Zerstört

Blitzer-Hasser zerstören reihenweise Fotokästen in Hamburg

  • Vivienne Goizet
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Geht in Hamburg ein Blitzer-Hasser um? Die mutwillige Zerstörung von Tempokontrollgeräten häuft sich. Gibt es einen Zusammenhang zu den erhöhten Kontrollen?

Hamburg – Elf von zwölf Tarnkappen-Blitzern sind in Hamburg im Juni und Juli 2021 zerstört worden. Jedes der Geräte kostet laut Informationen der Bildzeitung 210.000 Euro. Dabei wurden die Geräte von dem Blitzer-Hasser oder den Blitzer-Hassern achtmal mit Lack angesprüht, bei einem wurde die Scheibe eingeschlagen. Einer der Blitzer wurde sogar angezündet.

Fahrzeuge passieren einen «Enforcement Trailer», eine mobile Blitzanlage zur Geschwindigkeitsmessung. Sie besitzt eine eigene Stromversorgung und kann über mehrere Tage selbstständig das Tempo kontrollieren. Der Standort des Anhängers ist dabei jederzeit veränderbar. (Symbolbild)

Die Tatorte sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt: Am Grindelberg in Eimsbüttel, Mümmelmannsberg, an der Max-Brauer-Allee im Bezirk Altona und am Finkenwerder Landscheideweg im Bezirk Hamburg-Mitte.

Blaulicht Hamburg: Was könnten die Motive der Blitzer-Zerstörer sein?

Die teuren Hightech-Geräte sind nicht fest installiert. Man müsste also als Täter darüber informiert sein, wo sie aufgestellt werden, um einen zu erwischen. Die Bild-Zeitung spekuliert über das Motiv: Wut über verschärfte Tempokontrollen. Laut der Zeitung hat sich die Überwachungsdauer im vergangenen Jahr um 61 Prozent erhöht. Die Grünen wollen laut Koalitionsvertrag sogar noch mehr Blitzer-Anhänger bestellen für eine möglichst flächendeckende Kontrolle.

Sollten die Täter erwischt werden, dann drohten ihnen bis zu fünf Jahre Haft sowie die Reparaturkosten für die Geräte. Außerdem können Regressansprüche für entgangene Bußgeldeinnahmen erhoben werden. Die Hoffnung von mehr Kontrolle sind wohl nicht nur erhöhte Bußgeld-Einnahmen, sondern auch weniger Unfälle, wie der tödlich verunglückte Motorradfahrer, der gegen einen Baum prallte. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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