Bußgelder immer höher

Bußgelder schießen in die Höhe – Stadt verdient sich dumm und dämlich!

  • Kevin Goonewardena
    VonKevin Goonewardena
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Auch dieses Jahr steigen in Hamburg die Bußgelder. Wie viel Millionen Falschparker und andere der Stadt schon jetzt in die Kassen spülen, wurde jetzt bekannt!

Hamburg – Besser gar nicht parken, als falsch? Wenn es nach den Bußgeldern für Falschparken in Hamburg geht, dürfte selbst Christian Lindner von seinem geliebten 911er auf ÖPNV umsatteln. Denn die Gebühren für das regelwidrige Abstellen des fahrbaren Untersatzes werden in der Hansestadt in Zukunft deutlich teurer werden: Vom 1. Januar 2022 an werden die Preise für ein Knöllchen von 45 auf 65 Euro steigen.

So haben sich die Bußgeld-Einnahmen für Falschparker in den letzten Jahren entwickelt

Vor sechs Jahren betrugen die durch die Stadt Hamburg erzielten Einnahmen noch lediglich 8,28 Millionen Euro, wie die MOPO berichtet. 2018 knackten diese – wobei das Parkraummanagement des Landesbetrieb Verkehr – nicht zwischen Anwohnern und Nicht-Anwohnern unter den Falschparkern unterscheidet – die 10-Millionen-Euro-Grenze.

Falschparken und Rasen wird in Zukunft deutlich teurer.

Rund 10,13 Millionen Euro flossen in den kommunalen Geldtopf. Im abgelaufenen Jahr 2020 waren es nun schon 13,34 Millionen Euro – der Sprung wurde größer, insgesamt stiegen die Einnahmen um Sage-und-Schreibe 61 Prozent gegenüber dem Jahr 2015.

So äußern sich Social Media User

Ein User kritisiert das städtische Parkraumanagement in einem Post auf Facebook

Während viele User auf Social Media, etwa Facebook, sich „abgezockt“ fühlen oder sogar davon sprechen, dass die Stadt „den Hals nicht voll bekomme“, äußern andere Verständnis für die Maßnahmen. Diese, geben die Befürworter zu bedenken, zielen in erster Linie nämlich nicht auf die Bestrafung der Falschparker ab, sondern hätten die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zum Ziel, die durch falsch abgestellte Fahrzeuge beispielsweise auf Gehwegen gefährdet werden würden.

Dieser Facebook User zieht auf die Erhöhung der Parkgebühren für Anwohner ab

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Auch Höhe der Parkgebühren in Hamburg gestiegen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club hat vorgerechnet was die Stadt die Instandhaltung eines Parkplatzes jährlich kostet. Fazit: Die Erhöhung der Parkgebühren für Anwohner sei alles andere als „drastisch.“

Doch nicht nur diese Einnahmen haben sich erhöht, sondern auch die Kosten für Parktickets. 2015 nahm die Stadt so noch knapp unter 10 Millionen Euro (9,5 Millionen) ein, binnen fünf Jahren hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt. 2020 erlöste die Stadt Hamburg alleine durch Parkgebühren 19,5 Millionen Euro. Auch hier stiegen sowohl die Gebühren für auswärtige Autofahrer, als auch für Anwohner*.

Das ist kein Wunder: Nachdem der Bundesrechnungshof die mangelnde Parkgerechtigkeit in Hamburg kritisierte, wurde das Parkraummanagement in Hamburg neu organisiert. Die Bundesbehörde hatte damals moniert, dass viele Nutzer des öffentlichen Raums keine oder nur geringe Gebühren zu zahlen hätten. Das ist heute anders.

Petz-Portal gegen Falschparker trägt zu höheren Einnahmen bei

„Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“, ein Ausspruch der dem Dichter der deutschen Nationalhymne, Heinrich Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben wird, dürfte sich so mancher Falschparker auch wegen des neu eingeführten Petz-Portals, von dem auch an dieser Stelle berichtet wurde, denken.

Mit einem Handy kann jeder zum Ordnungshüter werden. (Symbolfoto)

Vor vier Jahren wandten sich die Hamburger Bürger noch mit 22.796 Mail-Anzeigen an die Behörden, 2020 hatte sich die Zahl zum Jahresende bereits verdreifacht (66.180 Anzeigen). Und dieses Jahr? Nach dem ersten Quartal des Jahres 2021 wurden bereits 15.505 Verstöße online registriert. Nicht jeder gemeldete Verstoß führe jedoch zu einer Anzeige, so ein Sprecher der Behörde. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roland Holschneider/dpa

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