Hamburg soll sauberer werden

Bis zu 90 Euro pro weggeworfener Kippe: Hamburg will härtere Strafen

  • Annabel Schütt
    VonAnnabel Schütt
    schließen

Hamburg sagt Zigaretten-Schnipsern den Kampf an. Mit erhöhten Bußgeldern sollen rücksichtslose Raucher zukünftig eingeschüchtert werden.

Hamburg – Ob neben einem überfüllten Mülleimer oder neben einem Spielplatz, auf dem kleine Kinder alles in den Mund nehmen, was sie in die Finger bekommen: achtlos weggeworfene Zigarettenstummel werden zu einem echten Problem in der Hansestadt an der Elbe. Doch nun werden den Zigaretten-Schnipsern die Daumenschrauben angelegt.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Kippen-Strafe in Eimsbüttel: Rücksichtslose Raucher werden zur Kasse gebeten

Ob auf Gehwegen, im Gebüsch, an Halteställen oder auf Spielplätzen: Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) landen täglich weltweit 10 Milliarden Zigaretten auf dem Boden – und davon einige in Hamburg. Viel zu viel findet die Bezirksversammlung in Eimsbüttel. Besonders, wenn man bedenkt, dass so bundesweit für die Entsorgung der Glimmstängel Kosten bis zu 224 Millionen Euro entstehen – ganz zu schweigen von den Schäden, die die Umwelt nimmt.

Allein in Hamburg wurden im vergangenen Jahr 9.111 Ordnungswidrigkeiten wegen weggeschnipster Zigaretten aufgenommen, zumal mit dem Wegschnipsen von Kippen gegen Paragraf 28 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) verstoßen werde. Als neue Party-Reviere leiden besonders die Hamburger Parks – allen voran der Stadtpark, in dem jetzt Alkohol-Verbot herrscht, um die feierwütigen Menschenmassen fern zu halten.

Eimsbüttel will zukünftig härter gegen Zigaretten-Schnipser vorgehen. (24hamburg.de-Montage)

Um zukünftig härter gegen die Zigaretten-Schnipser von Hamburg vorzugehen, hat die Bezirksversammlung daher nun einem Antrag von Grünen und CDU einstimmig zugestimmt. Aus den einstigen 20 Euro Verwarnungsgeld, die dem ein oder anderen Raucher von der Stadtreinigung aufgebrummt wurden, soll zukünftig ein Bußgeld von mindestens 90 Euro werden.

„Es tut meistens leider nur dann weh, wenn es teuer wird“: Bezirksverwalter geht gegen rauchende Umweltsünder vor

„In Hamburg landen immer noch zu viele Zigarettenstummel auf der Straße. Die Belastung für die Umwelt ist dabei größer als gedacht, deswegen wollen wir mit höheren Bußgeldern und breiten Aufklärungskampagnen den Kippen den Kampf ansagen. Es tut meistens leider nur dann weh, wenn es teuer wird“, so Eimsbüttel Bezirksabgeordneten Jan Koriath (Grüne) gegenüber der MOPO. Erst neulich hat Eimsbüttel für Diskussionsstoff gesorgt, weil dort im angeblichen Gender-Wahn Frauen auf Straßenschildern gefordert wurden.

Zudem soll es Aufklärungskampagnen und Müllbehälter wie die Zigaretten-Wahlurne auf St. Pauli geben. Eimsbüttel ist allerdings nicht die erste Stadt, die auf die Kippen-Problematik reagiert. Auch in Norderstedt werden Zigaretten-Schnipser zur Kasse gebeten. Ob die Hamburger in Folge des erhöhten Bußgelds auf E-Zigaretten umsteigen, die Olaf Scholz (SPD) viel teurer machen will, bleibt abzuwarten. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO & Patrick Scheiber/IMAGO

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare