1. 24hamburg
  2. Hamburg

Nach Schwurbel-Skandal um Musikclub Docks – Kiez-Ikone für immer dicht?

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Seit dem Schwurbel-Skandal um die Wandzeitung hat der Club Docks auf der Reeperbahn geschlossen. Nun droht der Kiez-Institution das endgültige Aus.

Hamburg – Die Geschichte des Livemusikclubs Docks am Spielbudenplatz reicht fast 35 Jahre zurück. Zahlreiche Größen aus der Musikbranche haben in den ersten Jahren im Docks auf der Bühne gestanden – die verstorbene Pop-Ikone David Bowie etwa, damals, 1991, mit seiner kurzlebigen Band Tin Machine (1989-1992). Das „Chämeleon des Pop“ Bowie hatte damals längst Superstar-Status. Jetzt droht dem Club Docks mit seiner schillernden Historie das Aus – seit dem Skandal um die Wandzeitung mit Corona-verharmlosenden Aussagen machen Veranstalter einen Bogen um die Location im Herzen von St. Pauli.

Lesen Sie auch: Kraftklub rocken mit Überraschungsgast Bill Kaulitz die Reeperbahn

Name des Clubs:Docks (früher Knopf’s Music Hall) & Prinzenbar
Adresse:Spielbudenplatz 19, 20359 Hamburg
Kapazität:1500 Besucher
Besonderheiten:in einem ehemaligen Kino von 1900 untergebracht
Konzerte von (Auswahl):David Bowie, Iggy Pop, Ramones, Red Hot Chili Peppers, Die Ärzte

Hamburger Club Docks: Die Ärzte, Ramones, Tokio Hotel auf der Bühne – ungewisse Zukunft

Iggy Pop, die Red Hot Chili Peppers, Die Ärzte, die Ramones, Tokio Hotel oder Ex-Oasis-Sänger Liam Gallagher mit einem Überraschungsauftritt im Rahmen des Reeperbahn-Festival 2017: Die Liste der hochkarätigen Künstler, die das 1500 Besucher fassende Venue bisher kommen und gehen gesehen hat, ist lang. Ob sich in Zukunft noch mehr Künstler in die illustre Gästeliste eintragen können, ist momentan fraglich.

Die Nachrichten aus Hamburg direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

Denn die aktuelle Geschäftsführung will sich wohl nach dem letztjährigen Schwurbel-Skandal zurückziehen. Zwar würden derzeit Gespräche mit der Stadt laufen, deren Ausgang jedoch sei ungewiss, berichtet die Hamburger Morgenpost. Macht das Docks für immer seine Türen dicht? Die Zukunft des Clubs ist so ungewiss wie nie.

Geheimkonzert von Liam Gallagher im Musik Club Dock im Rahmen des Hamburger Reeperbahnfestivals
Lange her: Liam Galagher spielt als Überraschungsgast im Rahmen der Warner Music Night beim Reeperbahn-Festival 2017 im Docks, die Schlange reicht bis um den Block. Gegenwärtig ist der Club Docks geschlossen – der legendären Location droht das Aus. © Lars Berg / Imago

Club-Legende Docks in Hamburg: Stadt gibt keine Auskunft zur Mietvertrags-Situation

Äußern wollten sich aktuell weder die Verantwortlichen des Docks zu den Gerüchten eines bevorstehenden Rückzugs noch der Hamburger Senat in Form der Kulturbehörde. Stattdessen habe diese auf die ebenfalls städtische Sprinkenhof AG verwiesen, schreibt die Mopo. Das Unternehmen ist unter anderem für das Gebäude, in dem das Docks seit 1988 beheimatet ist, zuständig. Zu Fragen bezüglich des Mietvertrages wollte man sich dort jedoch auch nicht äußern.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich

Lesen Sie auch: Keine Lust mehr auf Querdenker-Image: Große Freiheit 36 hat neuen Geschäftsführer

Hamburger Club Docks: Seit Corona-Skandal ist es ruhig geworden – Veranstalter boykottieren Location

Tatsache ist: Seit die Betreiber des Docks während der Corona-Pandemie – gemeinsam mit der nicht minder legendären Veranstaltungsstätte Große Freiheit 36 – ihre Fassade für eine Wandzeitung mit Pandemie-verharmlosendem Inhalt zur Verfügung stellten und selbst mit Schwurbel-Aussagen aufgefallen sind, ist es um den Club still geworden.

Wandzeitung am Club Docks während der Corona-Pandemie
Stein des Anstoßes: Die Wandzeitung, die die Fassade des Clubs Docks während der Corona-Pandemie zierte. © Chris Emil Janssen / Imago

Die Interessensvereinigung der Hamburger Clubs schmiss das Docks infolge des Skandals raus, die Konzert-Veranstalter boykottieren den Laden. Ob dieser jemals wieder seine Türen, hinter denen sich seit 1974 ein Livemusikclub und zuvor Sexkinos befanden, öffnet, ist unklarer denn je. Die Stadt dürfte allerdings im Fall der Fälle keine Probleme haben, die altehrwürdige Location aus dem 1900 Jahrhundert in 1A-Lage des Amüsierviertels rund um die weltberühmte Reeperbahn anderweitig zu vermieten.

Auch interessant

Kommentare