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Bald keine kostenlosen Parkplätze mehr? Grüne wollen Anwohnerparken in ganz Hamburg

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Von: Jakob Koch

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Parken ohne Parkschein in Hamburg könnte bald der Vergangenheit angehören. Grüne wollen überall Zonen für Anwohnerparken. Das wird vor allem für Autofahrer teuer.

Hamburg – Anjes Tjarks hat vermeintlich ein Herz für Autofahrer: Der Grünen-Verkehrssenator plant und erweitert mit seiner Behörde derzeit nach und nach Zonen für Anwohnerparken in Hamburg, um „den Parkdruck da zu verringern, wo es zuvor besonders schwierig war, einen Parkplatz zu finden“, wie Tjarks kürzlich der Welt am Sonntag sagte. Was sich zunächst freundlich anhört, mutierte allerdings schnell zum Wucher-Wahnsinn: Anwohnerparken kostet seit diesem Jahr mehr doppelt so viel – und erboste Anwohner kritisieren die totale Abzocke: Trotz der kostenpflichtigen Parkausweise ist vor allem in Gebieten mit hohen Anwohnerzahlen nur mit viel Glück ein Parkplatz zu ergattern.

Da klingt eine neue Forderung wie eine schallende Ohrfeige für viele geplagte Autofahrer und Anwohner: Michael Werner-Boelz, Grüner Bezirkschef von Hamburg-Nord, spricht seine visionären Grünen-Pläne gegenüber mopo.de offen aus: „Ich würde mir wünschen, dass das nach und nach über die ganze Stadt ausgebreitet wird, auch in den äußeren Bereichen.“

Stadt:Hamburg
Stadtteile:104
Anwohnerzonen (Stand: 28. Januar):38
Registrierte Pkw (Stand 1. Juli 2021):814.000

Kosten für Strafzettel in Hamburger Anwohnerparkzonen: Parken ohne Parkschein wird für Besucher teuer

Im Klartext könnte das heißen: Keine kostenlosen Parkplätze also mehr in Hamburg, wo eh schon regelmäßig ein Verkehrs-Chaos droht. Bislang hat der rot-grüne Hamburger Senat im Koalitionsvertrag beschlossen, mindestens 20 neue Zonen bis 2025 einzurichten. Dieses Kontingent ist nahezu ausgeschöpft – trotzdem wollen die Grünen immer mehr. Der Nord-Bezirkschef wird gegenüber mopo.de deutlich: „Die Stadt verschenkt sehr viel an Lebensqualität dadurch, dass sie den öffentlichen Raum für kostenloses Parken zur Verfügung stellt. Es gibt kein Anrecht auf einen kostenlosen Parkplatz“, sagt Michael Werner-Boelz. Rumms!

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks steht mit Fahrradhelm vor einem Anwohnerparkzone-Schild.
Unter Senator Anjes Tjarks sind zahlreiche neue Anwohnerzonen in Hamburg eingerichtet worden. (24hamburg.de-Montage) © Axel Heimken/dpa/Chris Emil Janßen/imago

Der Nutzen von Anwohnerparkausweisen ist vor allem in einigen Gebieten gegeben: So wurde mit der Einführung rund um den Hamburger Flughafen verhindert, dass Urlauber ihre Autos auf den raren, aber kostenlosen Parkplätzen abstellen und wochenlang in die Sonne fliegen. Doch seit die Grünen in der Verkehrsbehörde das Sagen haben, ist der Kostenspirale offenbar keine Grenze mehr gesetzt: Zahlten Anwohner vor gut einem Jahr noch 25 Euro für einen Anwohnerparkausweis an den Landesbetrieb Verkehr (LBV), sind es seit diesem Jahr schon 65 Euro – vor Ort beim LBV sogar 70 Euro.

Diese Karte zeigt alle Zonen: Anwohnerparken unter anderem in Altona, Eimsbüttel und am Flughafen

Die Kritik ist laut: „Abkassieren lindert keinen Parkdruck“, sagte etwa der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Richard Seelmaecker, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Doch gerade Besucher in diesen Anwohnerzonen haben das Nachsehen: Für sie ist das Parken ohne Parkschein teuer – auch dank hoher Kosten für Strafzettel. Zudem werden je nach Zone 2,50 bis drei Euro für Besucher fällig.

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Bis Mitte vergangenen Jahres waren die Besucherausweise, die online beantragt werden müssen, kostenlos. Übrigens: Sogar für Handwerker wird es in den Anwohnerzonen unangenehm: Für sie gilt keine Ausnahmegenehmigung für kurzzeitiges Parken. Auch sie müssen einen Parkschein kaufen, wenn sie vor Ort arbeiten ausführen sollen. Die Stadt rät außerdem: „Für beauftragte Handwerker können Bewohner Besucherparkausweise beim LBV beantragen.“

Dank der neuen Gebühren in den Parkzonen werden Millionen in die Stadtkasse gespült – allein bei der letzten Erhöhung ging die Hamburger Verkehrsbehörde von Mehreinnahmen in Höhe von 3,2 Millionen Euro aus.

Kostenlose Parkplätze in Hamburg sind rar – gerade im Innenstadtbereich zum Teil komplett verschwunden. Die Parkzonen in Hamburg sprießen wie Pilze aus dem Boden, da fällt es mitunter schwer einen Überblick zu behalten. Mittlerweile sind sie beispielsweise in Altona, Eimsbüttel und am Flughafen zu finden. Wer es genau wissen will, findet zum Anwohnerparken in Hamburg hier eine Karte zu allen Bewohnerparkgebieten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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