„Reedereien machen, was sie wollen“

Chaos im Hamburger Hafen: Trödelnde Reedereien gefährden Weihnachten

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Spediteure schlagen Alarm: Am Hamburger Hafen wird getrödelt, es gibt Staus, auch, weil Reedereien machen, was sie wollen. Das Weihnachtsgeschäft ist in Gefahr.

Hamburg – Nicht mehr lange und Weihnachten steht vor der Tür. In 76 Tagen ist Heiligabend – doch werden auch dieses Jahr alle Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen können? Nachdem vor Kurzem erst Hamburgs älteste Werft 200 Mitarbeiter entlassen musste*, ist im Hamburger Hafen aktuell Chaos angesagt. Container-Schiffe im Schneckentempo drohen das Weihnachtsgeschäft zum Platzen zu bringen. Werden die tonnenschweren Weihnachtslieferungen noch rechtzeitig ankommen?

Hafen:Hamburger Hafen
Betreiber:Hamburg Port Authority (HPA)
Gesamtfläche des Hafens:7.200 ha
Gründung:7. Mai 1189, Hamburg

Hamburger Hafen: Abfertigungsstaus und absichtlich langsame Schiffe – Trödelei gefährdet Weihnachtsgeschäft

Axel Plaß kennt den Hamburger Hafen* so gut wie kaum ein anderer. Dass dem deutschen Speditions-Verbandschef und Chef des Vereins Hamburger Spediteure nun Sorgen plagen, beunruhigt. „In meinen 30 Jahren Berufserfahrung war die Lage noch nie annähernd so dramatisch wie heute“, zitiert die „Bild“ den 55-Jährigen. Der Grund für die Aufregung: Der altehrwürdige Hamburger Hafen ist einem Container-Chaos ausgesetzt.

Wegen Container-Chaos: Hamburger Hafen-Spediteur Axel Plaß bangt um das Weihnachtsgeschäft. (Symbolbild)

Experte für Hamburger Hafen klagt an: „Reedereien machen seit Monaten, was sie wollen“

Plaß ist außer sich: „Einige große Reedereien machen seit Monaten, was sie wollen.“ Was steckt hinter seinem schwerwiegenden Vorwurf? Bereits seit Monaten machen sich die Auswirkungen des Corona-Virus sowie Geschehnisse der Schifffahrt auch in Hamburg bemerkbar. Nachdem immer mehr Containerschiffe den Hamburger Hafen verlassen*, fürchtete der Hafen zuletzt aufgrund der Suezkanal-Blockade wiederum eine Überlastung*. In der Konsequenz steigen die Transportkosten nun ins Unermessliche. Darüber hinaus kommt es laut dem Hamburger* Hafen-Unternehmensverband (UVHH) immer wieder zu „verzögerten Abfertigungen“. Gegenüber der „Bild“ gab der Verband „gestörte Lieferketten“ als ursächlichen Grund der Hafen-Staus an.

Lage im Hamburger Hafen lässt wenig Hoffnung auf Besserung im: „Ende der kritischen Lage nicht in Sicht“

Wie unberechenbar die Ankunft der Reedereien am Hamburger Hafen sind, belegen die Aussagen von Axel Plaß eindrucksvoll: „Terminals bekommen nicht mehr zwei oder drei Großschiffe pro Woche, sondern mal fünf oder sechs, in der nächste Woche dann keins.“ Während die Staus durch zusätzliche Lagerkosten immer teurer werden, fehlt der Hamburger Sehenswürdigkeit also Planungssicherheit. Hoffnung, dass das Hafen-Chaos pünktlich zum Weihnachtsgeschäft überwunden sein wird, versprüht Plaß aktuell nicht. Im Gegenteil: „Ein Ende der kritischen Lage ist nicht in Sicht“, so die wenig mutmachenden Worte des Experten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Sebastian Peters und IMAGO/Ralph Peters

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