Hamburger Hafen bekennt Farbe

Blue Port: Alle zwei Jahre erstrahlt Hamburg in Blau

Hamburg Cruise Days 2019: Die Parade der Kreuzfahrtschiffe auf der Elbe vor der Elbphilharmonie.
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Hamburg Cruise Days 2019: Die Parade der Kreuzfahrtschiffe.
  • Johannes Rosenburg
    vonJohannes Rosenburg
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Blue Port Hamburg: Alle zwei Jahre verwandelt Lichtkünstler Michael Batz die Hafenkulisse in ein blau funkelndes Lichtermeer.

  • Seit 2008 lässt Künstler Michael Batz von Hamburg Art Ensemble den Hafen alle zwei Jahre in Blau erstrahlen.
  • Die Hamburg Cruise Days finden seither in der Kulisse des Blue Ports statt.
  • Touristen und Einwohner Hamburgs erfreuen sich am blau beleuchteten Hafen.

HamburgDie Farbe des Himmels und des Wassers ist untrennbar mit der Hafenmetropole verbunden. Und erst recht seit Lichtkünstler Michael Batz den Hamburger Hafen genau aus diesem Grund alle zwei Jahre für zehn Tage in magisches Blau taucht – das nächste Mal zum Blue Port Hamburg im September 2021.

Blue Port Hamburg: Fakten zum Lichterzauber 2019

Zuletzt fand Blue Port Hamburg im Zeitraum 6. bis 15. September 2019 statt. Die Vorbereitungszeit dafür betrug über ein Jahr und der Aufbau der Lichtinstallationen durch ein über 25-köpfiges Team dauerte 8 Wochen. Auf einer Strecke von 8,5 Kilometer wurden beidseitig der Elbe ca. 150 Gebäude sowie Kaistrecken, Krane, Anleger, Pontons, Docks, Brücken und zahlreiche Details mit der nötigen Technik versehen, um den Hamburger Hafen erneut in ein leuchtend blaues Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Für den Blue Port 2019 wurden benötigt:

Lichtpunkte12.300 Stück
Leuchtstoff-Leuchten8.000 Stück
LED-Leuchtenrund 2.000 Stück
Leuchtmittel bzw. Filter für Bestandtsleuchten3.000 Stück
Kabelbinder24.000 Stück
Steckdosen1.200 Stück
Kabel 61 km
Aluminiumgittergerüste 1,5 km
Feste Lichtquellenrund 10.500 Stück
Bewegte Lichtquellenrund 150 Stück
Stromverbrauch der 3.000 Bestandsleuchtenrund 50 Watt pro Leuchte
Stromverbrauch der 9.000 installierte Leuchtenrund 60 Watt pro Leuchte

Blue Port Hamburg: Wie alles begann

2006 schmückten im Rahmen der Fußball-WM erste blaue Lichtinstallationen des renommierten Künstlers Michael Batz die Hansestadt: Die Blue Goals. Auf die blauen Lichttore, die damals in ganz Hamburg zu finden waren, folgte dann zwei Jahre später anlässlich der Hamburg Cruise Days das phänomenale Großkunstprojekt Blue Port Hamburg.


Die blaufunkelnde Lichtkunst in Hamburg wurde von Einheimischen und Touristen gleichermaßen begeistert aufgenommen, sodass die Nordsee-Metropole fortan zweijährig als Blue Port Hamburg erneut ganz in Blau erstrahlt.

Blue Port Hamburg: Die Hafenmetropole als funkelndes Gesamtkunstwerk

Blue Port Hamburg läutet seit dem Jahr 2008 die zweijährig stattfindenden Hamburg Cruise Days in der Freien und Hansestadt Hamburg ein. Etwa eine Woche vor den Cruise Days bahnt sich die magisch blaue Lichterflut allnächtlich ihren Weg etwas weiter in den Hamburger Hafen hinein. Dann werden aus Hamburgs schönsten Sehenswürdigkeiten sprichwörtliche Highlights. Besonders leuchtende Sehenswürdigkeiten sind dabei die Elbphilharmonie und die Köhlbrandbrücke, die jedes Mal aufs Neue aus dem blauen Lichtermeer herausstechen.


2019 waren dann erstmals auch der Fernsehturm, der Strandkai, die historischen Krane im Baakenhafen, die Aufzugsschächte im Alten Elbtunnel bei den St. Pauli Landungsbrücken, das Deutsche Zollmuseum und sogar der Leuchtturm Neuwerk mitten in der Nordsee blau erleuchtet.

