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Booster-Impfung Hamburg vor Ablauf der 6 Monate: Nicht im Impfzentrum!

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Von: Tomasz Gralla

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Kann in Hamburg wirklich schon jeder eine Booster-Impfung bekommen? Aussagen von Politik und Behörden sind unterschiedlich. Wo es für wen klappen kann – und wo nicht.

Hamburg – Die Coronapandemie in Hamburg spitzt sich zu. Wie auch im Rest des Landes steigt die Inzidenz und viele fragen sich: Wie kann ich mich schützen? Die Impfung gilt als der sicherste Schutz gegen Covid-19 und die Werbetrommel für die Spritze und die Corona-Booster-Impfungen wird laut geschlagen. Doch es gibt in Hamburg viele Fragen rund um die Auffrischimpfungen. Wann und wo bekomme ich eine Booster-Impfung in der Hansestadt? Muss ich wirklich sechs Monate nach der Zweitimpfung warten oder kann ich schon früher eine bekommen? Wenn ja, wo? Und: Brauche jetzt überhaupt schon jeder Hamburger eine dritte Impfung?

Neue Corona-Fälle in Hamburg:+638 (Stand: 30.11.2021)
Vollständig geimpft:1.377.979 (Stand: 29.11.2021)
Einmal geimpft:1.418.615 (Stand: 29.11.2021)
Stationäre Corona-Fälle:212 (Stand: 291.11.2021)

Sechs Monate nach der Zweitimpfung: Ab wann kann ich tatsächlich in Hamburg eine Booster-Impfung erhalten?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Auffrischimpfung sechs Monate nach der letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung. Es handelt sich hierbei allerding nur um einen Richtwert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ersten Impfungen mit einem mRNA- (Moderna und Biontech/Pfizer) oder mit einem Vektor-Impfstoff (AstraZeneca) durchgeführt wurden. In Einzelfällen (zum Beispiel bei immungeschwächten Personen) kann es zu einer Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kommen. Entscheidend hierfür ist aber auch die Menge an vorhandenem Impfstoff.

„Hier wird geimpft“ ist auf einem Aufsteller zu lesen, während mehrere Menschen in einer Schlange vor einer Impfstation und einem Schnelltest-Center in Hamburg stehen.
Zig Menschen warten an einer mobilen Impfstation in Hamburg auf ihre Impfung. © Jonas Walzberg/dpa

Wurde ich mit Johnson&Johnson geimpft, kann ich mich schon vier Wochen später boostern lassen

Für eine Impfung mit dem Johnson&Johnson-Vakzin war nur eine Spritze notwendig. Seit Oktober 2021 rät die STIKO zu einer Booster-Impfung, um den Schutz gegen Corona-Mutationen wie die Delta-Variante zu maximieren. Wer mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff geschützt ist, kann bereits vier Wochen später eine Auffrischimpfung, also eine Booster-Impfung, erhalten. Zur Optimierung des Impfschutzes gegen das Coronavirus empfiehlt die STIKO generell eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Vakzin (Moderna oder Biontech/Pfizer).

Kann ich mich in Hamburg VOR Ablauf der sechs Monate boostern lassen?

Wer eine Booster-Impfung gegen Corona* bekommt, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte. Diese halten sich in der Regel an die Empfehlung der STIKO, der zufolge Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung in Anspruch nehmen können – mitunter auch VOR Ablauf der Sechs-Monats-Frist. Allerdings gibt es ein Problem: Der Impfstoff ist Mangelware. Arztpraxen in Hamburg haben nur eine begrenzte Menge an Impfstoff und die meisten von ihnen müssen dann doch wohl oder übel priorisieren. Sprich: Zuerst gibt es eine Booster-Impfung für Ältere und Immungeschwächte. Aufgrund des Impfstoffmangels kann es also sein, dass man als gesunder und junger Mensch noch einige Zeit auf seine Auffrischimpfung warten muss – unabhängig davon, wann die Zweitimpfung stattgefunden hat.

Booster-Impfung in Hamburg: Alle Impfzentren impfen frühestens sechs Monate nach Zweitimpfung

Als Anlaufstelle Nummer eins für Impfwillige nennt die Stadt Hamburg die Haus- und Fachärzte. Doch diese haben mit dem bereits erwähnten Impfstoffmangel zu kämpfen, der sie zur Priorisierung zwingt. In Hamburg gibt es deshalb nun auch zahlreiche städtische Impfangebote, die zum Teil auch ohne Termin aufgesucht werden können. Doch besonders hier sollte man sich auf lange Wartezeiten einstellen. Und vor allem beachten: Die Booster-Impfung wird hier tatsächlich frühestens sechs Monate nach der Zweitimpfung verabreicht. Wer dieses Kriterium nicht erfüllt, sollte sich lieber nicht anstellen, da die Wahrscheinlichkeit, weggeschickt zu werden, genau wie der anschließende Frust, sehr hoch ist.

Mehr Glück können Impfwillige vor Ablauf der sechs Monate bei einer Haus- oder Fachärztin oder einem Arzt haben. Da es im eigenen Ermessen der Ärzte liegt, wann sie jemanden impfen, ist die Chance auf eine frühzeitige, dritte Dosis in einer Praxis deutlich höher als in einem Impfzentrum, in dem die Ärzte sich strikt an die Sechs-Monats-Vorgabe des Senates halten. Da der Impfstoff überall knapp ist, hilft hier oftmals nur das Durchtelefonieren.

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Wie lange schützt eine Coronaimpfung und wann brauche ich eine Booster-Impfung?

Die Wirkung von Corona-Impfstoffen lässt mit der Zeit nach. Laut einer Preprint-Studie, die noch nicht von Fachkollegen begutachtet wurde, der Universität Umeå in Schweden, weist das Biontech-Vakzin 30 Tage nach der Verabreichung eine Wirksamkeit von 92 Prozent. Rund 180 Tage später sank die Wirksamkeit auf 47 Prozent. Beim Moderna-Impfstoff beträgt der Schutz nach sechs Monaten rund 59 Prozent. Eine andere Studie zeigt auch, dass Geimpfte weiterhin ansteckend sind.

Das mag sich nun gefährlich anhören, aber vor allem gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen oder einer Immunschwäche brauchen nicht in Panik zu geraten. Ein Schutz vor einer schweren Erkrankung ist auch sechs Monate nach der Zweitimpfung gegeben – wenn auch nicht so stark wie unmittelbar danach. Ergo: Eine Booster-Impfung ist wichtig, weil sie den Schutz vor einer schweren Coronainfektion stark erhöht. Aber die Auffrischimpfung kann bei den meisten Menschen auch nach acht Monaten ohne Bedenken verabreicht werden. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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