Kinder impfen – ja oder nein?

Corona-Impfung für Kinder? Das sind die Vor- und Nachteile

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Brauchen Kinder eine Corona-Impfung? Politiker, Ärzte und Experten sind sich uneinig. Eltern sind verunsichert. Die Vor- und Nachteile einer Kinder-Impfung.

Hamburg – Das Impfen gegen Corona geht in der Hansestadt Hamburg* nur noch langsam voran. Im Vergleich zum Bundesgebiet liegt Hamburg*, was die Impfquote angeht, weit unter Durchschnitt. Das liegt zum einen daran, dass zu wenig Impfstoff geliefert wird, worüber sich kürzlich auch Peter Tschentscher* (SPD) beklagte. Zum anderen daran, dass der Bund laut Kassenärztlicher Vereinigung kostbaren Biontech-Impfstoff für Schüler zurückhält*.

Von der STIKO gibt es derzeit noch keine Empfehlung für Kinder und Jugendliche. Weil sich Ärzte, Politiker und Experten uneinig darüber sind, ob eine Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen* wirklich notwendig ist, sind nun viele Eltern verwirrt. Hier einige Vor- und Nachteile der Kinder-Impfung gegen Corona.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Vor- und Nachteile einer Corona-Impfung für Kinder: Skepsis gegenüber dem „Kosten-Nutzen-Verhältnis“

Was die Corona-Impfung von Kindern angeht, sind sich Ärzte, Politiker und Experten derzeit noch uneinig*. Das Fachgremium der STIKO blickt laut einem Bericht des Spiegels skeptisch auf das „Kosten-Nutzen-Verhältnis“ der Kinderimpfung. Die Datenlage zu Nebenwirkungen bei Kindern sei noch zu gering. Im Gegensatz dazu hält Gesundheitsminister Jens Spahn einen Impfschutz für Kinder für notwendig, besonders zu Beginn des neuen Schuljahres. Auch das Risiko von Long-Covid und das von Eltern gefürchtete PIMS-Symptom* als Folge einer Coronaerkrankung bei Kindern werden als Argumente für eine Impfung genannt.

Brauchen Kinder eine Corona-Impfung? Es gibt Vor- und Nachteile.

In der Frankfurter Rundschau zeigte sich Kinder- und Jugendmediziner David Martin kritisch gegenüber der Corona-Impfung für Kinder*. Grund dafür ist, dass Kinder nach derzeitigem Erkenntnisstand nur selten schwer an Corona erkranken. Impfnebenwirkungen würden gerade bei jüngeren Menschen aber verstärkt auftreten. „Wir werden Millionen Kindern und Jugendlichen Fieber und Schmerzen zufügen und einem kleinen Teil davon vermutlich auch noch zusätzliche Nebenwirkungen, die noch gar nicht bekannt sind“, erklärte David Martin seinen Standpunkt.

Vor- und Nachteile einer Corona-Impfung für Kinder: Können wir die Herdenimmunität ohne Kinder nicht erreichen?

Als Argument für die Kinderimpfung wird häufig die Herdenimmunität genannt. Einer Studie des Virologen Christian Drosten zu Folge sind Kinder und Jugendliche genauso ansteckend wie Erwachsene. Wenn es um die Herdenimmunität geht, müssten sie daher mit eingerechnet werden, berichtet tagesschau.de. Kinder impfen zum Schutz der Allgemeinheit? David Martin hält das für nicht notwendig. Eine absolute Herdenimmunität sei ohnehin nie zu erreichen, glaubt der Mediziner. So könnten auch Tiere oder Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, das Virus weiter übertragen.

„Eine relative Herdenimmunität mit dem Zweck, die Intensivstationen zu entlasten, wird auch ohne die Impfung von Kindern und Jugendlichen erreicht“, erklärt Martin weiter. Außerdem verweisen Experten immer wieder darauf, dass der Corona-Impfstoff ohnehin knapp sei und daher erst Erwachsene und Risikopatienten geimpft werden sollten. Diese hätten schließlich auch den größten Nutzen davon.

Kinder gegen Corona Impfen? Experten und Politiker uneinig – Jens Spahn will STIKO-Empfehlung offenbar ignorieren

Schon in ein paar Tagen könnte die Europäische Arzneimittelbehörde den Corona-Impfstoff* von Biontech/Pfizer auch für Jugendliche im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren freigeben. Bisher ist das Vakzin ab 16 Jahren zugelassen. Schon im Vorfeld will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten über die Kinderimpfungen beraten*.

Am 26. Mai 2021 sickerte allerdings durch, das die Ständige Impfkommission (STIKO) den Impfstoff nur für Kinder im Alter von 12-15 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen empfehlen will. Für eine generelle Impf-Empfehlung für Jugendliche sei die Datenlage noch zu gering*, berichtete auch fr.de. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kritisierte die Aussagen der STIKO scharf*.

Wenn die Zulassung da ist, werden wir nach und nach Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren ein Angebot machen, sich impfen zu lassen.

Jens Spahn (CDU) bei ntv.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte in der ntv-Sendung „Frühstart“ am 26. Mai 2021 allerdings an, Kindern und Jugendlichen in der entsprechenden Altersgruppe auch dann bis August ein Impf-Angebot machen zu wollen, sollte die STIKO keine generelle Empfehlung aussprechen. Demnach dürften Eltern und Kinder dann individuell über eine Impfung entscheiden. Die Aussagen der STIKO seien nur eine Empfehlung, machte Spahn deutlich. Allerdings kündigte er auch an, dass es keine Impfpflicht für den Schulbesuch geben werde. * 24hamburg.de, merkur.de, fr.de, wa.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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