Corona-Virus

Impfstoff gegen Delta-Variante: Biontech entwickelt Spezial-Vaxin

Biontech arbeitet an einem Impfstoff gegen die Delta-Variante. Zusätzlich soll eine dritte Impfung für mehr Schutz sorgen. Kann die Mutation gestoppt werden?

Hamburg – Biontech arbeitet an einem Impfstoff speziell gegen die Delta-Mutation von Sars-VoV-2. In Deutschland macht vor allem die Delta-Variante gerade Sorgen. Laut dem Robert Koch Institut (RKI) macht sie mittlerweile den Großteil der Infektionen aus. Aus diesem Grund arbeitet der Impfstoffhersteller Biontech aktuell daran, für die gefährliche Delta-Variante einen angepassten Impfstoff zu entwickeln. Außerdem empfiehlt der Impfstoffhersteller eine dritte Impfung als zusätzlichen Schutz.

Corona-Fälle weltweit185 Millionen (4 Millionen Todesfälle)
Corona-Fälle Deutschland 3,7 Millionen (91.000 Todesfälle)
Corona-Fälle in Niedersachsen261.000 (5.700 Todesfälle)
Bekannte Virusmutationen (Stand 30. Juni 2021)Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon, Zeta, Eta, Theta, Iota, Kappa, Lambda

Impfung gegen Delta-Variante? Biontech arbeitet daran, erste Studien im August

Die Delta-Variante des Corona-Virus gilt bisher als besonders aggressiv. Auch in Hamburg steigt sie weiter an. Vom RKI und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Mutation, die medizinisch auch B.1.617 genannt wird, als „Variant of Concern“ eingestuft. Das bedeutet, dass die Virusvariante besorgniserregend ist. Andere Mutationen, wie zum Beispiel die neue Lambda-Variante, die in Peru entdeckt wurde, sind lediglich „Variants of Interest“, stehen also unter Beobachtung.

Biontech arbeitet an einer Corona-Impfung speziell gegen die Delta-Mutation. (24hamburg.de-montage)

Da sich die Delta-Variante so schnell verbreitet und allein in Deutschland nach Angaben des RKI von 2% der Infektionen im Mai auf knapp 60% Ende Juni stieg, will der Impfhersteller nun noch besser dagegen schützen. Im Biontech-Werk in Mainz wird laut Angaben der Firma gerade ein neuer mRNA-Wirkstoff gegen die Mutante entwickelt, die sich durch besonders drastische Symptome auszeichnet.

Der dem neuen Impfstoff wird das etwas veränderte Spike-Protein der Delta-Variante als Grundlage untersucht. Ein Delta-Impfstoff würde demnach speziell auf diese Mutation angepasst sein und dagegen besser wirken als der bisherige Impfstoff. Dieser verlor gegen Delta etwa 5% an Wirksamkeit. Erste Studien zum neuen Impfstoff könnten bereits im August durchgeführt werden.

Dritte Corona-Impfung empfohlen – darum hilft eine weitere Dosis im Herbst

Darüber hinaus empfiehlt Biontech die dritte Impfung. Der Verbund, der zusammen mit Moderna in den westlichen Industrieländern den Großteil der Impfdosen liefert, will in Kürze bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Daten einreichen, die die Wirksamkeit und Erforderlichkeit einer dritten Impfung belegen. Laut der Firma könne die Schutzwirkung gegen die Viren nach sechs Monaten nachlassen, weshalb der Impfschutz innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der letzten Impfung aufgefrischt werden sollte.

Laut einer Studie der Universität Oxford, die Patienten nach einer dritten Impfung mit Astrazeneca untersucht hat, vermehren sich die Antikörper nach einer dritten Impfung um das fünf- bis zehnfache. Wann die Regierung diese Möglichkeit anbieten kann, steht noch nicht fest. Die Vorbereitungen auf eine dritte Impfung laufen aber.

70 Prozent aller Bürger müssen geimpft sein, um der Delta-Variante Herr zu werden

In erster Linie sei es wichtig, überhaupt so vielen Menschen wie möglich einen Impfschutz zukommen zu lassen. In Deutschland sind laut dem RKI mittlerweile ca. 34,5 Millionen Menschen vollständig und bereits 48 Millionen, also 58 Prozent von 82 Millionen, komplett gegen Sars-CoV-2 geimpft. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfiehlt zum Beispiel auch die Kreuzimpfung von Biontech und Astrazeneca und betont, dass noch immer mehr Menschen geimpft werden müssen. „Je mehr Impfungen im Sommer, desto besser wird der Herbst“, sagte der Minister laut Tagesschau.

Auch die dritte Impfung hält er für möglich, man habe mittlerweile genug Dosen. „Wir werden ausreichend Impfstoff haben, um für alle Empfehlungen gewappnet zu sein.“ Konkret sollten in Deutschland über 70 Prozent aller Bürger geimpft sein. Wenn laut einer Modelrechnung des RKI etwa 90 Prozent der über 60-Jährigen und 65 Prozent der 12- bis 59-Jährigen geimpft sind - ob gegen Delta oder mit dem herkömmlichen Impfstoff -, könnte Deutschland eine erneute Corona-Welle im Herbst und Winter vermeiden. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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