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Blue Port: Alle zwei Jahre erstrahlt Hamburg in blau

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Von: Johannes Rosenburg

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Am Abend der Hamburg Cruise Days 2019 leuchtet die Parade der Kreuzfahrtschiffe auf der Elbe im Hafen und vor der Elbphilharmonie.
Hamburg Cruise Days 2019: Die Parade der Kreuzfahrtschiffe im Hafen leuchtet in Blau. © picture alliance/Christian Lietzmann/Hamburg Tourismus GmbH/obs

Blue Port Hamburg: Alle zwei Jahre verwandelt Lichtkünstler Michael Batz die Hafenkulisse in ein blau funkelndes Lichtermeer.

Hamburg – Die Farbe des Himmels und des Wassers ist untrennbar mit der Hafenmetropole in Hamburg verbunden. Und erst recht seit Lichtkünstler Michael Batz den Hamburger Hafen genau aus diesem Grund alle zwei Jahre für einige Tage in magisches Blau taucht – das nächste Mal zum Blue Port Hamburg vom 19. bis 21. August 2022. Die Queen Mary 2 ist mit dabei.

Blue Port Hamburg: Fakten zum Lichterzauber

Zuletzt fand Blue Port Hamburg im Zeitraum 6. bis 15. September 2019 statt. Die Vorbereitungszeit dafür betrug über ein Jahr und der Aufbau der Lichtinstallationen durch ein über 25-köpfiges Team dauerte 8 Wochen. Auf einer Strecke von 8,5 Kilometer wurden beidseitig der Elbe circa 150 Gebäude sowie Kaistrecken, Krane, Anleger, Pontons, Docks, Brücken und zahlreiche Details mit der nötigen Technik versehen, um den Hamburger Hafen erneut in ein leuchtend blaues Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Für den letzten Blue Port wurden benötigt:

Lichtpunkte12.300 Stück
Leuchtstoff-Leuchten8.000 Stück
LED-Leuchtenrund 2.000 Stück
Leuchtmittel bzw. Filter für Bestandtsleuchten3.000 Stück
Kabelbinder24.000 Stück
Steckdosen1.200 Stück
Kabel61 km
Aluminiumgittergerüste1,5 km
Feste Lichtquellenrund 10.500 Stück
Bewegte Lichtquellenrund 150 Stück
Stromverbrauch der 3.000 Bestandsleuchtenrund 50 Watt pro Leuchte
Stromverbrauch der 9.000 installierte Leuchtenrund 60 Watt pro Leuchte

Blue Port Hamburg: Wie alles begann

2006 schmückten im Rahmen der Fußball-WM erste blaue Lichtinstallationen des renommierten Künstlers Michael Batz die Hansestadt: Die Blue Goals. Auf die blauen Lichttore, die damals in ganz Hamburg zu finden waren, folgte fast genau zwei Jahre später anlässlich der Hamburg Cruise Days das phänomenale Großkunstprojekt Blue Port Hamburg.

Die blaufunkelnde Lichtkunst in Hamburg wurde von Einheimischen und Touristen gleichermaßen begeistert aufgenommen, sodass die Nordsee-Metropole fortan zweijährig als Blue Port Hamburg erneut ganz in Blau erstrahlt.

Blue Port Hamburg: Die Hafenmetropole als funkelndes Gesamtkunstwerk

Blue Port Hamburg läutet seit dem Jahr 2008 die zweijährig stattfindenden Hamburg Cruise Days in der Freien und Hansestadt Hamburg ein. Während der Cruise Days bahnt sich die magisch blaue Lichterflut allnächtlich ihren Weg etwas weiter in den Hamburger Hafen hinein. Dann werden aus Hamburgs schönsten Sehenswürdigkeiten sprichwörtliche Highlights. Besonders leuchtende Sehenswürdigkeiten sind dabei die Elbphilharmonie und die Köhlbrandbrücke, die jedes Mal aufs Neue aus dem blauen Lichtermeer herausstechen.

2019 waren erstmals zusätzlich der Fernsehturm, der Strandkai, die historischen Krane im Baakenhafen, die Aufzugsschächte im Alten Elbtunnel bei den St. Pauli Landungsbrücken, das Deutsche Zollmuseum und sogar der Leuchtturm Neuwerk mitten in der Nordsee blau erleuchtet.

Containerkrane des Burchardtkais erstrahlen in blauem Licht. Davor verlädt ein Containerschiff seine Fracht.
Die „Blue Port Hamburg“ Lichtinstallation erstrahlt den Hafen in ein blaues Licht und setzt die Akzente auf eine Mischung aus Tagwerk und Nacht. © Markus Scholz/dpa


Außerdem gab es 2019 beim Blue Port Hamburg noch eine weitere Neuheit: Im Zuge einer Kooperation mit der Hamburger Radkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ konnten Radfahrer nach Anmeldung mit dem eigenen Fahrrad auf der erleuchteten Veloroute 9 im Oberhafenquartier selbst Teil des Blue Ports werden. Neben den Fahrrädern wurden dort auch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit blauen Leuchtelementen ausgestattet.


Das Blue-Port-Art-Projekt hatte seither immer wieder unvergessliche Highlights zu bieten, wie etwa 2012 als während des dritten Blue Port Hamburg die zukünftige Dachkonstruktion der Elbphilharmonie mit blau leuchtenden Stahlseilen erkennbar gemacht wurde.

Blue Port 2021 fiel aus – das machte Michael Batz stattdessen

Im Jahre 2021 fanden die Hamburg Cruise Days nicht statt. Sie wurden wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Jahr 2022 verlegt. Auch der Blue Port 2021 fiel aus.

Doch so ganz auf Lichtkunst musste die Stadt Hamburg 2021 nicht verzichten. Mit dem Projekt „Inter/Wall“ wurden von 10. bis 12. September die Gebäude am Alten Wall 2 bis 32 und die Brücken am Alsterfleet beleuchtet. Ab der Dämmerung war hier die stilvolle Beleuchtung zu sehen. Zudem untermalte ein Musikprogramm der Hamburger Camerata sowie der Feel Gipsy und des Floodgate Brass Trio die Szene.

Blue Port Hamburg: Der Künstler Michael Batz

Verantwortlich für Blue Port Hamburg ist Michael Batz, der neben seinen weltbekannten Lichtinstallationen, auch Theateraufführungen, Sachbücher und Hörbücher hervorgebracht hat.

Lichtkünstler Michael Batz gestaltet statt des Blue Ports 2021 das Projekt „Inter/Wall“ am Neuen Wall in Hamburg – das Gebäude sowie der angrenzende Alsterfleet-Bereich ist beleuchtet.
Der Lichtkünstler Michael Batz beleuchtete 2021 die Gebäude Neuer Wall 2 bis 32 und die Brücken dazu am Alsterfleet bei seinem Projekt „Inter/Wall“. © Markus Scholz/dpa

Zunächst studierte der Erfinder des Blue Port Hamburg Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Marburg, bevor er in den 1970ern eine freie Theatergruppe in Hamburg mitbegründete und sich unter anderem für die Boykottbewegung gegen die geplante Volkszählung 1987 engagierte. In den 1990er Jahren war er als Dramaturg im Produktionshaus Kampnagel in Hamburg-Winterhude tätig, bis er die künstlerische Leitung der HafenKulturtage und des Theaters in der Speicherstadt übernahm – wo jeden Sommer sein „Hamburger Jedermann“ aufgeführt wird.

Da er in seinen Anfangsjahren am Theater auch als Beleuchter eingesetzt wurde, kam Batz so mit dem Thema Licht als Kunstelement in Kontakt und schlussendlich zur Lichtkunst, für die er heute weltbekannt ist. Neben seinen berühmten Lichtinstallationen in Hamburg – von Blue Goals, über die Speicherstadt-Beleuchtung bis hin zu Blue Port Hamburg – hat er zudem gefeierte Lichtarbeiten in Berlin, Düsseldorf, Florenz, Frankfurt, Köln (Rheinufer) und Salzburg installiert beziehungsweise ausgestellt. Dafür wird Michael Batz auch immer wieder mit Preisen ausgezeichnet. Für Blue Port Hamburg gewann er 2014 zum Beispiel im Publikumsvoting den HAMMA-Award Sonderpreis „Beste Werbung für Hamburg“.

Blue Port Hamburg: Für Fotografen gelten besondere Regeln

Allerdings sorgte Blue Port Hamburg 2019 auch für etwas Wirbel in den sozialen Medien und der Presse als unbedachte Social-Media-User ihre Bilder vom Blue Port Event online posteten und kurz darauf eine Rechnung der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst erhielten. 

Da es sich beim Blue Port Hamburg um kein dauerhaftes Kunstwerk handelt, greift hier rein rechtlich keine Panoramafreiheit, die es einem erlaubt, dauerhafte Kunstwerke von öffentlichen Wegen und Plätzen aus zu fotografieren und diese Bilder anschließend zu veröffentlichen, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete. Doch glücklicherweise reagierten die Veranstalter des Blue Harbour positiv und gaben in einer Erklärung Entwarnung für Hobbyfotografen: Gegen private – also nicht-kommerzielle – Aufnahmen in sozialen Medien sei nichts einzuwenden.

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