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Booster für Geimpfte: Wie lange hält der Schutz einer Corona-Impfung?

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Von: Bjarne Kommnick

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Die Booster-Impfung ist in aller Munde, viele Expertinnen und Experten raten dazu. Der Grund: Doppelt geimpft lässt nach mit der Zeit. Aber wann eigentlich?

Hamburg – Die Corona-Situation ist derzeit mehr als angespannt, Hamburg setzt auf 2G, auch Nachbarland Niedersachsen verschärft die Corona-Regeln drastisch. Eine Mitschuld für die vierte Corona-Welle hat auch die nachlassende Wirkung einer doppelten Impfung der gegen das Coronavirus. Deshalb raten Expertinnen und Experten derzeit Geimpfte sich eine Booster-Impfung – also eine Auffrischimpfung – zu holen, um den Impfschutz zu erhöhen.

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Nach einer dritten Impfung werden die sogenannten Gedächtniszellen aktiviert. Die Antikörper im Blut seien dann um ein vielfaches höher. Deshalb sei eine doppelte Impfung auch nicht einfach so wirkungslos nach einigen Monaten – trotz nachlassender Wirkung. Dass ein Impfstoff nachlässt sei auch bei andere Impfstoffen nicht unüblich. Eine Nachimpfung könnte demnach vollständigen Impfschutz für mehrere Jahre bieten. Doch wann lässt welcher Impfstoff nach?

Impfstoff: Johnson & Johnson

Johnson&Johnson schneidet ist der einzige Stoff, wo nach einem Stoff bereits von vollständigem Impfschutz gesprochen wurde. In der Dauer der Wirksamkeit schneidet das Mittel im Vergleich mit anderen Impfstoffen jedoch nicht so gut ab. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Walz, erklärt, dass der vollständige Impfschutz nur sechs Monate anhalten würde. „Wir sehen schon jetzt, dass sich diese Menschen häufiger infizieren und ihr Risiko ähnlich hoch ist wie bei einem Ungeimpften“, erklärte Watzl gegenüber dem Spiegel. Nach nur einem halben Jahr sei der Impfschutz „wirklich grottig“.

Ein junger Mann wird geimpft und die vier wichtigsten Corona-Wirkstoffe
Corona: Was beeinflusst den Langzeitschutz der Impfstoffe und wer ist am besten geschützt? (24hamburg.de-Montage) © Jörg Carstensen/Marcus Brandt/dpa

Impfstoff: AstraZeneca-Geimpfte

Der Schutz des AstraZeneca-Impfstoffes liege nach fünf Monaten bei 36 und 58 Prozent. Das ist deutlich weniger als bei anderen Impfstoffen, jedoch deutlich höher als bei Johnson&Johnson. Eine Auffrischimpfung reicht Experteninnen und Experten oftmals nicht, besonders eine Kreuz-Impfung mit einem Impstoff wie Biontech oder Moderna werde oft empfohlen.

Impfstoff: Biontech-Geimpfte

Der Impfstoff von Biontech schütze bis zu neun Monaten auf einem hohen Niveau. Bereits veröffentlichte Studien würden dies untermauern. Darin stehe jedoch auch, dass die Impfwirkung nach dem vierten Monat geringer werden und ab dem sechsten Monaten in größeren Schüben sinke. Im Falle einer Erkrankung trotz Impfung seien betroffene Patienten jedoch deutlich geschützter als Ungeimpfte vor einem schweren Verlauf.

Eine schwere Erkrankung sei demnach erst nach dem neunten Monat wieder zu erwarten, dort jedoch bei vor allem älteren Menschen und Risikopatienten. Dennoch empfiehlt Biontech-Chef Uğur Şahin eine Auffrischimpfung mit seinem Impfstoff: „Ein Booster schützt zum einen den Geimpften sehr gut vor Erkrankung, er hilft aber auch, weitere Ansteckungsketten zu unterbrechen.“ Dann würden auch kaum noch Impfdurchbrüche stattfinden, der Schutz gegen eine Erkrankung sei auf über 97 Prozent angehoben, so Şahin.

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Impfstoff: Moderna

Der Impfschutz durch das Mittel von Moderna halte sich in den ersten vier Monaten auf dem gleichen Level wie der von Biontech bei 85 Prozent. Zwei Monate später könnte der Impfschutz auf rund 70 Prozent gesunken seien, was jedoch im Vergleich zu Biontech deutlich höher ist (rund 50 Prozent). Danach schütze der Impfstoff weiterhin vor schweren Krankheitsverlauf. Auch gegen die Delta-Variante schütze der Impfstoff besser als Biontech.

Genesene

Wer Genesen ist, sei nicht immer immunisiert. Der Schutz vor einer Erkrankung, nachdem eine Person an dem Coronavirus erkrankt war, hänge ganz von dem Individuum ab, erklärt Watzl. „Einige entwickeln nach einer Infektion keinerlei Antikörper, andere so viele wie zweifach Geimpfte“. Demnach würden viele Genesene nicht genug Antikörper haben, um als immun zu gelten. In vielen anderen Fällen würden wiederum die Antikörper und damit die Immunisierung deutlich langsamer verschwinden als bei Geimpften. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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