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Biomarkt-Räuber vor Gericht: Wurde der Familienvater erpresst?

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Der Angeklagte verbirgt im Gerichtssaal sein Gesicht hinter einem Aktendeckel.
Der Angeklagte verbirgt im Gerichtssaal sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. © Markus Scholz/DPA

Prozessbeginn im Fall des Biomarkt-Räubers. Vor Gericht bricht der Familienvater in Tränen aus und gesteht, zwei alte Bekannte hätten ihn über Jahre erpresst.

Hamburg – Er soll fünfmal denselben Biomarkt in seiner Nachbarschaft überfallen haben: Vor dem Hamburger Landgericht muss sich seit Donnerstag, 10. November 2022, ein 44 Jahre alter Familienvater verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Raub in sechs Fällen vor – davon fünf in besonders schwerem Fall – sowie versuchte schwere räuberische Erpressung in einem Fall. Gleich zu Prozessbeginn legte der nicht vorbestrafte Mann ein Geständnis ab. „Ich bin der Täter“, sagte er.

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Nach Raub-Serie auf Bio-Läden: 44-Jähriger in Hamburg vor Gericht

Der Mann räumte ein, zwischen dem 24. August 2021 und 6. Mai 2022 immer maskiert mit einer Latex-Maske, die das Gesicht eines alten Mannes darstellte, Filialen einer Biomarkt-Kette überfallen zu haben. Er schlug immer im selben Laden im Stadtteil Eimsbüttel zu, nur einmal in Eppendorf. Dabei hatte er laut Anklage eine Soft-Air-Waffe dabei. Auch in einer Pizza-Filiale in Groß Borstel forderte er Geld. Ein Zeuge packte ihn laut Anklage aber am Arm und schubste ihn aus dem Laden. Bei den Überfällen habe er insgesamt mehr als 4100 Euro erbeutet.

Prozessbeginn in Hamburg: Familienvater gesteht Überfälle vor Gericht

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Unter Tränen schilderte der Mann, wie es so weit kommen konnte: Zwei alte Bekannte hätten ihn über Jahre hinweg erpresst und immer wieder Tausende Euro von ihm gefordert. Er habe diesen Druck vor seiner Familie und seinem Arbeitgeber verheimlicht, aus Angst viel getrunken und sich verschuldet. Schließlich habe er keinen anderen Ausweg als die Überfälle gesehen. Es tue ihm sehr leid. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. (dpa)

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