Extremes Wetter

Bullenhitze in Europa: Nächste Hitzewelle trifft auch Deutschland

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Nach Unwetter und Gewitter in Deutschland soll sich das Wetter die kommenden Tage beruhigen. Doch die nächste Bullenhitze lässt nicht lange auf sich warten.

Offenbach/Hamburg* – Auch vor Deutschland machte die Bullenhitze der letzten Wochen keinen Halt. Fast 4,6 Grad war der vergangene Monat wärmer als im Durchschnitt. Laut Meteorologe Dominik Jung eine extreme Abweichung der Norm. Doch noch stärker traf die Hitzewelle Südost-Europa. In Griechenland erreichte die Hitze gar ihren Höchstwert bei 45 Grad im Schatten. Temperaturen, die in Deutschland unvorstellbar wären. Doch die nächste Hitzewelle ist schon wieder unterwegs – und trifft erneut auch Deutschland.

Wetter in DeutschlandQuelle: tagesschau.de, Stand: 29. Juni
Monat:Juni 2021
Höchsttemperaturen: 36,6 Grad (Ort: Berlin-Tempelhof und Baruth)
Durchschnittstemperatur:19 Grad
Niederschlag:95 Litern Niederschlag pro Quadratmeter

Bullenhitze in Europa: Dann erfasst die Hitzewelle Deutschland

Nachdem im Juni auch Hamburg von der Sahara-Hitze erfasst wurde*, dominiert nun in ganz Süd-Osteuropa die Hitze. Dass es in Griechenland oder Sizilien im Hochsommer heiß wird, ist nicht ungewöhnlich. So ist es normal, wenn die dortigen Thermostate im Juli und August Temperaturen rund um die 40 Grad-Marke anzeigen. Doch dass eine derartige Bullenhitze bereits im Juni Einzug erhält, ist auch in Athen neu. Hier wurden kürzlich sogar bis zu 45 Grad im Schatten gemessen.

Deutschland erholt sich derweil von dem Hitzerekord des Junis. Am 1. Juli pendeln sich die Temperaturen bundesweit etwa zwischen 17 und 23 Grad ein. Statt Sonnenschein und Hitze herrscht hierzulande eher Wind und Regen. Doch lange Zeit zu ruhen, hat die Sonne in Deutschland nicht. Eine Hitzewelle aus Spanien* ist bereits unterwegs und lässt die dortigen Temperaturen auf bis zu 35 Grad ansteigen. Schon nächste Woche sind auch wieder in Deutschland Temperaturen rund um 30 Grad möglich.

Trotz Bullenhitze bleibt Wetter in Nord-Deutschland unbeständig

Grund für die Bullenhitze in Europa ist eine Temperatur-Welle über dem Atlantik. Die Folge: Eine Ausgleichsbewegung bringt warme Luft aus Südwesten Richtung Europa. Solange das der Fall ist, bleiben die Temperaturen auch in Europa entsprechend hoch. Die Monate Juli und August kämen laut dem Wetterportal wetter.de zwar einer „Berg- und Talfahrt“ gleich, trotzdem können sich Menschen hierzulande über Temperaturen um die 30 Grad freuen. Wie bereits der Juni soll auch der August 2021 deutlich wärmer werden als im Durchschnitt. Falls dann wetterbedingte Kopfschmerzen Überhand nehmen, können Tipps und Tricks Abhilfe leisten*.

Laut wetter.de bleibt das Wetter in Deutschland in den kommenden Wochen dennoch unbeständig. Hierzulande prägen vor allem Unwetter den Sommeralltag. Insbesondere der Norden des Landes wird vom Gewittertief „Xero“ Heim gesucht. In Schleswig-Holstein flutete das Gewitter in den Landkreisen nördlich der Hansestadt Hamburg* zig Keller. In Steinburg und Segeberg gab es innerhalb weniger Stunden rund 243 Einsätze und im Kreis Segeberg wurde gar eine Frau von einem umgestürzten Baum erfasst*. Sie erlitt schwere Verletzungen. Eine Lebensgefahr konnte jedoch ausgeschlossen werden.

In Deutschland breitet sich die nächste Hitzewelle aus. (Symbolbild)

Klimaforscher warnen: In Deutschland machen sich immer mehr Hitzewellen breit

Laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll sich das Sturmtief in wenigen Tagen über die Ostsee aus Deutschland verabschieden. Doch die Gefahr vor weiteren Hitzewellen und einkehrenden Ungewittern bleibt. Laut dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sind die anhaltenden Gewitter ein Beleg dafür, dass sich das Klima langfristig im Wandel befindet.

„Wetterlagen, die uns früher noch erträgliche Sommertemperaturen oder einen ersehnten Landregen beschert haben, wandeln sich. Und das spüren wir in der zunehmenden Intensität und Dauer von Hitzewellen und Starkregen-Tagen“, sagte etwa Klima-Forscher Peter Hoffmann. Während früher in Deutschland Hitzewellen etwa vier Tage Bestand hatten, herrschen bundesweit mittlerweile zwei Hitzewellen derselben Dauer. Auch Hamburg – bekannt für Schietwetter, Wind und Flut* – ist demzufolge von den Hitzewellen betroffen.

Doch bedingungslos ausgesetzt sei man der Bullenhitze nicht – anders ist das momentan in Kanada, wo die brutale Hitze bereits mehrere Todesopfer gefordert hat*. In Deutschland hingegen sei es eine „Entwicklung, die sich zwar in den kommenden Jahrzehnten sehr wahrscheinlich weiter fortsetzen wird, sich aber langfristig auch durch weitreichende Klimaschutzmaßnahmen begrenzen lässt“. Dies ergaben Erforschungen des Potsdamer Instituts. Dass jene Maßnahmen dringend erforderlich sind, machen die Zahlen mehr als deutlich: Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit hat sich die Erde bereits um 1,2 Grad erhitzt. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de, merkur.de und heidelberg24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Panthermedia

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