Verfassungsschutz erhebt Vorwürfe

Schwere Vorwürfe gegen Blaue Moschee – verlängerter Arm Teherans

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Der Verfassungsschutz beobachtet das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) und die Blaue Moschee seit 1993. Jetzt gibt es Belege für besorgniserregende Verbindungen.

Hamburg – Die Blaue Moschee an der Alster steht schon lange im Fokus des Verfassungsschutzes. Denn betrieben wird die Moschee vom Islamischen Zentrum Hamburg (IZH), welches schon seit 1993 im Verfassungsschutzbericht erwähnt wird. Das als extremistisch eingestufte IZH richte sich laut Behördenangaben gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung. Bei dem Islamischen Zentrum soll es sich um den verlängerten Arm Teherans handeln – Verantwortliche sollen Verehrer der Terrororganisation Hisbollah sein. Dafür hat der Verfassungsschutz nun offenbar neue Belege gefunden.

Religiöse Einrichtung:Islamisches Zentrum Hamburg, Blaue Moschee, Imam-Ali-Mosche
Adresse:Schöne Aussicht 36, 22085 Hamburg
Eröffnet:1965

Hamburger Verfassungsschutz erhebt schwere Vorwürfe gegen Blaue Moschee – verlängerter Arm Teherans

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) kürzlich vermeldete, erhebt der Hamburger Verfassungsschutz schwere Vorwürfe gegen die Blaue Moschee an der Alster und deren Betreiber. Dafür habe der Verfassungsschutz neue Belege erlangt. Demnach soll die Blaue Moschee, die auch Imam-Ali-Moschee genannt wird, ein direkter Außenposten Teherans in Europa sein. Zudem soll das IZH sogar vom Iran aus gesteuert werden, um die islamische Revolution nach Europa zu exportieren, heißt es in einem Bericht des NDR.

Schwere Vorwürfe gegen Blaue Moschee an der Alster: Außenposten Teherans und Verehrer der Hisbollah.

Dem Verfassungsschutz vorliegende Dokumente zeigen „die Weisungsgebundenheit des IZH-Leiters Mohammad Hadi Mofatteh an das iranische System“, so Sprecher Marco Haase im Gespräch mit der dpa. Dass es sich bei der Blauen Moschee um eine rein religiöse und von Teheran unabhängige Begegnungsstätte handelt, sei demnach unglaubhaft und inszeniert.

Blaue Moschee an der Alster als Außenposten Teherans vom Iran aus gesteuert – Verfassungsschutz nennt Belege

Dem Hamburger Verfassungsschutz liegen laut dpa mehrere Belege für die Anschuldigungen vor. Darunter zum Beispiel ein „Schreiben der Staatsführung Teherans“, welches wohl bestätigt, dass „Mofatteh als offizieller Staatsvertreter des Khomeini-Nachfolgers Ajatollah Chamenei anzusehen ist“. Ajatollah Chamenei ist oberster politischer und religiöser Führer im Iran – er gilt als Religions- und Revolutionsführer.

In mehreren Briefen sei der Leiter des IZH, Mohammad Hadi Mofatteh, als „geehrter Vertreter des obersten Führers“ bezeichnet worden. Dies sieht der Verfassungsschutz als Beweis für eine Verbindung an. Darüber hinaus sollen auch Belege dafür vorliegen, „das Mofatteh direkt an das Büro des Revolutionsführers angebunden ist, Weisungen erhält und berichtspflichtig ist“, sagte Marco Haase der dpa.

Blaue Moschee an der Alster im Fokus des Verfassungsschutzes: Sympathisanten der Terrororganisation Hisbollah

Aber damit noch nicht genug. Weiter heißt es vom Verfassungsschutz, dass Belege für eine Verbindung vom IZH zu der als Terrororganisation eingestuften Hisbollah vorliegen. Demnach finden sich auf dem Facebook-Profil des stellvertretenden IZH-Leiters Seyed Mousavifar, verschiedene Postings, in denen er seine Verehrung für die Hisbollah deutlich mache. Darüber hinaus existiere ein Foto, auf dem sich Mousavifar mit der Flagge des verbotenen Hisbollah-Vereins „Menschen für Menschen“ zeige.

Die Hisbollah (deutsch: Partei Gottes) ist eine islamisch-schiitische libanesische Bewegung, Partei und Miliz, die hierzulande als Terrororganisation angesehen wird und seit 2020 in Deutschland verboten ist*. Laut Bundesregierung sei die „Vernichtung Israels“ ein erklärtes Ziel der Hisbollah.

Blaue Moschee an der Alster als Außenposten Teherans und Verbindungen zur Hisbollah – welche Konsequenzen hat das?

Mit welchen Konsequenzen die Blaue Moschee an der Alster nach den neuen Erkenntnissen des Hamburger Verfassungsschutzes rechnen muss, ist bisher unklar. Politiker von CDU, FDP und AfD fordern bereits das Ende der Zusammenarbeit der Stadt Hamburg mit dem IZH*. Gut möglich ist auch, dass die Behörden sogar die Schließung der Blauen Moschee prüfen. Denn das wäre nicht die erste Moschee-Schließung in Hamburg.

Im Jahr 2010 wurde die Al Quds Moschee am Hamburger Steindamm von den Behörden geschlossen, nachdem von ihr dschihadistische Aktivitäten ausgegangen sein sollen. Laut welt.de hatte die Moschee unter anderem dadurch weltweit Bekanntheit erlangt, dass sie als Treffpunkt mehrerer Attentäter des 11. Septembers galt. * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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