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Brennholz wird knapp: Hornbach-Manager über mögliche Rationierung

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Von: Sebastian Peters

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Wo gibt es noch Holzpellets, Kaminholz oder Brennholz? Diese Frage stellen sich viele Baumarktkunden in Hamburg. An Nachschub zu kommen, ist allerdings schwer.

Hamburg – Der Winter rückt mit jedem Tag näher, und die Verbraucher planen vor. Der Chef der Netzagentur warnt ausdrücklich vor steigenden Gaspreisen. Er spricht sogar von einer Verdreifachung! In Baumärkten werden Festbrennstoffe inzwischen zur Mangelware. Neben Brennholz steigt auch die Nachfrage bei anderen Heizmitteln enorm. Sogar Braunkohle wird gekauft. Nun auch noch das: Ein neues Gesetz bezüglich der Gaskrise könnte Verbrauchern böse Überraschungen bescheren. Michael Butzynski, Marktmanager seit 2013 des Hornbach-Baumartes in Hamburg-Eidelstedt: „Wir merken seit einigen Monaten, eine verstärkte Nachfrage nach Brennstoffen, Heizmitteln, klassische Braunkohle und Kaminholz.“

Festbrennstoffe wie Brennholz und Holzpellets werden knapp: Droht eine Rationierung?

Und nicht nur die Nachfrage steigt, auch der Preis für Brennholz wird durch die enorme Nachfrage in die Höhe getrieben. „Wir haben über die letzten Monate eine Preissteigerung zu verzeichnen“, so Michael Butzynski. Allerdings kaufen nicht nur private Menschen Brennstoffe zum Heizen daheim. Auch gewerbliche Kunden sorgen für leere Regale in Baumärkten. Damit steigt die Herausforderung für die Baumärkte, an Nachschub zu kommen. „Unsere Kollegen im Einkauf sind intensiv dabei, neue Bezugswege zu erschließen. Wir bemühen uns, der Nachfrage gerecht zu werden“, so Butzynski zu der komplizierten Situation.

Seit 2013 ist Michael Butzynski der Marktmanager der Hornbach-Filiale in Eidelstedt. Er steht vor dem wenigen Brennholz, was das Geschäft noch hat.
Seit 2013 ist Michael Butzynski der Marktmanager der Hornbach-Filiale in Eidelstedt. © Sebastian Peters

Allerdings ist es inzwischen schwer geworden, für Kunden an Brennholz zu kommen. Teilweise trifft die Lieferung mit einem Lastwagen am Baumarkt an, wird digital erfasst und online als verfügbar markiert. Die Kunden kaufen das Holz sozusagen „von der Ladefläche des Lastwagens herunter“, somit müssen die Kunden „am Ball bleiben, um in der aktuellen Situation an seine Ware zu kommen“, so der Marktmanager. Auch über eine mögliche Rationierung pro Kunde oder pro Einkauf wurde bereits nachgedacht. Allerdings spricht sich Michael Butzynski klar dagegen aus: „Nein, das machen wir nicht. Das haben wir auch in der gesamten Pandemiezeit nicht gemacht. Wenn Ware verfügbar ist, kann der Kunde dies kaufen.“

Eine weitere „Alternative“ zu Brennholz soll angeblich der Heizstrahler sein. Die Regale im Hornbach-Baumarkt in Eidelstedt sind allerdings auch hier weitestgehend leer. Nur noch große Geräte für Baustellen sind in den Regalen am 12. Juli 2022, verfügbar gewesen. Es mangelt an einer funktionstüchtigen Lieferkette. „An der Lieferkette bemerkt man, die sehr komplexe Situation. Angefangen bei den Rohstoffen, Computerchips und der Logistik. Da ist alles drin, was die Lieferkette erschwert. An dem Ende der Kette sieht man, dass die Waren nicht in dem Umfang verfügbar sind, wie man es sonst gewohnt ist“, so Butzynski. Die Verbraucherschutzzentrale in Hamburg warnt ausdrücklich vor der Nutzung sogenannter Heizstrahler.

Ich habe eine Gasheizung, ich bezahlte über 400 € im Monat. Als Rentner weiß ich nicht, was auf mich zukommt.

Kunde „Gerd“ beim Kauf von Brennholz

Tristan Jorde, Umweltberater bei der Verbraucherschutzzentrale: „Ich kann verstehen, dass die Menschen Angst haben, dass es bei ihnen zu Hause kalt wird und dass sie deshalb schnell zu solchen Käufen greifen. Aber man muss dazu sagen: Mit einem Heizlüfter einen Raum zu heizen, kann nur eine absolute Notlösung für eine ganz kurze Zeit sein. Es fällt in der Energiebilanz, Kostenbilanz und Umweltbilanz schlecht aus.“ Auch für die Feuerwehr Hamburg kann die mehr Nutzung von Heizlüftern auch mehr Arbeit bedeuten. „Zusätzlich, dass die Geräte sehr Energieineffizient sind, sind die Geräte sehr heiß. Damit besteht mit solchen Heizlüftern immer Brandgefahr. Zahlreiche Wohnungs- und Zimmerbrände sind tatsächlich auf vergessene Heizlüfter zurückzuführen“, so Tristan Jorde.

Was dem Kunden nun bleibt, um an sein Brennholz zu kommen, kann Michael Butzynski auch nicht genau sagen: „Wir können nicht genau sagen, wann welche Ware ankommt. Es bleibt nur über, regelmäßig im Internet in unserem Onlineshop nachzugucken. Auch der Gedanke über Alternativen sollte der Kunde anstreben.“ Ein kleiner Trost könnt sein, dass laut Ärzten eine kühlere Wohnung gesünder für den Menschen wäre.

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