschooling zu schicken oder die Präsenzpflicht auszusetzen und den Unterricht für abwesende Schüler per Stream zu übertragen, dem Schulleiter. Für jede Maßnahme ist jedoch die Rücksprache mit der Schulaufsicht nötig, es bedarf immer einer Erlaubnis. Laut Mopo wünschen sich viele stattdessen einen Stufenplan der Politik, aus dem hervorgeht, wann es ratsam ist, aufgrund von Personalmangel oder zu vieler infizierter Schüler in den Wechselunterricht überzugehen.

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Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde, begrüßt in der Mopo jedoch den großen Entscheidungsspielraum der Schulleiterinnen und Schulleiter in Hamburg und lehnt einen solchen Plan ab. Maßnahmen an bestimmte Werte zu koppeln sei „untauglich“, da die Werte am nächsten Tag schon wieder anders sein könnten, sagte Albrecht der Mopo.

Auch Infektionszahlen in Kitas nehmen zu: Kommt die Testpflicht für Kita-Kinder?

Laut Gesundheitsbehörde sind derzeit neun Kitas in Hamburg aufgrund von Corona-Ausbrüchen komplett geschlossen. In 36 weiteren sind zumindest eine oder mehrere Gruppen wegen positiven Corona-Fällen geschlossen. Aufgrund dessen sind nun auch verpflichtende Tests für Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten im Gespräch. Wie der NDR berichtet, arbeitet die Gesundheitsbehörde bereits an einer entsprechenden Strategie. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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