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CO2-Steuer: Weshalb Tanken in Hamburg jetzt teurer wird

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Wer gerne mit dem Auto unterwegs ist, muss sich 2021 auf Preissteigerungen einstellen. Das liegt teils an der neuen CO2-Steuer. Und an diesen Änderungen.

  • Ab 01. Januar 2021 wird tanken in Hamburg und Deutschland deutlich teurer.
  • Das liegt an der neuen CO2-Steuer.
  • Auch Heizen kostet dann mehr.

Hamburg – Mit dem Jahreswechsel treten jährlich auch neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Anfang 2020 wurde beispielsweise die Bon-Pflicht eingeführt. Diesmal wird sich eine der Änderungen direkt auf das Portmonee der Menschen auswirken. Ab 01. Januar 2021 gilt die neue CO2-Steuer. Und diese hat auch Auswirkungen auf die Preise an der Tankstelle. Kurz gesagt: Autofahren wird teurer.

Unternehmen:ADAC
Gründer:Hans, Cartographer
Gründung:24. Mai 1903, Stuttgart
Hauptsitz:München
Umsatz:215 Millionen EUR
Mitglieder: 21.205.353 (Ende 2019)

Neue CO2-Steuer: So viel mehr kostet Tanken ab Neujahr

Was ist denn eigentlich die CO2-Steuer? Mit dieser soll der Umstieg auf erneuerbare Energien attraktiver gemacht werden. Deshalb muss jedes Unternehmen, dass Diesel, Benzin, Heizöl oder Erdgas verkauft ab dem 01. Januar 2021 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 zahlen. Bis 2025 steigt der Preis sogar auf 50 Euro pro Tonne.

Das Tanken wir in Hamburg zum neuen Jahr deutlich teurer. (24hamburg.de-Montage)

Die CO2-Steuer resultiert aus einer Änderung des Brennstoffemissions-Handels-Gesetzes und ist Teil des Klimaschutz-Programms 2030 der Bundesregierung. Die Kosten werden von den Unternehmen natürlich auf ihre Kunden übertragen. Das bedeutet, dass auch Hamburger* Autofahrer ab dem neuen Jahr pro getanktem Liter Benzin 7 Cent mehr bezahlen müssen. Der Liter Diesel kostet dann sogar 7,9 Cent mehr.

CO2-Steuer nicht der einzige Grund für die Preiserhöhung

Autofahrer müssen mit noch höheren Preisen und mehr Belastung rechnen. Auch die Mehrwertsteuer wird ab Januar 2021 wieder bei 19 Prozent liegen. Wegen der Corona-Krise ist sie vorübergehend auf 16 Prozent gesenkt worden. Deshalb rechnet der ADAC mit einer Preiserhöhung von insgesamt 11 Cent pro Liter Diesel und 10 Cent pro Liter Benzin. Wie sich die Preise im kommenden Jahr entwickeln*, kann übrigens noch nicht vorhergesagt werden. Das berichtet auch wa.de. Und das ist noch nicht alles: Neu zugelassene SUV und Sportwagen müssen ab 2021 einen höheren KFZ-Steuerbetrag zahlen. Das ist ebenfalls Teil des neuen Klimapakets.

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Um die Mehrkosten für Pendler zu kompensieren, wird ab Januar die Entfernungspauschale erhöht. Ab dem 21. Kilometer um je 5 Cent pro Kilometer. Statt bisher 30 Cent, können dann also 35 Cent pro Kilometer abgerechnet werden. Der Steuerzahlerbund geht davon aus, dass Pendler mit einem Arbeitsweg von 30 Kilometern dann bis zu 165 Euro mehr im Jahr bei der Steuer geltend machen können als bisher.

Dank CO2-Steuer: auch das Heizen wird teurer

Nicht nur Autofahrer müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Auch Mieter dürfen im kommenden Jahr mit deutlich höheren Preisen fürs Heizen rechnen. Nicht nachhaltiges Heizen, sprich mit Erdgas oder Heizöl, wird nämlich ebenfalls teurer. Ein Liter Heizöl kostet dann 7,9 Cent mehr, beim Erdgas sind es 0,6 pro Kilowattstunde Aufschlag. Je nach Größe der Wohnung bedeutet das, dass die Heizkosten 2021 um 25 bis 125 Euro steigen. Bisher dürfen die Vermieter die Kosten einfach auf ihre Mieter umlegen. Dies ist aus Sicht des Deutschen Mieterbundes allerdings „extrem unfair“.

Im Interview mit der Tagesschau sagte Gert Reeh vom Mieterbund: „Die Mieter haben gar keinen Einfluss. Der Eigentümer baut die Heizungsanlage ein, kauft den Rohstoff und die Energie dafür“. Deshalb sei seine Forderung auch eindeutig. Der Vermieter allein solle diese Kosten tragen, so Reeh. Verbraucherzentralen sind hingegen für die Teilung der Kosten.

Wer jetzt wegen höherer Benzinkosten überlegt auf Bahn und Bus umzusteigen, der sollte miteinkalkulieren, dass auch die Preise im öffentlichen Nahverkehr* in Hamburg im neuen Jahr steigen. Bleibt nur noch als billige Alternative aufs Fahrrad umzusteigen, so wie dieser Kult-Komiker. Wenn die Fahrrad-Demos in Hamburg Erfolg haben, dann gibt es vielleicht auch bald gute Radwege in der Stadt. *24hamburg.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa & Daniel Reinhardt/dpa

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