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Böhmermann greift Viva Con Agua an – Hamburger NGO nimmt Stellung

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Von: Kevin Goonewardena

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TV-Satiriker Jan Böhmermann hat im ZDF Magazin Royale die Hamburger NGO Viva Con Agua scharf kritisiert. Die Verantwortlichen nahmen bereits zu den Vorwürfen Stellung.

Hamburg – TV-Satiriker Jan Böhmermann ist aus der Sommerpause zurück. In der ersten neuen Ausgabe seiner Sendung „ZDF Magazin Royale“, knüpfte sich Böhmermann am Freitagabend, 2. September, die Hamburger NGO Viva Con Agua vor – die sich unter anderem weltweit für eine flächendeckende und sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser einsetzt. Die von Ex-FC St. Pauli-Spieler Benjamin Adrion gegründete Non-Profit-Organisation nahm bereits Stellung zu den Vorwürfen Böhmermanns. Darum geht’s.

Name:Viva Con Agua de St. Pauli .e.V.
VereinszweckWeltweiter sicherer Zugang zu sauberem Wasser
Gegründet:2006
Gründer:Michael Pahl, Matthias Rüsch und Benjamin Adrion (Gründungsvorstand)

Böhmermann nimmt sich Viva Con Agua vor: Kritik an Abfüll-Partner, Wasser, Hotel

Böhmermann, der Viva Con Agua bereits in der Causa Fynn Kliemann kritisiert hatte, nahm sich in seiner Sendung ZDF Magazin Royale vom 02. September 2022 gleich mehrere Aspekte des Geschäftsmodells der Organisation und deren Umsetzung vor. Laut Böhmermann zahle der Abfüller des Wassers, die Firma „Husumer Mineralbrunnen“ ihre Beschäftigten nicht nach Tarif, einen Betriebsrat gebe es auch nicht.

Zudem sei es generell ökologisch und ökonomisch wertvoller Leitungswasser zu trinken – wirklich nachhaltig sei das Wasser des Herstellers Viva Con Agua demnach nicht. Kritik gab es auch an der Preispolitik des unternehmenseigenen Hotels „Villa Viva“, das zurzeit in Hammerbrook gebaut wird. Nach Eröffnung sollen dort die Zimmer bis zu 300,00 Euro pro Nacht kosten. Aber was ist dran an den Vorwürfen von Jan Böhmermann?

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Viva Con Agua: Leitungswasser tatsächlich ökologischer – „nicht müde drauf hinzuweisen“

Die von Jan Böhmermann zur besten Sendezeit vorgebrachten Vorwürfe gegen Viva Con Agua haben die Verantwortlichen der Organisation nicht auf sich sitzen lassen. Dort reagierte man bereits auf die Vorwürfe Böhmermanns und gab dem TV-Satiriker grundsätzlich recht – nicht aber ohne die erhobenen Vorwürfe ins richtige Licht zu setzen und einzuordnen. So sei es zwar grundsätzlich richtig, dass Leitungswasser ökologisch und ökonomisch besser als Mineralwasser sei. Man weise allerdings bereits „auf Vorträgen, Interviews, unserer Homepage oder unseren Produkten“ darauf hin, so Viva Con Agua.

Jan Böhmermann bei der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises 2021 im WDR Funkhaus.
Jan Böhmermann nahm sich in der erstenAusgabe seiner Sendung ZDF Magazin Royale nach der Sommerpause die Hamburger NGO Viva Con Agua vor © Christoph Hardt/Imago

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Entsprechende Hinweise würden etwa auch auf die Flaschen aufgedruckt werden. Das Wasser von Viva Con Agua sei immerhin „klimaneutral“ zertifiziert. Anders als bei anderen Firmen werde mit den Erlösen die „Wasser für alle“-Idee unterstützt, wonach alle Menschen nach Möglichkeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben sollten.

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Viva Con Agua Hotel: Zimmer kosten bis zu 300 Euro – doch auch deutlich billigere verfügbar

Zu den Vorwürfen der hohen Zimmerpreise im für 2023 geplanten Hotel „Villa Viva“ fügte das Unternehmen an, dass sich diese auf die von Jan Delay gestalteten Suiten beziehen. Zimmer gebe es allerdings bereits ab 19,90 Euro pro Nacht. Viva Con Agua stellte außerdem klar, dass „kein einziger Cent aus Spendengeldern für die Finanzierung der Villa Viva [verwendet würde]! Weder in Kapstadt noch in Hamburg.“ 

Und übrigens auch keine finanziellen Mittel des Viva Con Agua Mineralwassers. So nachzulesen war das unter anderem in der Hamburger Morgenpost. Das Hotelprojekt würde vielmehr durch Investoren finanziert werden, „die Mehrheit der Anteile“ würden allerdings weiterhin die „gemeinnützigen Organisationen Viva Con Agua Stiftung und Viva Con Agua de Sankt Pauli e.V“ halten. 

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Husumer Mineralbrunnen: Tarifliche Bezahlung nicht möglich – Wunsch nach Betriebsrat bisher nicht geäußert

Auch zu den Vorwürfen zum Abfüllunternehmen, das im Auftrag von Viva Con Agua die Mineralwasserflaschen befüllt, nahm die Organisation Stellung. Dort heißt es, dass sich das Unternehmen „Husumer Mineralbrunnen“ bei den Löhnen seiner Mitarbeitenden an den Tarifverträgen der Branche orientiere. Eine tarifliche Bezahlung könne nicht stattfinden, da es einen solchen Tarifvertrag in Schleswig-Holstein nicht gebe, so Viva Con Agua.

Und zu dem fehlenden Betriebsrat schrieb das Unternehmen, mit dem Wunsch nach der Gründung eines Betriebsrates, seien die Beschäftigten bisher nicht an die Firma herangetreten.

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