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Blitzer in Hamburg: Einnahmen auf Rekordniveau – seit 2019 verdreifacht

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Von: Kevin Goonewardena

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Im ersten Halbjahr 2022 hat die Stadt Hamburg für Geschwindigkeitsverstöße so viel Kohle kassiert, wie noch nie. Gründe dafür gibt es mehrere.

Hamburg – Die Einnahmen durch Blitzer sind 2022 deutlich gestiegen – sie haben sich im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres verdoppelt – im Vergleich mit der ersten Jahreshälfte 2019 sogar fast verdreifacht. Wie kann das sein? So könnte man doch meinen, dass im Jahr 2022 durch stark gestiegene Tankkosten weniger Menschen mit dem Autofahren als in den Vorjahren. Zudem hatte sich das 9-Euro-Ticket schon in der ersten Juniwoche alleine im Hamburger Verkehrsverbund HVV mehr als 700.000 Mal verkauft und mehr Menschen zur Nutzung von Bus & Bahn bewegt. Dennoch hat Hamburg bei den Geschwindigkeitsverstößen eine Rekordsumme eingenommen – die Gründe.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Stadtoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister, SPD)

Blitzer in Hamburg: So viele Bußgelder kassierte die Stadt schon 2022

31,05 Millionen Euro generierte die Stadt Hamburg durch Bußgeldverstöße im Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres, im ersten Halbjahr 2019 sind es noch 10,5 Millionen Euro gewesen. Das Hamburger Abendblatt schreibt in dem Zusammenhang von Einnahmen auf Rekordniveau.

Ein mobiles Blitzgerät steht in einer Straße im Hamburger Stadtpark.
Vierzehn solcher mobilen Blitzanlagen hat die Polizei Hamburg; mehr als 10 Millionen Euro an Bußgeldern kamen durch 227.000 Anzeigen alleine über die mobilen Radarfallen in den ersten sechs Monaten 2022 zusammen. © Hanno Bode / Imago

Die Gründe für den Anstieg würden zum einen an den gestiegenen Fallzahlen liegen, berichtet die Zeitung weiter. Wurden in den ersten sechs Monaten 2019 noch 440.397 Anzeigen gestellt, waren es im gleichen Zeitraum 2021 schon 518.469 und in diesem Jahr 678.684. Doch das Plus von etwa 240.000 Anzeigen in den vergangenen drei Jahren hat nicht alleine für die Mehreinnahmen gesorgt.

Blitzer in Hamburg: Bußgelder 2021 erhöht – oft mehr als das Doppelte fällig

Im Durchschnitt zahlten Verkehrssünder in Hamburg 2019 etwa 23,86 Euro an Bußgeldern. Zwei Jahre später stieg die Summe dann auf 29,84 (2021) um bereits etwa 6,00 Euro beziehungsweise ein Viertel an – um dann auf aktuell 45,75 Euro hochzuschnellen. Das liegt auch an einer Anhebung der Bußgelder im Allgemeinen, die seit November 2021 gilt. Für viele Vergehen wurden die Sätze nicht nur erhöht, sondern verdoppelt, wie das Abendblatt schreibt.

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Autofahrer und Autofahrerinnen, die bis zu 10 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs sind, zahlen nun 20,00 statt 10,00 Euro. Für eine Geschwindigkeitsübertretung bis 20 Kilometer pro Stunde wird ebenfalls das Doppelte berechnet, aktuell sind 60,00 Euro fällig. Da überrascht es nicht, dass sogenannte Blitzer-Warn Apps trotz Verbots immer beliebter werden.

Klassischer Blitzer spielt immer geringere Rolle: An derselben Stelle – Frau 30 Mal geblitzt

Der klassische Blitzer, die stationäre Radarfalle, spielt bei dem Verhängen der Bußgelder immer weniger eine Rolle. 42 festinstallierte Blitzer gibt es auf Hamburger Stadtgebiet, 2019 sorgten die auch Starenkasten genannten Anlagen noch für 255.000 Anzeigen und Einnahmen in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Seit Jahresanfang 2022 nur noch für etwa 126.000 Anzeigen, mit denen 4,5 Millionen Euro eingenommen wurden. Die Frau, die innerhalb von drei Monaten 30 Mal an derselben Stelle geblitzt wurde, trug allerdings nichts zu den Einnahmen bei: Die 20-Jährige wohnt im walisischen Cardiff. Immer wichtiger werden hingegen die mobilen Geräte.

Mobile Blitzer immer wichtiger: So viel bringen sie dem Staat ein

Diese Art der Überwachung ist auch für ortskundige Fahrer, denen die Standorte der gewöhnlichen Blitzer bekannt ist, oft überraschend. Etwa 325.000 Anzeigen kamen dank Kontrollen von Lichtschranken und Laserpistolen zusammen. 15,8 Millionen Euro nahm die Stadt durch eben diese mobilen Kontrollpunkte ein.

Auch sogenannte „Blitzer-Marathons“ dürften dazu beigetragen haben. Dazu kommen 14 mobile Messstationen, die sogenannten „Radar-Anhänger“. 10,7 Millionen flossen durch die 227.000 Anzeigen an den Senat. Auch wenn beim Lesen der Zahlen ein anderer Eindruck entstehen könnte, es gehe bei der Radar-Überwachung nicht um das Generieren von Einnahmen, betonte die Polizei Hamburg.

Zu hohe Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen. Mobile Blitzer sind daher Teil unserer erfolgreichen Verkehrssicherheitsarbeit.

Polizeisprecherin Sandra Levgrün.

Mobile Blitzer oft Ziel von Attacken – besonders in Harburg

Die mobilen Anlagen sind allerdings auch häufig Ziel von Attacken wütender Verkehrsrowdys. Die Attacken nahmen im vergangenen Jahr besonders im Bezirk Harburg zu. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, müssten nahezu täglich stadtweit Polizisten ausrücken, um Farbschmierereien oder Aufkleber auf der Scheibe, hinter der sich die Kamera verbirgt, zu entfernen. Immer wieder versuchen Autofahrer auch, die mobilen Blitzer zu zerstören: Bei der Konzeption wurde bereits daran gedacht. Die Geräte sind mit einem dicken Betonmantel gepanzert.

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