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Bezirksamtschefin fordert verpflichtenden Fahrtauglichkeits-Test für Senioren

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Von: Kevin Goonewardena

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Grünen-Politikerin von Berg fordert eine Fahrtauglichkeitsüberprüfung von Senioren. Die Bezirksamtschefin hat auch schon konkrete Vorstellungen zum Test.

Hamburg – In schöner Regelmäßigkeit wird – landauf, landab und quer über alle Parteibücher hinweg – die Einführung eines Fahrtauglichkeitstests für Seniorinnen und Senioren diskutiert. Jene sollten ihre Fahrtauglichkeit nach dem Erreichen eines bestimmten Alters erneut unter Beweis stellen, heißt es von den Befürwortern. Gegner der Forderungen lehnen diese pauschal ab – oder wollen im Einzelfall über eine Fahrtauglichkeitsprüfung im Alter entscheiden. Stefanie von Berg, Bezirksamtsleiterin von Altona, gehört zu ersteren. Die Grünen-Politikerin fordert eine Fahrtauglichkeitsprüfung für ältere Hamburger.

Name:Stefanie von Berg
Geburtsdatum und -ort:16. August 1964 in Göttingen
Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft:2011-2018
Bezirksamtsleiterin des Bezirk Altona:seit 2019

Waitzstraße Hamburg: Immer wieder Senioren in Unfälle verwickelt

Im Hinterkopf dürfte von Berg bei ihrer Forderung auch die Unfälle auf der Waitzstraße haben; erst kurz vor Weihnachten ist in der Straße ein Senior mit seinem SUV in das Schaufenster eines Lokals gerast. Im vergangenen Jahr durchbrach eine Rentnerin mit ihrem Auto die Frontscheiben der dortigen Haspa-Filiale. Der Bezirk hatte Ende 2020 rund 60 Betonpoller an Hamburgs „Crash-Meile“, wie die Hamburger Morgenpost die Waitzstraße mal betitelte, aufgestellt, um Unfälle dieser Art zu verhindern.

Auch weil dort immer wieder Senioren an den Unfällen beteiligt sind, sieht Stefanie von Berg ältere Menschen als Risikogruppe, die, so die Forderung der Bezirksamtschefin, ihre Fahrtauglichkeit regelmäßig nachweisen sollten. Das gab von Berg auf Nachfrage dem Rundfunkprogramm des NDR zu Protokoll.

Älterer Mann am Steuer eines Wagens
Sollten Senioren zum Fahreignungstest? Altonas Bezirksamtschefin Stefanie von Berg (kl.) sagt ja. (Symbolbild) © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago/Marcus Brandt/dpa

Von-Berg-Idee: Fahrtauglichkeit soll alle zwei Jahre überprüft werden – auch SPD debattiert

Von Berg plädiert deswegen zum einen für eine zweijährliche Kontrolle von zum Beispiel Seh- und Hörfähigkeiten, auch die Verträglichkeit eingenommener Medikamente oder Herz-Kreislauffunktionen sollten überprüft werden. Außerdem solle ein verpflichtender Fahreignungstest ab dem 70. Lebensjahr eingeführt werden.

In der Politik sind Gedankenspiele rund um die Fahrtauglichkeit der Senioren nicht neu. Die SPD Hamburg diskutierte das Thema zuletzt auf dem Landesparteitag Anfang November – auf Antrag der JuSos. Die hatten gefordert, sich um die Einführung einer regelmäßigen medizinischen Belastbarkeitsprobe von Fahrzeugführern ab 65 Jahren einzusetzen. An die SPD-Fraktion im Bundestag wurde der Antrag jedoch nach Diskussionen nur in geänderter Fassung und ohne Senioren-Bezug weitergegeben: Man solle prüfen, ob „für Fahrerlaubnisinhaber, erstmals 15 Jahre nach Erlangen der Fahrerlaubnis, regelmäßige Sehtests und eine regelmäßige Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses eingeführt werden sollte“.

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Senioren am Steuer: ADAC bietet freiwillige Kurse für Rentner an

Auch der ADAC sprach sich unlängst dagegen aus, die älteren Verkehrsteilnehmer in die Pflicht zu nehmen – der Automobilclub hält Senioren pauschal nicht für eine Problemgruppe im Straßenverkehr. Gleichwohl bietet der Verein freiwillige Angebote an. Etwa Fahrstunden und den sogenannten Fahr-Fitness-Check. Bei letzterem wird von einem Fahrlehrer unter anderem die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden überprüft. Rund 100 Hamburger Senioren nutzen jedes Jahr die Angebote des ADAC.

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