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Behörde verbietet Partys in Winterhude – Hamburger reagieren verständnislos

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Von: Robin Dittrich

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Keine Partys mehr am Winterhuder Kai. Nicht weniger will das Bezirksamt Hamburg-Nord. Auf einem großen Plakat stehen neue Regelungen. Es gibt wenig Verständnis.

Hamburg – Deutschland ist weltweit weniger für seine Offenheit und Freiheit, sondern eher für Bürokratie bekannt. Dieses Image untermauert das Bezirksamt Hamburg-Nord jetzt mit einem Plakat am Winterhuder Kai. Damit werden ab sofort neue Regeln festgehalten, an die sich alle anwesenden Personen halten müssen. Den umliegenden Anwohnern war es Nachts zu laut geworden – die Behörde reagierte. „Erholen? Chillen? Gerne Rücksichtsvoll“ lautet nun das Motto.

Stadtteil in Hamburg:Winterhude
Fläche:7,6 km²
Bezirk:Hamburg-Nord
Einwohner:56.382 (Stand: Dezember 2020)

Schild mit Regeln soll in Hamburgs Stadtteil Winterhude für Ruhe und Ordnung Sorgen

Schon seit mehreren Jahren kämpfen Anwohner in Hamburgs Stadtteil Winterhude um ihre Ruhe. Der Winterhuder Kai ist zu einer regelrechten Partylocation verkommen. Dem will das Bezirksamt Hamburg-Nord Einhalt gebieten und stellt neue Regelungen auf. Mitten am Winterhuder Kai prangt ein großes neues Plakat, auf dem die Regeln gelistet werden. Nach wie vor ist es verboten, in der Grünanlage Lärm zu erzeugen. Das gilt nicht nur für das Partyvolk am Abend, sondern ganztägig.

Polizisten stehen am Winterhuder Kai. Um sie herum liegt eine Menge Müll. Zudem sind einige junge Menschen anwesend.
Hamburgs Polizisten sollen am Winterhuder Kai für Ordnung sorgen. © Luca Field/Imago

Wie das Bezirksamt angibt, wurden allein 2021 rund 30 Bluetooth-Boxen einkassiert, die zu laute Musik spielten. 2022 soll jetzt noch schneller reagiert werden. Auch auf den Straßen- und Wasserflächen darf kein Lärm erzeugt werden, der unbeteiligte Personen störe. Was genau dazu zählt, wird von der Polizei im Einzelfall entschieden. In Zukunft wird die wohl deutlich häufiger gerufen, wenn sich mehrere Personen nach 22:00 Uhr am Winterhuder Kai aufhalten.

Hamburger Anwohner stört Lärm, Müll und Urin – Instagram-User sind verständnislos

Doch nicht nur der Lärm stört die umliegenden Anwohner. Ein besonderes Ärgernis sind Müll, der zurückgelassen wird sowie öffentlich urinierende Personen. Insbesondere Jugendliche sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz ermahnt diese: „Es ist wichtig, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Wir appellieren dringend an die Jugendlichen, sich an die Verordnung zu halten.“ Sollten sie auf Lautsprecher und Müllverbreitung verzichten, sieht er aber kein Problem mit deren Anwesenheit.

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Unter dem Instagram-Post der Behörde reagierten User mit Unverständnis. „Deutschland geht es zu gut“, sagte etwa der User kubatabaluga. „Wow, eindrucksvoll! Effekt = 0“ fügte anne_sob1 hinzu. Viele sehen das Problem bei den Behörden selbst und fänden es sinnvoller, „mehr öffentliche Toiletten zu schaffen, anstatt Pinkelverbote aufzustellen“, wie chinchillahh anbringt. Ob sich die feiernden Personen am Winterhuder Kai wirklich an die Regeln halten, bezweifeln die meisten Nutzer.

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