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Bald mehr Fluglärm über Hamburg? In Norderstedt will man Tatsachen schaffen

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Der Hamburger Flughafen, im Norden der Stadt gelegen, sorgt natürlich für eine Menge Lärm – auch über Schleswig-Holstein. Dort gibt‘s nun einen neuen Vorstoß.

Hamburg/Norderstedt – Wer schon einmal im Hamburger Norden unterwegs war, wird sie bemerkt haben: die startenden und landenden Flugzeuge des im Hamburger Stadtteil Fuhlsbüttel gelegenen Hamburg Airport Helmut Schmidt. Der fünftgrößte und älteste Flughafen Deutschlands sorgt durch den Flugverkehr natürlich auch für viel Lärm. Dieser stört nicht nur Hamburgerinnen und Hamburger, sondern auch die Stadt Norderstedt. Denn die häufigsten Starts und Landungen führen über die kleine Stadt in Schleswig-Holstein. Jetzt will Norderstedt Beschränkungen des Flugverkehrs prüfen lassen.

Flughafen in Deutschland:Hamburg Airport Helmut Schmidt
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Flughafencode:HAM
Baujahr:1911

40 Prozent der Flüge des Hamburger Flughafens führen über Norderstedt – Stadt will Beschränkung prüfen

Wie das Hamburger Abendblatt zuerst berichtete, führen aktuell rund 40 Prozent der Flüge über die Stadt Norderstedt, an der nördlichen Stadtgrenze von Hamburg. Damit stellen sie für etwa 3360 Norderstedter, die in unmittelbarer Nähe zur Einflugschneise leben, eine enorme Lärmquelle dar. Weil Lärm erwiesenermaßen gesundheitsschädlich sein kann, will die Stadt nun eine Beschränkung des Flugverkehrs prüfen lassen.

Unterstützt wird dies von der Wählergemeinschaft „Wir in Norderstedt“ (WiN), die sich nur aufgrund des Fluglärms in Norderstedt gegründet hat, wie das Abendblatt berichtet. Für den Antrag bei der Norderstedter Verwaltung gibt es zusätzliche Rückendeckung von der örtlichen CDU, Grüne, FDP und Linke. Bei der Prüfung durch die Verwaltung soll nun festgestellt werden, inwieweit die Stadt Norderstedt gegen die Lärmbelästigung durch den Hamburger Flughafen vorgehen kann.

Ein Flugzeug landet aus Norderstedt kommend am Hamburg Airport, dazu ein Ortschild von Norderstedt.
Bald mehr Fluglärm über Hamburg? Norderstedt will Starts und Landung massiv einschränken. (24hamburg.de-Montage) © Chris Emil Janßen/imago & Waldmüller/imago

Dass die Antragssteller hier tätig werden, ist kein Zufall. Denn laut der sogenannten „Umgebungslärmrichtlinie“ der Europäischen Union aus dem Jahr 2002, ist die Stadt dazu verpflichtet, ihre Anwohner vor Lärm zu schützen. Dafür erarbeiten die Städte sogenannte Lärmaktionspläne. Bisher wurde der Fluglärm in den Lärmaktionsplan von Norderstedt aber nicht mit aufgenommen, weil der Flughafen eben in Hamburg und nicht in Norderstedt liegt. Inwieweit die Stadt hier hinsichtlich der Lärmreduzierung aber doch tätig werden kann, ist nun Teil der Prüfung.

Norderstedt will Fluglärm besser verteilen: Nur noch jeder vierte Flieger über Schleswig-Holstein

Um den Lärm für die um den Flughafen herum lebenden Norderstedter zu reduzieren, möchten die Antragssteller den Flugverkehr aber nicht komplett verhindern. Vielmehr schlagen sie eine reduzierte Nutzung der Startbahn vor. Weil der Hamburg Airport über insgesamt vier Startbahnen beziehungsweise Landebahnen verfügt, solle demnach die nördliche Bahn über Norderstedt auch nur noch für jeden vierten Flieger genutzt werden, heißt es im Abendblatt.

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Außerdem, so heißt es im Antrag, sollte die Bahn über Norderstedt und Quickborn in Schleswig-Holstein möglichst nur noch an 90 Tagen im Jahr genutzt werden. „Eine solche Lösung ist ein notwendiger Akt der Fairness des Flughafens und der Stadt Hamburg gegenüber seinen Nachbarn im Umland“, so WiN-Sprecher Manfred Pelzel im Abendblatt.

Weniger Fluglärm über Norderstedt: Regelungen des Flughafen Hamburg eindeutig

Ob der Antrag Aussicht auf Erfolg hat, ist ungewiss. Doch die Regelungen für Starts und Landungen am Hamburger Flughafen sind klar in den Bahnbenutzungsregeln festgelegt. Dass besonders in den Abendstunden die meisten der Flüge aus oder in Richtung Norderstedt erfolgen, hat den Sinn, dass in absoluten Zahlen weniger Menschen belästigt werden als bei anderen Bahnen. Laut Abendblatt sind in Hamburg aktuell 57.900 Hamburgerinnen und Hamburger vom Fluglärm betroffen, in Norderstedt nur 3360. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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