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Hamburger Behörde knallhart: Wartende Flüchtlinge aus Zelt geschmissen

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Von: Sebastian Peters

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Lage Eskaliert an der Hammer Straße
Ein Mitarbeiter der Behörde schmiss die Geflüchteten aus dem Zelt! © Sebastian Peters

Unfassbarer Situation vor dem Amt für Migration in Hamburg. Amtsleiterin sorgt sich um die Sicherheit auf dem Gelände und ruft die Polizei. Die Lage eskaliert.

Hamburg – Seit die ersten geflüchteten Ukrainer in Hamburg eingetroffen sind, scheint die Hamburger Behörde überfordert zu sein. Täglich stehen hunderte Ukrainer vor der Behörde für Migration an der Hammer Straße, um sich in Hamburg als geflüchtete Person zu registrieren. Erst danach stehen den geflüchteten Menschen Hilfen von Staat zu.

Amt für Migration in Hamburg: Flüchtlinge werden aus THW-Zelt geschmissen

Um die geflüchteten Personen vor Regen zu schützen, hatte das Technische Hilfswerk (kurz THW) im Auftrag der Stadt dort mehrere Zelte aufgebaut. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die sich über WhatsApp-Gruppen organisieren, versorgten die Wartenden mit Essen und warmen Getränken. Am Montagabend, 14. März 2022, sorgten allerdings genau diese Zelte für eine enorme Eskalation.

Die Amtsleiterin macht sich Sorgen um die Sicherheit auf ihrem Gelände. Angeblich ginge es um Brandschutzbestimmungen. Gegenüber 24hamburg.de äußerte sich Frau Kindel besorgt darüber, dass die Geflüchteten vielleicht in den Zelten rauchen und somit ein Feuer ausbrechen könnte. Kurz darauf fuhr bereits die Polizei mit mehreren Streifenwagen vor.

Mehrere Beamten stiegen aus den Einsatzfahrzeugen, schauten in das voll besetzte Zelt und verschwanden in dem Gebäude der Behörde. Über mehrere Minuten wurde sich in den Räumen der Behörde beraten. Nach über 30 Minuten rückte die Hälfte der Einsatzkräfte wieder ab.

Amtsleiterin: „Ich lasse hier keinen Geflüchteten von der Polizei aus dem Zelt ziehen.“ – danach drängt ein Mitarbeiter die Geflüchteten raus!

Die Amtsleiterin für Migration, Annette Kindel, sagte gegenüber 24hamburg.de: „Ich lasse hier keinen Geflüchteten von der Polizei aus dem Zelt ziehen.“ Soweit richtig. Allerdings tauchte kurze Zeit später ein äußerst aggressiver Behördenmitarbeiter auf. Mit einem e-Golf mit Behördenkennzeichen hielt der Mann vor der Tür, stürmte in das voll besetzte Zelt und drängte die Geflüchteten heraus.

Unmut machte sich unter den Schutzsuchenden breit. Eine Ukrainerin, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland lebt, sagte gegenüber 24hamburg.de: „Da kam plötzlich der Herr und hat uns rausgeschoben. Es ist zu peinlich, was sie hier machen“ soll der Behördenmitarbeiter gesagt haben. Die Ukrainerin stand über mehrere Stunden für ihre Familie an, die aus Kiew nach Hamburg geflohen ist.

Flüchtlinge Hammer Straße
Sie erzählt von dem Moment, wie der Behördenmitarbeiter sie herausdrängt und beleidigt. © Sebastian Peters

Einsatzkräfte der Hamburger Polizei standen daneben und schauten sich die Situation an. Der Behördenmitarbeiter hatte in diesem Moment das Hausrecht und somit die Befugnis, die Personen von dem Grundstück der Behörde zu verweisen, wurde unserem 24hamburg.de-Reporter vor Ort erklärt. Ob dies allerdings moralisch richtig ist, bleibt fraglich.

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Nun müssen die Geflüchteten wieder zurück in ihre privaten Unterkünften, falls sie überhaupt eine haben, oder vor der Behörde im Regen warten. Ein dort geparkter „Wärmebus“, der durch den Senat dort platziert wurde, war lange Zeit verschlossen. Erst als die Polizei Nachforschungen anstellte, tauchte ein Schlüsselträger auf und öffnete das Fahrzeug.

Allerdings bietet der Bus nicht Platz für alle wartenden Ukrainerinnen. Außerdem soll der Wärmebus wohl, so geht es aus einem internen Gespräch am 14. März 2022 innerhalb der Behörde hervor, abgeschafft werden. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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