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„Beschissen!“ – Wut über E-Roller in Hamburg wächst

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Von: Bona Hyun

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E-Scooter abgestellt auf dem Gehweg
Der Frust über E-Roller in Hamburg wächst, wie eine Straßenrecherche zeigt. © Axel Heimken/dpa

E-Roller gehen vielen Hamburgern auf die Nerven. Einen Boykott oder ein Verbot für E-Roller würden einige nahezu begrüßen.

Hamburg – In Hamburg sind die E-Roller längst angekommen. Viele Personen nutzen die Verkehrsmittel, um flexibel und einfach von A nach B zu fahren. Doch nicht alle Hamburger halten viel von E-Rollern. „Die Leute gehen viel weniger zu Fuß. Sie fahren einen halben Kilometer mit dem E-Roller und stellen die dann irgendwo ab“, bemängelte Passant Jörg. Mit der Kritik an E-Rollern steht Jörg nicht alleine da. Viele Hamburger empfinden E-Scooter als störend, wie eine Straßenumfrage von 24Hamburg.de zeigt. Auch Forderungen nach einem E-Roller-Verbot in Hamburg werden laut.

„Boykottiere sie“ – Wut über E-Roller in Hamburg wächst

Ob an der Alster, in der Innenstadt oder auf Straßen: Mit E-Rollern fahren die Hamburger fast über all entlang – auch auf dem Kiez. Das kann laut Passantin Anna gefährlich werden. Nachts sehe sie häufiger alkoholisierte Menschen auf den Rollern. Zudem stellen sie im alltäglichen Straßenverkehr ein Risiko dar, weil sie „sehr schnell und super leise und dadurch oft nicht bemerkbar“ sind. Sie räumt ein, dass E-Roller aber auch einen Nutzen hätten, um schnell von A nach B zu kommen.

Auch in der Politik sind E-Roller ein Thema. Besonders Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sah in der Nutzung von E-Scootern eine Chance auf eine klimafreundliche Alternative. „E-Scooter sind vor allem bei jungen Menschen beliebt und können den Mobilitätsmix in Hamburg im Sinne der Mobilitätswende bereichern“, sagte Tjarks. Problematisch werde es, wenn „sie achtlos und nicht ordnungsgemäß im öffentlichen Raum abgestellt werden“, so Tjarks. Und dieses Problem scheint die meisten Hamburger hauptsächlich zu nerven, weil es ziemlich häufig vorkommt.

„Unding“ – Einige Hamburger plädieren für E-Roller-Verbot und für Knöllchen beim Falschparken

In Hamburg wurden E-Roller schon aus der Alster gefischt oder blockierten Gehwege. Für Jan und Linda kommt es deshalb nie infrage, E-Roller mal auszuprobieren. „Ich finde E-Roller beschissen und bin auch noch nie mit einem gefahren, weil ich so frustend finde, dass sie überall herumstehen“, sagte Jan. Auch Linda sieht vorerst von einer Tour mit einem E-Scooter ab. „Ich habe nicht vor, damit zu fahren, ich boykottiere E-Roller.“ Für Linda sei es ein „Unding, dass sie überhaupt existieren.“

Bislang gibt es keine Regelung, was mit falsch geparkten E-Rollern passiert. Genau da müsse man Linda zufolge ansetzen. Anbieter müssten zumindest zur Kasse gebeten werden, wenn die E-Roller falsch geparkt werden. Schließlich sei vielen gar nicht klar, wohin man mit E-Rollern innerhalb Hamburgs fahren oder sie parken dürfe. Auch Strafzettel für Falschparker seien für Linda eine Option. Ein Verbot für E-Roller in Hamburg käme Jan und Linda ebenfalls entgegen.

E-Roller in Hamburg sorgen häufig für Aufruhr – Stadt richtet Mailadresse für Beschwerden ein

Die E-Roller standen öfter in der Kritik. Seit September 2021 gibt es deshalb in Hamburg eine Beschwerde-E-Mail-Adresse für E-Roller, die gemeinsam von der Stadt und mehreren E-Scooter-Anbietern betrieben wird. Als Konsequenz auf zahlreiche Beschwerden müssen Nutzer beispielsweise den Abstellort des Rollers mit einem Foto dokumentieren. Bei Verstößen kann es neben Bußgeldern auch zur Sperrung des Nutzers kommen. 

E-Roller-Anbieter in Hamburg haben sich zur Kritik noch nicht geäußert. Zu den aktuellen Anbietern in Hamburg zählen Lime, Bolt und Tier. Nutzer haben meist über eine App die Möglichkeit, E-Roller auszuleihen und zu aktivieren. Pro Minute zahlt man je nach Anbieter zwischen 19 und 25 Cent. Der Ausleihvorgang kostet laut hamburg.de bei fast allen Anbietern einen Euro. Laut der Hamburger Verkehrsbehörde gibt es inzwischen insgesamt etwa 17.000 E-Scooter in Hamburg. Auch wenn es häufiger Aufruhr wegen der E-Scooter gibt, sind sie in Hamburg wohl noch ein beliebtes Fortbewegungsmittel.

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