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Bunker-Umbau noch dieses Jahr fertig – neue Konzerthalle eröffnet Anfang 2023

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Eröffnung der umstrittenen Dachkrone des Feldstraßenbunker erfolgt noch dieses Jahr. Auch das Hotel „Reverb by Hard Rock Hotel“ könnte dann eröffnen.

Hamburg – Schon seit geraumer Zeit ergänzen die weithin sichtbaren Kräne am Hochbunker in der Feldstraße die Skyline von St. Pauli. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die umstrittene Aufstockung des 38 Meter hohen ehemaligen Weltkriegsbunkers um gut ein Drittel soll in diesem Jahr abgeschlossen werden, das bestätigt Frank Schulze, Sprecher des Bunkerprojekts. Nicht eröffnet werden wird, laut eines Berichts des Hamburger Abendblatt, die Konzerthalle Georg Elser Halle, die ebenfalls in den Bunker integriert werden soll. Denn nach der für dieses Jahr geplanten Fertigstellung der Halle und der Aufstockung, möchte der zukünftige Betreiber dem Team noch mehr Zeit geben können, sich optimal auf die betriebliche Aufstellung, Personalplanung, Technik und Abläufe vorzubereiten.

Offizieller Name:Flakturm IV
Adresse:Feldstraße, 20359 Hamburg
Erbaut:1942 bis 1944 (erbaut durch rund 1000 NS-Zwangsarbeiter)
Höhe:38 Meter (nach Aufstockung: 58 Meter)

Bunker in Hamburg: Umbau an der Feldstraße – Konzerthalle öffnet 2023

Was konkret geplant ist, weiß auch Felix Mörl, langjähriger Partner des Betreibers der Georg Elser Halle, Wolf von Waldenfels und Sprecher des Projekts. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie in Hamburg und Lieferengpässen beim Material kann die Konzerthalle erst nächstes Jahr öffnen.

Ein genauer Termin ist heute noch schwer vorherzusagen. Wenn die Aufstockung und die Halle in diesem Jahr fertig sind, benötigen wir im Anschluss noch eine gewisse Zeit für unsere betriebliche und strukturelle Aufstellung.

Felix Mörl gegenüber dem Hamburger Abendblatt
Hamburg St. Pauli; Hochbunker in der Feldstraße
Der Hochbunker an der Feldstraße im Mai 2022 wird noch in diesem Jahr fertig. Auch die Georg Elser Halle und das „Reverb by Hard Rock Hotel“ könnten dann öffnen. © Jürgen Ritter/Imago

Ob die für Ende des Jahres geplante Eröffnung des „Reverb by Hard Rock Hotel“ ebenfalls verschoben werden muss, ist indes nicht bekannt. Im März dieses Jahres wurde die Eröffnung für Ende 2022 angekündigt.

Konzerte im Bunker in der Feldstraße: Auftritt von Tocotronic nicht wie geplant

Eines der ersten Konzerte in der neuen Georg Elser Halle hätte ein Auftritt der legendären Hamburger Schule-Band Tocotronic zwei Tage vor Heiligabend 2022 werden sollen. Doch dazu kommt es nun nicht. RickMcPhail, Gitarrist der Band, hatte das im Gespräch mit dem Autor dieses Textes im Rahmen eines Konzerts seines Nebenprojekts Hawel/McPhail bereits in der vergangenen Woche angedeutet. Man würde sich nach einer Alternative umschauen, heißt es. Das Konzert war erst in diesem Jahr aus der edel-optics Arena im Inselpark Wilhelmsburg, wo es hätte im April stattfinden sollen, in die Georg Elser Halle im Dezember verschoben worden. Sobald es eine Entscheidung zu einem etwaigen neuen Termin und / oder einer neuen Location gibt, wird der lokale Veranstalter FKP Scorpio dies mitteilen.

Wolf von Waldenfels und Tino Hanekamp prägten Hamburgs Club-Geschichte

Bereits Mitte der 1980er Jahre eröffnete von Wolf von Waldenfels den sogenannten Fun Club im Hinterzimmer der Kneipe Eimer, später folgte der HipHop-Club Powerhouse und die legendären Technoclubs Phonodrome und Click in der leerstehenden C&A-Filiale am Nobistor – heute Standort der Erweiterung der dortigen Helios Endos-Klinik. Nachzulesen ist das alles unter anderem in Christoph Twickels (freier Journalist, Die Zeit) Buch „Läden, Schuppen, Kaschemmen – Eine Hamburger Popkulturgeschichte“, das allerdings nur noch auf dem Zweitmarkt erhältlich ist.

2006 eröffnete Wolf von Waldenfels dann zusammen mit dem ehemaligen Betreiber der Weltbühne, Tino Hanekamp, das Uebel&Gefährlich im besagten Bunker, später dann das Golem am Fischmarkt Hamburg. Hanekamps Roman über die letzte Nacht der Weltbühne, wurde unter dem Titel „Sowas von da“ zu einem Bestseller und später für das Kino verfilmt.

St. Pauli-Bunker: Rund 5000 Pflanzen auf dem Dach – Olaf Scholz befürwortete grünen Bunker

Rund 5000 Pflanzen werden nach übereinstimmenden Medienangaben bis zur Fertigstellung auf dem Dach des Bunkers gepflanzt werden. Darunter Feldahorn, Felsenbirne, Strauch-Waldkiefer, Efeu, Hecken und Rosen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Der heutige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und frühere Erster Bürgermeister der Hansestadt galt seinerzeit als Befürworter des grünen Bunkers, dessen Garten rund 7000 Quadratmeter groß werden soll. 30 Millionen Euro waren als Investitionssumme für die Aufstockung und Begrünung anfangs eingeplant. Beobachter rechnen jedoch mit mindestens einer Verdoppelung der ursprünglichen Kosten. (Transparenzhinweis: Ursprünglich hieß es im Artikel, dass sich auch die Fertigstellung des Bunker-Umbaus erneut verzögern werde. Dem ist allerdings nicht so. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.)

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