Lichtinstallation „Blue Port Hamburg“


Außerdem gab es 2019 beim Blue Port Hamburg noch eine weitere Neuheit: Im Zuge einer Kooperation mit der Hamburger Radkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ konnten Radfahrer nach Anmeldung mit dem eigenen Fahrrad auf der erleuchteten Veloroute 9 im Oberhafenquartier selbst Teil des Blue Ports werden. Neben den Fahrrädern wurden dort auch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit blauen Leuchtelementen ausgestattet.


Das Blue-Port-Art-Projekt hatte seither immer wieder unvergessliche Highlights zu bieten, wie etwa 2012 als während des dritten Blue Port Hamburg die zukünftige Dachkonstruktion der Elbphilharmonie mit blau leuchtenden Stahlseilen erkennbar gemacht wurde.

Programm des Blue Ports 2021: Höhepunkt Feuerwerk

Welche Gebäude in 2021 wieder beleuchtet werden oder neu dazu kommen, steht aktuell (März 2020) noch nicht fest. Genaue Termine und Programmpunkte stehen deshalb auch noch nicht fest. Allerdings werden die bekannten Objekte der letzten Jahre wahrscheinlich wieder erleuchtet sein. Es ist Tradition, dass nicht alle Gebäude auf einmal erstrahlen. Vielmehr kommen täglich neue Installationen hinzu, die sich zum Ende hin zu einem Gesamtkunstwerk zusammenschließen. Als besonderes Highlight zählt das Feuerwerk, das zum Abschluss des Blue Ports am letzten Tag gestartet wird.

Blue Port Hamburg: Der Künstler Michael Batz

Verantwortlich für Blue Port Hamburg ist Michael Batz, der neben seinen weltbekannten Lichtinstallationen, auch Theateraufführungen, Sachbücher und Hörbücher hervorgebracht hat.


Zunächste studierte der Erfinder des Blue Port Hamburg Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Marburg, bevor er in den 1970ern eine freie Theatergruppe in Hamburg mitbegründete und sich unter anderem für die Boykottbewegung gegen die geplante Volkszählung 1987 engagierte. In den 1990er Jahren war er als Dramaturg im Produktionshaus Kampnagel in Hamburg-Winterhude tätig, bis er die künstlerische Leitung der HafenKulturtage und des Theaters in der Speicherstadt übernahm – wo jeden Sommer sein „Hamburger Jedermann“ aufgeführt wird.


Da er in seinen Anfangsjahren am Theater auch als Beleuchter eingesetzt wurde, kam Batz so mit dem Thema Licht als Kunstelement in Kontakt und schlussendlich zur Lichtkunst, für die er heute weltbekannt ist. Neben seinen berühmten Lichtinstallationen in Hamburg – von Blue Goals, über die Speicherstadt-Beleuchtung bis hin zu Blue Port Hamburg – hat er auch gefeierte Lichtarbeiten in Berlin, Düsseldorf, Florenz, Frankfurt, Köln (Rheinufer) und Salzburg installiert bzw. ausgestellt. Dafür wird Michael Batz auch immer wieder mit Preisen ausgezeichnet. Für Blue Port Hamburg gewann er 2014 zum Beispiel im Publikumsvoting den HAMMA-Award Sonderpreis „Beste Werbung für Hamburg“.

Blue Port Hamburg: Für Fotografen gelten besondere Regeln

Allerdings sorgte Blue Port Hamburg 2019 auch für etwas Wirbel in den sozialen Medien und der Presse als unbedachte Social-Media-User ihre Bilder vom Blue Port Event online posteten und kurz darauf eine Rechnung der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst erhielten. 

Da es sich beim Blue Port Hamburg um kein dauerhaftes Kunstwerk handelt, greift hier rein rechtlich keine Panoramafreiheit, die es einem erlaubt, dauerhafte Kunstwerke von öffentlichen Wegen und Plätzen aus zu fotografieren und diese Bilder dann zu veröffentlichen, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete. Doch glücklicherweise reagierten die Veranstalter des Blue Harbour positiv und gaben in einer Erklärung Entwarnung für Hobbyfotografen: Gegen private – also nicht-kommerzielle – Aufnahmen in sozialen Medien habe man nichts einzuwenden.

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